In der U 19 von Trainer Stefan Ruthenbeck hat der Offensivspieler zuletzt nur mäßige Leistungen gezeigt.
1. FC KölnJason Ponente Ramirez sucht den Weg aus dem Formtief

Jason Ponente-Ramirez (Mitte) gewann mit der U 19 des 1. FC Köln gegen den VfL Bochum.
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Jason Ponente Ramirez hat den A-Junioren des 1. FC Köln mit seinem ersten Pflichttreffer des Jahres einen gelungenen Auftakt in der Hauptrunde der DFB-Nachwuchsliga beschert. Die Formkurve des 19-Jährigen zeigt jedoch nach unten.
Der erste Spieltag mit dem Duell zwischen den U-19-Fußballern des 1. FC Köln und VfL Bochum (3:2) war nicht ganz sieben Minuten alt, da machte sich im Franz-Kremer-Stadion bereits ein erstes Grummeln breit. Schon wieder hatte der offensive Linksfuß einen Fehlpass gespielt. Es war bereits sein dritter – beinahe unbedrängt und mit einer lustlosen Attitüde versehen. Und dies in einer Phase, in der seine Teamkollegen bereits auf Temperatur gelaufen und drauf und dran waren, den ersten Treffer des Spiels zu erzielen.
Jason Ponente Ramirez ist der Kölner Spieler mit der besten Torstatistik
Wirklich Nennenswertes blieb dem fraglos talentierten Angreifer, der im Sommer 2022 von Viktoria Köln in den Grüngürtel gewechselt war, auch bis zur Halbzeitpause nicht vergönnt. Vielmehr haperte es bei dem einstigen Heißsporn in Serie am Gespür, im eigentlich richtigen Moment die passende Aktion nachzulegen. Für den erfolgreichen Fußballlehrer Stefan Ruthenbeck ist das ein wiederkehrendes Thema in der täglichen Trainingsarbeit – nicht nur mit Ponente Ramirez.
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Gerade dieses Timing in der Entscheidungsfindung im entscheidenden Spieldrittel mache in der finalen Bewertung einen bedeutsamen Unterschied. Bereits im Duell der Youth League gegen ein abgezocktes Inter Mailand (1:3) hatte der Kölner Trainer dieses Phänomen ausgemacht. „Momente, das Spiel an uns zu reißen, waren da“, so der 53-Jährige. Allerdings sei man nur selten zielgerichtet gewesen. „Bei aller Wertschätzung für die großartige Leistung der Jungs, war es ebenso in den entscheidenden Situationen zu unsauber.“ Den Schuh müsse man sich anziehen, sagte Ruthenbeck.
Gegen Inter war für den flinken Ponente Ramirez nach gut einer Stunde Schluss, nachdem er den in puncto Zweikampfführung erkennbar geübteren Norditalienern immer wieder ins offene Messer gelaufen war. Seinen Dribblings von der rechten Angriffsseite in eine zentrale Schussposition fehlte gänzlich das Überraschungsmoment – und das Timing.
Über alle Wettbewerbe hinweg ist der 19-Jährige nach der Beförderung von Top-Torjäger Fynn Schenten allerdings der Kölner Spieler mit der mit Abstand besten Torstatistik. Neun Treffer und zwei Torvorbereitungen aus 20 Partien gelangen Ponente Ramirez in dieser Spielzeit in Meisterschaft (6/0), DFB-Pokal (3/0) und Youth League (0/2). In der vergangenen Saison war diese Statistik noch komplett verwaist. Nach seinem 3:2-Siegtreffer gegen Bochum nahm Ruthenbeck – gespielt war nicht ganz eine Stunde – den Matchwinner dennoch vom Feld. Eine Auswechselung, die der Italo-Spanier verstanden habe, wie der 53-Jährige meinte. „Wir erwarten von Jason deutlich mehr, als er gezeigt hat. Das weiß er auch. Dass er dennoch das Siegtor erzielt, spricht für seine Qualität.“
Wir erwarten von Jason deutlich mehr, als er gezeigt hat. Das weiß er auch. Dass er dennoch das Siegtor erzielt, spricht für seine Qualität
Erst mit der drohenden Herausnahme – für ihn kam Thierry Karadeniz aufs Feld – habe „Jason ein anderes Gesicht gezeigt, dass wir von Beginn an sehen wollen und was natürlich auch sein eigener Anspruch sein muss“.
Von einer abfallenden Formkurve oder gar Formkrise seines Spielers mag Ruthenbeck nichts wissen. „Jason hat eine enorme Entwicklung hingelegt, die vor ein paar Monaten nicht unbedingt zu erwarten war. Aber er ist fleißig geblieben und hat zugehört. Jetzt liegt es an ihm, sein unbestreitbares Potenzial beständig abzurufen und Konstanz in sein Spiel zu bringen, um den nächsten Schritt zu gehen und seine Entwicklung weiter voranzutreiben.“ Im nächsten Duell beim Hamburger SV wird sich dem Youngster wohl erneut die Chance bieten, seine Kritiker eines Besseren zu belehren und seine Formkurve wieder in Schwung zu bringen.

