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Zuversicht ist dahinBaustart für neue Radstation in Brühl laut Stadt noch nicht absehbar

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Zu sehen ist eine Baustelle, im Hintergrund liegt der Brühler Bahnhof.

Der Bau der neuen Radstation am Brühler Bahnhof lässt weiter auf sich warten.

Entscheidende Unterlagen liegen laut Stadtverwaltung noch beim Landesministerium in Düsseldorf.

Vor rund einem Jahr herrschte noch Optimismus. Die Tage der provisorischen Radstation auf dem Parkplatz am Brühler Bahnhof seien gezählt, denn der Start zur Errichtung der neuen Fahrradgarage komme in Sicht, hieß es seitens der Verwaltung, Ende 2027 könne der Bau vollendet sein.

Inzwischen sind diese Daten und auch die damit einhergehende Zuversicht Makulatur. „Zurzeit ist keine verlässliche Prognose zum Baubeginn der Radstation möglich“, teilt die Verwaltung auf Anfrage mit. Nach wie vor habe die Stadt keine Reaktion seitens des Landesbauministeriums auf den Gestattungsvertragsentwurf mit dem Land erhalten. Weil die Fahrradstation auf landeseigenem Gelände entstehen soll, sei dieser eine unverzichtbare Grundlage für die Baugenehmigung. Vorgelegt wurde das Papier laut Stadt Brühl dem Ministerium bereits im März vergangenen Jahres.

FDP-Fraktionschef Jochem Pitz fehlt jegliches Verständnis

Immerhin werde die Ausführungsplanung unabhängig davon „aktuell zum Abschluss gebracht, die Leistungsverzeichnisse werden vorbereitet“. Sobald der Gestattungsvertrag abgeschlossen sei, könnten die Vergabeverfahren starten.

FDP-Ratsherr Jochem Pitz, Chef der gemeinsamen Fraktion von Liberalen und Volt, findet die Situation sehr misslich. „Diese Geschichte spielt inzwischen jenseits von Gut und Böse“, findet er. Man habe vor rund fünf Jahren die bestehende, im August 2000 eröffnete Radstation abgerissen, weil man hoffte, schnell mit dem Bau der neuen beginnen zu können. „Mit diesem Plan ist man auf die Nase gefallen“, so Pitz. Den Steuerzahler komme das teuer zu stehen. „Die lähmende Bürokratie führt zu einer Vernichtung öffentlicher Mittel“, beklagt Pitz.

Tatsächlich haben sich in den zurückliegenden Jahren nicht nur die Baupreise deutlich erhöht, Brühl muss auch die Miete der Container für die provisorische Fahrradgarage bezahlen. „Die Mietkosten belaufen sich auf 495.339,23 Euro für den Zeitraum von November 2020 bis März dieses Jahres“, erklärt die Verwaltung.

Irgendwann werden die Baukosten hinzukommen. Diese wurden vor Jahresfrist auf rund 2,1 Millionen Euro taxiert. Über das Land erfolge ein voraussichtlicher Zuschuss von gut 1,4 Millionen Euro, hieß es damals. Angedacht ist, auf 540 Quadratmetern Platz für 612 Räder sowie einige Lastenräder zu schaffen. Ein Betreiber der Station soll zudem weiterhin Serviceleistungen rund ums Rad anbieten. 

Unabhängig vom Fortgang bei der Errichtung der neuen Radstation dürften bei einem entsprechenden Votum der Politik in Kürze die Planungen für ein Fahrradparkhaus auf dem Franziskanerhof vorangehen. Dort sollen in Doppelstockhalterungen 56 Fahrräder sicher abgestellt werden können. Die Anlage soll ein digitales Buchungssystem erhalten, die laufenden Kosten also über Gebühren gedeckt werden.

Die Verwaltung rechnet mit Baukosten in Höhe von 130.000 Euro und einer umfangreichen Förderung. „Diese Idee begrüßen wir. Insbesondere für hochwertige Fahrräder ist eine überdachte und gesicherte Abstellmöglichkeit wichtig“, so Cornelia Richter, stellvertretende Fraktionschefin der Brühler Grünen.