Agenturen stehen Schlange bei der Familie des Kölner Ausnahmetalents, der am Donnerstag weiter nicht am Mannschaftstraining teilnehmen konnte.
Am Geißbockheim ein rotes TuchBerät ausgerechnet Rogon FC-Jungstar El Mala?

Said El Mala jubelt. Der Kölner Offensivspieler hat bisher in seiner ersten Bundesligasaison zehn Tore erzielt und bereitete vier Treffer vor.
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Jetzt wird es wohl ein Wettlauf mit der Zeit. Auch am Donnerstagvormittag setzte der 1. FC Köln seine Vorbereitung auf das Kellerduell gegen Werder Bremen fort – weiterhin ohne Said El Mala. Aufgrund der Folgen seiner Sprunggelenkverletzung aus dem Spiel bei Eintracht Frankfurt kann der Top-Scorer nach wie vor nur individuell trainieren. Vor dem wichtigen Heimspiel am Sonntag (15.30 Uhr) rennt die Zeit davon. Für die Rückkehr auf den Platz bleiben dem Kölner Ausnahmetalent lediglich die Trainingseinheit am Freitag, die erneut nichtöffentlich im Franz-Kremer-Stadion stattfindet, sowie die öffentliche Abschlusseinheit.
Thomas Kessler, FC-Geschäftsführer Sport, hatte im Gespräch mit dieser Zeitung betont, dass El Malas voller Fokus auf seiner Entwicklung in Köln und dem Saisonendspurt liege. „Er verfolgt klare Ziele mit dem Klub.“
Doch parallel zum Abstiegskampf dreht sich im Hintergrund längst das Transferkarussell. Kaum ein Tag vergeht ohne neue Gerüchte und Spekulationen um El Mala. Kein Wunder: Sollte der 19-Jährige trotz eines Vertrags ohne Ausstiegsklausel bis 2030 vorzeitig wechseln, wäre ein Transfer mit hoher Wahrscheinlichkeit der teuerste in der Vereinsgeschichte. Kessler unterstrich zudem, dass sich der Klub in einem „verlässlichen und engen Austausch“ mit dem Spieler und dessen Familie befinde, die jüngst die Beratung ihres Sohnes eigenständig übernommen hat. „Stand jetzt liegt uns kein Angebot eines anderen Klubs vor, mit dem wir uns ernsthaft beschäftigen müssten. Auch von Spielerseite gab es bislang keinen Wunsch, Gespräche mit anderen Vereinen aufzunehmen“, sagte Kessler und widersprach damit anderslautenden Berichten über El Mala, der zuletzt wiederholt mit einem Wechsel zum Premier-League-Klub Brighton in Verbindung gebracht worden war.
Wie berichtet, gründete die Familie kürzlich die „El Mala Vermögensverwaltungs KG“ mit Sitz in Krefeld – eine im Handelsregister eingetragene Kommanditgesellschaft. Geführt wird sie von Mutter Sabrina El Mala als Komplementärin, die Brüder fungieren als Gesellschafter. Bei der Vertragsprüfung soll ein auf Agrarrecht spezialisierter Krefelder Anwalt hinzugezogen werden – eine ungewöhnliche Konstellation für ein Millionengeschäft im Profifußball.
Seit dem 1. Oktober 2023 reicht der Status als Rechtsanwalt jedoch nicht mehr aus, um als Spielervermittler tätig zu sein. Der Weltfußballverband Fifa hat mit den „Football Agent Regulations“ neue Regularien eingeführt und die Anforderungen verschärft. Demnach besteht eine Lizenzpflicht: Wer Vermittlungsleistungen erbringen will, muss die Fifa-Spielervermittlerprüfung bestehen. Der juristische Hintergrund allein genügt nicht mehr.
Das weiß auch die Beraterbranche, die den El Malas derzeit regelrecht die Tür einrennen soll. Wie diese Zeitung erfuhr, steht die Agentur Rogon um Berater-Schwergewicht Roger Wittmann nicht nur in Kontakt mit der Familie, sondern befindet sich offenbar auch in der Pole-Position. Eine Rolle soll dabei ein türkischer Herrenausstatter aus Krefeld spielen, der mittlerweile auch in der Fußballbranche mitmischt, Wittmann kennt und ihn in sozialen Medien öffentlich lobt. Er soll den Kontakt zwischen Familie und Berater hergestellt haben. Wittmann war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
Negative Erfahrungen mit Agentur bei Lemperle, Diehl und Katterbach
Grundsätzlich wäre gegen eine solche mögliche Zusammenarbeit wenig einzuwenden – wäre da nicht die Vorgeschichte zwischen dem FC und Rogon. Insbesondere seit der Amtszeit von Ex-Sportchef Christian Keller gilt die Agentur beim Klub nach negativen Erfahrungen als rotes Tuch. Rogon betreute unter anderem die früheren FC-Profis Tim Lemperle, Justin Diehl und Noah Katterbach – alle verließen den Verein ablösefrei. Beim FC fühlte man sich seinerzeit an der Nase herumgeführt. Keller hatte daraufhin angekündigt, keine Geschäfte mehr mit Rogon machen zu wollen. Allerdings gehört auch Keller seit knapp einem Jahr der Vergangenheit beim FC an.

