Steuerzahler hätten ein Anrecht darauf, sich auf einfachem Weg darüber informieren zu können, wie mit ihren Steuergeldern umgegangen wird.
Kritik an JahresabschlüssenKerpener fordern mehr Transparenz bei städtischen Töchtern

Roger Peltzer und Axel Fell (v.l.) fordern mehr Transparenz.
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Zwei Kerpener fordern mehr Transparenz bei einer städtischen Gesellschaft sowie der kreiseigenen Tochter REVG. So sollten der Kreis bei seinen Verkehrsbetrieben und die an der Erftland GmbH (Wohnungsbau) beteiligte Stadt Kerpen dafür Sorge tragen, dass beide Gesellschaften in ihren öffentlichen Jahresberichten auch den jeweiligen Jahresabschluss veröffentlichen. Dazu zählen Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz, Lagebericht und Testat des Wirtschaftsprüfers. Entsprechende Bürgeranträge haben Axel Fell und Roger Peltzer bei den jeweiligen Behörden gestellt.
Die beiden begründen ihren Vorstoß damit, dass beide Unternehmen weitgehend durch Steuermittel mitfinanziert werden. Steuerzahler hätten insofern ein Anrecht darauf, sich auf einfachem Weg darüber informieren zu können, wie mit ihren Steuergeldern umgegangen wird.
Kerpen: Beide waren oder sind kommunalpolitisch aktiv
Als Vorbild könne eine Regelung auf Bundesebene dienen: Der Public Corporate Governance Kodex sehe zwingend die Veröffentlichung der Jahresabschlüsse von Unternehmen (auch Stiftungen) mit Bundesbeteiligung vor, selbst wenn der Anteil nur fünf Prozent betrage.
Eine über das Internet einzusehende Veröffentlichung ist nach Ansicht von Fell und Peltzer auch für Kommunalpolitikerinnen und -politiker von großem Vorteil. Sie könnten sich einen Überblick über die Geschäftslage ihrer Unternehmen verschaffen, ohne Informationen mühsam über Anfragen zu erlangen.
Fell war lange Zeit Vorsitzender des ADFC im Rhein-Erft-Kreis und davor für die FDP im Rat der Stadt Kerpen aktiv, Peltzer ist seit 30 Jahren in Kerpen und im Erftkreis kommunalpolitisch tätig. (jtü)