Die Bürgerinitiative Herkulex Team geht mit einer neuen Methode gegen den gefährlichen grünen Riesen vor.
UmweltWie der Kampf gegen den Riesen-Bärenklau vorangeht

Der Riesen-Bärenklau, wie auf diesem Bild mit seiner großen Blüte zu sehen, verdrängt nicht nur heimische Pflanzenarten, sondern kann auch schmerzhafte Verbrennungen bei Berührung auslösen.
Copyright: Christopher Arlinghaus
Entlang von Agger und Sülz breitet sich eine Pflanze aus, die so majestätisch aussieht, wie ihr Name klingt und doch eine echte Gefahr darstellt: der Riesen-Bärenklau, auch Herkulesstaude genannt. Was für Spaziergänger nur wie ein exotischer Hingucker wirkt, bedroht heimische Pflanzen, verdrängt Lebensräume und kann bei Berührung schmerzhafte Verbrennungen verursachen, teilt die Bürgerinitiative Herkulex Team Overath mit. Die Initiative geht seit Jahren in der Region aktiv gegen diesen grünen Giganten vor.
2018 habe Marion Oettinger, die Initiatorin der Gruppe, einen Entschluss gefasst: Die Herkulesstaude sollte nicht länger ungestört die Ufer der Overather Agger erobern. Die Stadt Overath habe dabei an ihrer Seite gestanden und die Entsorgung der ausgegrabenen Pflanzen übernommen. Mit einer kleinen Truppe aus Nachbarn und Freunden habe die Mission direkt „vor der eigenen Haustür“, begonnen. Ziel des Ganzen war es laut Mitteilung, die Aggerufer wieder für alle Overather zugänglich zu machen und den heimischen Pflanzen ihren Platz zurückzugeben. Bald schon seien Kontakte zu engagierten Bürgern aus anderen Regionen entstanden, die ebenfalls gegen die Pflanze vorgingen.
Tipps und Erfahrungen austauschen
Daraus habe sich inzwischen ein lebendiger Austausch entwickelt, in dem Tipps, Erfahrungen und kleine Tricks aus der Praxis miteinander geteilt würden. Seit 2022 seien Bürger an der Sülz aktiv und nun gebe es Team Agger und Team Sülz.
Durch den neu erlangten Wissens- und Erfahrungsschatz habe das Herkulex Team entschieden, die ausgegrabenen Vegetationskegel künftig auf den Wiesen zu belassen. Vegetationskegel sind kegelförmige Spitzen an Spross und Wurzel von Pflanzen. Er stellt das primäre Wachstumszentrum der Pflanze dar. Die Stadt habe zuvor die Entsorgung übernommen, doch die neue Methode spare Müllsäcke, Transportwege und Zeit und funktioniere zudem erstaunlich gut.
Vegetationskegel ist der Schlüssel
Der Schlüssel zum Erfolg liegt laut Herkulex Team im Ausgraben der Vegetationskegel, also des oberen Wurzelbereichs. Die Pflanzen würden auf den Flächen liegen gelassen und vertrocknen oder von Schnecken gefressen. Regelmäßig werde kontrolliert, ob auch tatsächlich alles abstirbt oder sich doch ein hartnäckiger Kegel wieder ins Leben zurückkämpfen will. Da die Samen der Herkulesstaude bis zu zehn Jahre im Boden überdauern könnten, brauche es im Frühjahr eine sorgfältige Nachpflege. Der Aufwand sinke allerdings von Jahr zu Jahr, was ein Zeichen dafür sei, dass die Methode wirke.
Das Herkulex Team möchte weitere Bürger und Bürgerinnen ermutigen, aktiv zu werden und die Ausbreitung wirkungsvoller zu bekämpfen. Je mehr Menschen in angrenzenden Ortschaften an Agger und Sülz mithelfen würden, desto weniger Samen würden durch winterliche Hochwasser flussabwärts getragen. Die Gruppe stehe dabei gerne beratend zur Seite. „Jede Unterstützung zählt“, so die Initiative in der Pressemitteilung. „Ob jemand einmal pro Woche, einmal im Monat oder einmal im Jahr mit anpackt – das Motto lautet „Jede Hand zählt“.“
Die Gruppe organisiere sich unkompliziert über den Messengerdienst Signal. Dort tauchten öfter spontane Nachricht auf von anderen, die gerade Zeit hätten und einen geeigneten Ort zum Weitergraben suchten. Oft genug finde sich laut Herkulex Team jemand, der die Handschuhe überstreift und mitzieht. Informationen zu den Aktionen gibt es bei Marion Oettinger telefonisch unter Telefon (0160) 54 68 119 oder per E-Mail an herkulex-overath@gmx.de.

