Wer den 1. FC Köln als Cheftrainer in die kommende Saison führt, das ist die vorrangige Frage, die die Bosse zu beantworten haben.
Nach KlassenerhaltTrainerfrage beim FC: Alles geht in diese Richtung

Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler (l.), FC-Trainer René Wagner
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Am Donnerstag will sich Thomas Kessler am Geißbockheim öffentlich äußern. Darauf würde der Sport-Geschäftsführer des 1. FC Köln zwei Spieltage vor Saisonende sicherlich verzichten, wenn er nur Wasserstandsmeldungen abzugeben hätte. Natürlich ist nach dem gesicherten Klassenerhalt auch der Ausblick auf die kommende Spielzeit im Fußball-Oberhaus und die Kaderplanung ein großes Thema – doch viele Personalien werden sich ohnehin erst in den kommenden Tagen oder besser Wochen endgültig klären. Das Vorrangige ist die Trainerfrage. Und die hat der FC offenbar für sich beantwortet.
Schon in den vergangenen Tagen war die Tendenz klar: Die sportliche Führung steht hinter René Wagner und traut dem 37-Jährigen die Aufgabe von Beginn der Saison an zu. Wagner sitzt seit fünf Bundesligaspielen (ein Sieg, ein Unentschieden, eine Niederlage) als Nachfolger des freigestellten Lukas Kwasniok auf dem Cheftrainer-Posten. Nun soll der ehemalige Assistent von Steffen Baumgart von der Interims- zur Dauerlösung werden. Bestätigt hat der Verein noch nicht.
Kessler ein Wagner-Befürworter
Im Umfeld des Klubs und in den Gremien gab es zwar auch Stimmen, die andere Namen diskutierten – etwa den von Ex-FC-Profi Christian Eichner (43), der nach sechs Jahren beim Karlsruher SC eine neue Herausforderung sucht. Eichner würde der FC gewiss reizen, doch auch ihm fehlt Erstliga-Erfahrung. Chancen wurden zudem den erfahrenen Trainern Thomas Letsch (57, zuletzt Salzburg, Bochum, Arnheim) und laut „Bild„ Horst Steffen (57, zuletzt Bremen, Elversberg) eingeräumt.
Doch in der sportlichen Führung am Geißbockheim ist man sich einig: Wagner ist der geeignetste Mann. Kessler gilt ohnehin schon seit Längerem als großer Befürworter und sieht in dem 37-Jährigen eines der größten Trainer-Talente der Bundesliga – zumal Wagner nach seinem Amtsantritt die Mannschaft in der turbulenten Nachfolge Kwasnioks stabilisierte. „René hat mit Ausnahme des guten Spiels gegen Leverkusen immer gepunktet. Das ist sicherlich nicht schlecht für uns“, lobte Kessler nach der Partie am vergangenen Samstag bei Union Berlin, die der FC trotz 2:0-Führung noch aus der Hand gegeben hatte – auch bedingt durch fragwürdige Wechsel Wagners. Doch das 2:2 spielte bereits am Tag darauf nur noch eine untergeordnete Rolle, da die Konkurrenz im Tabellenkeller erneut patzte und den Kölnern den Klassenerhalt de facto gesichert hat.
Fußballerisch zeigte der FC zuletzt zwar keine klare Weiterentwicklung, doch Wagner punktet damit, dass er einen guten Zugang zur Mannschaft hat und intern klar kommuniziert. Nach der geglückten Rettungsmission soll der Trainer-Neuling die Chance erhalten, den zweiten Teil des Kölner Kaderumbruchs im Sommer zu gestalten. Somit hat der FC jetzt auch relativ früh Klarheit und kann die Planung intensivieren.
