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Milliarden-VergleichBayer einigt sich mit Klägern im Glyphosat-Streit

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Das von Monsanto hergestellte Unkrautvernichtungsmittel Roundup mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat.

Bayer hat einen Sammelvergleich in den Rechtstreitigkeiten um Glyphosat in den USA geschlossen.

Befreiungsschlag für Bayer. Die Leverkusener wollen die Streitigkeiten um den Unkrautvernichter Glyphosat durch eine Milliardenzahlung beilegen. 

Bayer will die Rechtsstreitigkeiten um den Unkrautvernichter Glyphosat mit einem Vergleich beilegen. Die Tochter Monsanto hat in den USA einen Sammelvergleich ausgehandelt. Er soll sowohl für laufende, als auch für mögliche künftige Klagen wirksam werden. Insgesamt könnte Bayer die Vereinbarung bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar kosten und zu einer Beendigung einer Vielzahl von Prozessen führen.

„Keinerlei Schuldeingeständnis“

Bayer betont in einer Stellungnahme, das Unternehmen sei weiterhin überzeugt, dass „glyphosatbasierte Herbizide sicher angewendet werden können und nicht krebserregend sind“. Der Vergleich beinhalte „keinerlei Schuldeingeständnis“. Damit die Vereinbarung zustande kommt, muss sie vom zuständigen Bezirksgericht in St. Louis genehmigt und von einer ausreichenden Anzahl von Klägern akzeptiert werden.

Parallel dazu versuchen die Leverkusener weiterhin, am Supreme Court in New York eine Grundsatzentscheidung in Sachen Glyphosat zu erwirken. Ein positives Urteil am obersten US-Gerichtshof könnte einer Reihe weiterer Klagen die Rechtsgrundlage entziehen, so Bayer. „Der Sammelvergleich und die Entscheidung des Supreme Court sind beide notwendig, um diese Rechtsstreitigkeiten möglichst umfassend, möglichst sicher und möglichst schnell einzudämmen“, erklärt Bayer-CEO Bill Anderson in einer Stellungnahme.

Rückstellungen steigen auf 11,8 Milliarden Euro

Bayer hatte seine Rückstellungen im Zusammenhang mit den Rechtstreitigkeiten bereits im September auf 7,8 Milliarden Euro erhöht. Im Zuge des nun geplanten Vergleichs muss die Summer erneut auf 11,8 Milliarden Euro angehoben werden. Bayer geht davon aus, die Kosten über Kredite sowie über Anleihen finanzieren zu können. Eine Kapitalerhöhung, also die Ausgabe neuer Aktien, wäre damit nicht nötig.

Insgesamt hat die Vergleichsvereinbarung eine Laufzeit von 21 Jahren. Bayer erwartet aber, dass ein Großteil der Kosten, nämlich rund fünf Milliarden Euro, bereits im Jahr 2026 wirksam werden. Danach wird die Summe der Zahlungen abklingen.

Wegen der Auswirkungen auf die Finanzzahlen des Unternehmens verschiebt Bayer seinen ursprünglich für den 25. Februar geplanten Jahresausblick um eine Woche auf den 4. März. Die Bayer-Aktie reagierte auf die Nachricht mit einem Kurssprung. Zum Handelsschluss lagen die Papiere gut acht Prozent im Plus.