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Verstärkung für den EndspurtFinnischer Verteidiger Markus Nutivaara wechselt zu den Kölner Haien

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NHL, Eishockey Herren, USA Preseason-Los Angeles Kings at San Jose Sharks Sep 25, 2022 San Jose, California, USA San Jose Sharks defenseman Markus Nutivaara 77 controls the puck against Los Angeles Kings forward Francesco Pinelli 38 during the first period at SAP Center at San Jose. San Jose SAP Center at San Jose California USA, EDITORIAL USE ONLY PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xRobertxEdwardsx 20220925_tbs_rl6_071

Markus Nutivaara (l.), Zugang der Kölner Haie

Der 31-Jährige, der zuletzt für Oulu spielte, soll am Montag präsentiert werden. Nach dem 7:2-Heimsieg gegen Dresden empfängt der KEC am Freitag Ingolstadt in der wieder ausverkauften Lanxess-Arena.

Das 7:2, das den Kölner Haien am Mittwoch in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gegen Dresden gelang, war für sie ein erfreuliches Aufwärmen. Denn im Duell mit dem Tabellenletzten, der nun sportlich abgestiegen ist, zeigten die Kölner Profis in der mit 18.600 Zuschauern ausverkauften Lanxess-Arena, dass die vierwöchige Olympiapause sie nicht zurückgeworfen hat, sondern sie im Gegenteil die Akkus aufgeladen haben – und bereit sind für die weiteren sieben Partien im Hauptrunden-Endspurt.

„Wir haben das Spiel einfach gehalten, die Scheiben tief gespielt und uns dadurch die Tore erarbeitet“, sagte KEC-Coach Kari Jalonen, für dessen Team Tanner Kero (2), Ryan MacInnis, Nate Schnarr (2), Louis-Marc Aubry und Patrick Russell trafen.

Ich würde schon sagen, dass das der optimale Start nach der langen Olympiapause war
Moritz Müller, Kapitän der Kölner Haie

Kapitän Moritz Müller meinte: „Ich würde schon sagen, dass das der optimale Start nach der langen Olympiapause war.“ Da die Adler Mannheim gleichzeitig mit 3:4 nach Verlängerung gegen Augsburg verloren, führen die Haie das Klassement mit 14 Punkten Vorsprung an. Und es geht sofort weiter, mit ungleich anspruchsvolleren Aufgaben, nämlich am Freitag mit einem Heimspiel (19.30 Uhr) gegen den ERC Ingolstadt in der erneut ausverkauften Arena – und am Sonntag (16.30 Uhr) bei Red Bull München, dem einzigen Gegner, den der KEC in dieser DEL-Spielzeit noch nicht besiegt hat.

In der kommenden Woche muss der KEC wieder drei Spiele absolvieren, und in den Playoffs, die im März starten, wird dann noch häufiger gespielt. Deshalb vergeben zurzeit einige DEL-Vereine ihre letzten Kaderplätze; so auch die Kölner Haie, die den finnischen Verteidiger Markus Nutivaara (31) bis zum Saisonende unter Vertrag nehmen werden. Am Montag soll der Transfer offiziell bekannt gegeben werden. Nutivaara kommt von Kärpät Oulu, dem Verein aus Jalonens Heimatstadt, der sich in der finnischen Liga nicht mehr für die Playoffs qualifizieren kann – und deshalb Spieler abgibt. Man kann davon ausgehen, dass der 66-jährige Haie-Trainer den Spieler kennt und sich gut über ihn informiert hat.

Nutivaara kam in dieser Saison in 35 Begegnungen auf sieben Tore und neun Assists – und dabei handelt es sich im Grunde um ein mittleres Eishockeywunder. Der 1,85 Meter große Spieler, der in seiner Karriere 292 NHL-Spiele bestritt, pausierte fast zwei Jahre wegen chronischer Hüftschmerzen und bekam im November 2024 sogar ein neues Hüftgelenk auf der linken Seite operativ eingesetzt. Danach arbeitete er sich in einer Reha zurück in den Profisport.

„Ich konnte nicht nur zuschauen, ich wollte selbst wieder spielen“, wurde er in der finnischen Presse zitiert, bevor er im vergangenen Sommer in Oulu für ein Jahr anheuerte. Bei den Haien soll der Finne als erfahrener und verlässlicher Defensivmann einspringen, wenn es nötig ist – also bei etwaigen Verletzungen oder Rotationen im Kader zur Schonung des Stammpersonals.

Nutivaara wird der sechste finnische Spieler in Jalonens Team sein, neben den Verteidigern Oliwer Kaski, Veli-Matti Vittasmäki und Valtteri Kemiläinen, Stürmer Juhani Tyrväinen sowie Torhüter Janne Juvonen. Letzterer scheint seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag mit den Haien verlängert zu haben. Zumindest war das am Mittwoch beim Eishockey-Sender „Magenta Sport“ zu hören.

Keeper Janne Jovonen hat seinen Vertrag bei den Kölner Haien wohl verlängert

Haie-Sportdirektor Matthias Baldys wollte es zwar nicht bestätigen. Bekannt ist aber, dass dem Klub viel daran gelegen ist, den 31-jährigen Goalie, dessen Fangquote bei bemerkenswert starken 93,23 Prozent liegt, in Köln zu halten. Es wäre eine gute Wendung. Juvonen ist der beste Haie-Torhüter, seit der Schwede Gustaf Wesslau 2016/17 DEL-Keeper des Jahres war. Und dass ein guter Goalie im Eishockey Gold wert ist, konnte man zuletzt im olympischen Finale von Mailand bewundern, als US-Torhüter Connor Hellebuyck die Kanadier an den Rand der Verzweiflung brachte und sein Team mit 2:1 nach Verlängerung gewann.