Der mobile Container am Helenenhof bietet viel Platz für einen Behandlungs- und einen OP-Raum. Finanziert werden konnte er aus Spenden.
Tierheim Helenenhof Mobile Tierarztpraxis erleichtert Versorgung der Vierbeiner in Hürth

Eine mobile Tierarztpraxis erleichtert die Versorgung der vierbeinigen Bewohner des Tierheims Helenenhof. Darüber freuen sich Sandra Tgahrt und David Weth.
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7,50 Meter lang und 2,45 Meter breit steht sie da, die neue mobile Tierarztpraxis des Helenenhofs in Hürth-Efferen. In einem Behandlungs- und einem OP-Raum können die vierbeinigen Bewohner des Tierheims zukünftig vor Ort mit mehr Platz und neuem Equipment behandelt werden. Seit Ende des Jahres steht das Mobil auf sechs Rädern bereits auf dem Gelände des Tierheims. Doch bevor die Praxis offiziell an den Start gehen kann, muss noch einiges vorbereitet werden.
„Wir haben bis zum Frühjahr gewartet, weil aufgrund der Witterung erst jetzt die Starkstromleitung gelegt werden und die Wasserleitung repariert werden konnte“, erklärt Sandra Tgahrt, zweite Vorsitzende des Helenenhofs. 15.000 Euro hat der knapp 20 Quadratmeter große Container des Tierheims gekostet. „Wir mussten einfach zuschlagen, als wir das Angebot bekommen haben, denn wenn wir in ein paar Jahren umziehen müssen, können wir die Praxis ganz einfach mitnehmen“, sagt David Weth, erster Vorsitzender der Geschäftsführung Helenenhof.
Hürth: Im alten OP-Raum war es ziemlich eng
Das Problem mit dem alten OP-Raum: Er war klein und beengt. „Steh' da mal mit drei Leuten und einem 50-Kilo-Hund drin. Das war kuschlig“, sagt Weth und lacht. Er ist erleichtert und freut sich, die neuen Räumlichkeiten bald in Betrieb nehmen zu können. Doch 15.000 Euro sind viel Geld für ein Tierheim, das sich fast ausschließlich durch Spenden finanziert. Der Helenenhof, sagt Weth, sei für ihn mehr als nur ein Beruf, sein Herz hänge am Tierheim.

Sandra Tgahrt, David Weth und Rolf Bauer vor dem neuen Narkosegerät.
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Auf Spendenaufrufe zur Finanzierung des Projekts gab es große Resonanz. „Es war der Wahnsinn, nach einer Woche hatten wir 28.000 Euro zusammen“, sagt er und freut sich noch heute über das Engagement der Spenderinnen und Spender. „Mit dem restlichen Geld konnten wir dann Equipment wie OP-Besteck und das neue Narkosegerät kaufen.“
Hürther Bürgerstiftung beteiligt sich an einem neuen Narkosegerät
Frisch geliefert und bereit für seinen Einsatz im Tierheim – das neue Narkosegerät im Wert von 6000 Euro wird in Zukunft die kleinen und großen Patienten und Patientinnen in die Narkose begleiten. Das alte Gerät sei 30 Jahre lang im Einsatz gewesen und habe längst ausgedient, erzählt Weth. 2000 Euro wurden von der Bürgerstiftung Hürth beigesteuert. Rolf Bauer ist bei der Stiftung für den Bereich Schulen und Tiere zuständig. Er habe ein Herz für Hunde, sei selbst Hundebesitzer und möchte mit der Stiftung Tiere stärker in den Blick nehmen. Bauer sieht es als sein Herzensprojekt, das Tierheim Helenenhof zu fördern.
In knapp drei Wochen können dann endlich Augen- und Zahnoperationen oder Eingriffe im Bauchraum wie beispielsweise Kastrationen vor Ort durchgeführt werden. „Das entlastet uns enorm. Tierarztbesuche bedeuten oft hohe Rechnungen und Kapazitäten der Pflegerinnen, die uns Geld kosten“, erklärt David Weth. Unterstützt wird das Team von einer fest angestellten Tierärztin und der Praxis „Tierärzte vom Aachener Weiher“. Als erste Patientin darf sich Maine-Coon-Katze Summer auf die neuen Praxisräume freuen. Die frisch adoptierte elfjährige Fellnase muss noch eine Zahn-OP hinter sich bringen, bevor sie bei ihrer neuen Familie einziehen darf.
