Die neue DinoXperience in Königswinter öffnet am Samstag (28. März) ihre Türen. Kinder aus Köln durften die Zeitreise schon mal antreten.
ZeitreiseSo sieht es in der neuen DinoXperience in Königswinter aus

Die Unterwasserwelt der Dinos können die Besucher aufrufen in dem Tunnel, der im ehemaligen Sealife-Aquarium durchs Ozeanbecken führte.
Copyright: Ralf Klodt
Als einer der urzeitlichen Raptoren auf das Dach des „Transporters“ springt und es über den Köpfen der Grundschüler zu krachen scheint, zucken ein paar Kinder dann doch zusammen. Das Grummeln und Dröhnen der Dinosaurier auf der Wiese, über die sie gerade virtuell mit ihrem „Transporter“ fahren - die Welt draußen wird ihnen auf zwei großen Bildschirmen gezeigt - beunruhigt sie dagegen kaum.
Als kurz darauf von der „Aussichtsplattform “auf mannshohen Bildschirmen unter anderem zu sehen ist, wie ein Tyrannosaurus eines seiner Opfer verspeist, wendet sich ein Mädchen aber lieber ab. „Es muss schon ein bisschen spektakulär sein“, sagt der Paläontologe Armin Schmitt gegenüber dieser Zeitung. „Die Natur ist ein gefährlicher Ort. Und gerade in der Erdvergangenheit war das bisweilen besonders blutrünstig.“
Paläontologe Armin Schmitt begleitet die DinoXperience wissenschaftlich
Kinder der 3a der Janusz-Korczak-Grundschule Köln-Poll waren am Mittwoch (25. März) die ersten, die die neue Erlebniswelt „DinoXperience“ in Königswinter erkunden durften. Armin Schmitt begleitete sie dabei. Der Wissenschaftler habe mit seiner Epertise maßgeblich zur Authenitizität der Dino-Welt beigetragen, betont die Edutain AG, die ihre DinoXperience am Samstag (28. März) offiziell eröffnet.
Die Kinder aus Köln waren gut vorbereitet und kannten von etlichen Dinosauriern die richtige Bezeichnung. „Cool“ war wohl der häufigste Kommentar, den die Pänz auf Fragen der vielen Journalisten gaben, die bei der ersten Tour durch die fast fertige Dino-Welt dabei waren.

Im „Transporter“ fahren die Kinder virtuell über eine Wiese voller Dinos, Jörg gibt ihnen Erklärungen.
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Empfangen wurden sie am Eingang von Tim, einem Mitarbeiter mit Warnweste und Bauhelm, der die Besucher in die Geschichte einführte, die sie erleben sollten. Das Ganze beginnt auf einer Baustelle. „Wir sind auf etwas gestoßen, auf Knochen. Und nicht irgendwelche Knochen, sondern riesige Knochen. Knochen, die wir selber noch nie gesehen hatten“, sagte Tim, über sich ein großes Dino-Skelett und hinter sich einen großen Kopf eines T-Rex. Nicht echt natürlich, aber „cool“.
Die „Reise“ führt unter anderem in ein Feldlabor, in dem diverse Gerätschaften stehen, aber an Monitoren auch die Namen und Besonderheiten der verschiedenen Dinos erläutert werden. Von rund 180 Tieren könne man die Fakten abfragen, erläutert Armin Schmitt. Daneben kann man die Veränderungen der Erde im Laufe von Jahrmillionen nachvollziehen.
„Der Arm ist fast so groß wie mein ganzer Körper“, staunt einen Raum weiter einer der Schüler vor der Riesenkralle eines T-Rex (auch nicht echt, aber dafür zum Anfassen). Über einen Monitor gibt es auch hier tiefergehende Infos, bevor die Besucher „dekontaminiert“ werden (ein „Laser“ übernimmt das) und sie die Zeitreise 67 Millionen Jahre zurück antreten.
Die geht über den anfangs erwähnten „Transporter“, in dem Jörg, ebenfalls Mitarbeiter der Dino-Welt, die jungen Besucher empfängt, mit ihnen virtuell über die Wiese voller Urzeittiere fährt und dazu was erklärt. Es folgt der Tunnel, der durch eine urzeitliche Unterwasserwelt führt: Über Displays können Besucher verschiedene Wasserdinos aufrufen, die auf und über die Röhre projiziert werden, als wäre man unter Wasser.
Der Tunnel ist eines von mehreren „Überbleibseln“ aus der Zeit des Sealife-Aquariums. Damals führte er durch das Ozenanbecken. Armin Schmitt bezeichnet dessen Nutzung in der DinoXperience als „Weltpremiere“.

Zum Anfassen: Der Arm eines T-Rex.
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Linehe, auch sie vom Dino-Welt-Team, nimmt die Besucher auf der „Aussichtsplattform“ in Empfang, wo bald darauf einer der Dinos die „Panzerglasscheibe“ (die großen Bildschirme) zu durchbrechen droht. Weil einer der (virtuellen) Transporter durch den Dino-Angriff „Feuer“ fängt, rennt die junge Frau plötzlich mit einem Feuerlöscher aus dem Raum...
Das Konzept der Dino-Welt, die am Anfang und am Ende einen Dreh zum Drachenfels und zur Drachen- beziehungsweise Nibelungensage findet, „rückt die Gäste in den Mittelpunkt und macht sie vom bloßen Beobachter zum aktiven Forschungsteam“, so die Edutain AG. „Statt klassisch durch Gänge zu flanieren, bewegen sie sich durch spannende Szenerien und dringen interaktiv immer tiefer in die prähistorische Welt vor“. Um diese Reise authentisch zu gestalten, kombiniere man digitale Inszenierungen mit greifbarer Erdgeschichte.

An interaktiven Monitoren gibt es Infos über die verschiedenen Dinos.
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Das Besondere an dem Projekt, sagte am Mittwoch der Dino-Experte Armin Schmitt, sei es, „die Wissenschaft so herunterzubrechen, dass es für die Allgemeinheit verständlich ist und dass auch Kinder diese Ausstellung genießen können“. Die neue DinoXperience sei ein idealer Ort, um manchmal trockene Wissenschaft erlebbar zu machen, so Schmitt, der Paläontologie unter anderem in Mainz und in Bonn studiert hat.
Von „Formaten, die Wissen verständlich vermitteln, Emotionen wecken und zum Mitmachen einladen“, spricht in einer Pressemitteilung Janine Jaensch, Vorstand der Edutain AG. Man verbinde in dem neuen Besuchermagneten in der Altstadt von Königswinter „Lernen und Erlebnis mit Hand, Herz und Verstand“.

