Der fast schon und vielleicht vorschnell abgeschriebene Cenk Özkacar hat sich festgespielt und hat vielleicht doch eine Zukunft beim 1. FC Köln.
FC-Verteidiger hat sich festgespieltCenk Özkacar – vom „Ganzkörperkrampf“ zur Kölner „Maschine“

FC-Verteidiger Cenk Özkacar beim Shakehands nach dem Hoffenheim-Spiel (2:2) mit Gästespieler Ozan Kabak
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Es war ein holpriger Start: Cenk Özkacar stand zu Beginn des Jahres trotz massiver Verletzungsnot beim 1. FC Köln nicht im Kader. Fünf Innenverteidiger fehlten dem Bundesliga-Aufsteiger verletzungsbedingt – und dennoch saß der Leihspieler aus Valencia beim Auswärtsspiel in Heidenheim auf der Tribüne. Vor der Winterpause hatte der Türke lediglich 376 Bundesliga-Minuten gesammelt und nur viermal in der Startelf gestanden. Im Januar wurde in Medienberichten sogar über eine vorzeitige Auflösung der Leihe spekuliert.
Doch das Blatt hat sich gewendet. Seit dem enttäuschenden Auftakt in Heidenheim durfte der 25-Jährige in sechs von sieben Partien von Beginn an ran – und überzeugte dabei mit souveränen, vorausschauenden und fehlerarmen Leistungen. Der neunfache türkische Nationalspieler ist inzwischen die Konstante im Abwehrzentrum der Kölner, profitiert allerdings auch von angespannten personellen Situation des FC zuletzt. Trainer Lukas Kwasniok hatte die seltenen Einsätze zuvor noch damit begründet, dass Özkacar keine Gewähr für volle 90 Minuten biete. Auslöser war ein Spiel in Dortmund, als der Innenverteidiger bereits nach 55 Minuten mit Ganzkörperkrämpfen vom Platz musste. „Wenn er beginnt, hat er halt Ganzkörperkrämpfe“, sagte Kwasniok damals – und ergänzte: „Er gibt einfach alles, so dass der ganze Körper krampft.“
Was er uns im Alltag gibt, ist ein klassischer Fall von Cenk-Abi! Immer ,Tam Gaz' – das bedeutet im Türkischen Vollgas. Cenk ist eine Maschine vor dem Herrn, ein einziger Muskel.
Im neuen Jahr hielt Özkacar viermal die volle Spielzeit durch – ein klares Zeichen gewachsener Belastbarkeit. Der Sinneswandel beim Coach ist seither unübersehbar. Im Rückblick erklärte Kwasniok: „Die Innenverteidiger-Situation war sehr speziell rund um die Winterpause – und dann ist es so, dass Spieler ihre Chancen bekommen.“ Özkacar nutzte seine eindrucksvoll. Kwasnioks Lob fiel dabei ungewöhnlich herzlich aus: „Was er uns im Alltag gibt, ist ein klassischer Fall von Cenk-Abi! Immer ,Tam Gaz' – das bedeutet im Türkischen Vollgas. Er hat ein brutales Herz, ist ein extrem offener Mensch, der viele Stationen hinter sich hat. Er muss auch Gras fressen. Er ist einfach ein Vorbild, was Einsatz, Bereitschaft und Haltung angeht.“
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Und was Özkacars Physis angeht, geriet der Coach regelrecht ins Schwärmen: „Es ist echt unverschämt, wenn er das T-Shirt auszieht. Dann sind alle neidisch. Cenk ist eine Maschine vor dem Herrn, ein einziger Muskel.“
Sportchef Thomas Kessler hatte Özkacar bereits im Winter den Rücken gestärkt und betont, er sei weit davon entfernt zu sagen, dass der Innenverteidiger nicht funktioniert habe. Nun dürfte sich Kessler bestätigt fühlen – auch mit Blick auf eine mögliche Festverpflichtung. Die Kaufoption soll dem Vernehmen nach bei rund zwei Millionen Euro liegen. Nach diversen Leihen und einer unglücklichen Vorsaison bei Real Valladolid sucht der Linksfuß endlich eine langfristige Heimat – und hat seinen Wunschklub offenbar gefunden. „Ich möchte so viele Spiele und Minuten wie möglich bestreiten – und hoffentlich hier bleiben. Ich fühle mich wie zu Hause“, hatte Özkacar kurz gesagt. Knüpft er im letzten Saisondrittel an seine starke Form an, könnte der Wunsch Wirklichkeit werden.

