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150 aus 150Alfred Müller-Armack prägte den Begriff „Soziale Marktwirtschaft“

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Nationalökonom und Soziologe Alfred Müller-Armack in einer zeitgenössischen Aufnahme

Der Nationalökonom und Soziologe Alfred Müller-Armack in einer zeitgenössischen Aufnahme

Der Nationalökonom war einer der maßgeblichen Theoretiker für die Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im fünften Teil der Serie geht es um den Nationalökonom Alfred Müller-Armack.

Bedeutung

Der Nationalökonom Alfred Müller-Armack prägte den Begriff „Soziale Marktwirtschaft“ und war einer der maßgeblichen Theoretiker für die Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland. Sie ist als „dritter Weg“ zwischen Planwirtschaft und Marktwirtschaft in die Geschichte eingegangen, seit einigen Jahren wird sie auch als „Rheinischer Kapitalismus“ bezeichnet. Müller-Armack war maßgeblich an den Verhandlungen zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) beteiligt, einer der Vorläuferinnen der heutigen Europäischen Union.


Alfred Müller-Armack

Geboren: 28. Juni 1901 in Essen

Gestorben: 16. März 1978 in Köln


Wirken in Köln

1926 promovierte Müller-Armack an der Kölner Universität und wurde anschließend einer der jüngsten Privatdozenten in Deutschland. Ein Jahr nach seinem Beitritt zur NSDAP erhielt er 1934 den Ruf als außerplanmäßiger Professor. Vier Jahre später wechselte er an die Universität Münster. Dort wandte er sich vom Nationalsozialismus ab und beschäftigte sich mit religionssoziologischen Studien. 1950 kehrte er an die Universität Köln zurück, wo er als Professor für Wirtschaftliche Staatswissenschaften wirkte.

1952 holte der damalige Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard (CDU) Müller-Armack als Leiter der Grundsatzabteilung in sein Ministerium. Zeitgleich lehrte Müller-Armack an der Kölner Universität, unterbrach dies jedoch von 1958 bis 1963 als Staatssekretär für die europäische Integration im Wirtschaftsministerium. Anschließend war er wieder als Universitätsprofessor in Köln tätig, wo er 1970 emeritiert wurde. Mit Franz Greiß gründete er das heute noch bestehende Institut für Wirtschaftspolitik.

Bemerkenswert

Nach seiner Zeit in der Bundesregierung stellte Müller-Armack sich von 1964 bis 1969 noch für ein CDU-Stadtratsmandat zur Verfügung. Als Theoretiker waren die kommunalpolitischen Alltagsfragen für ihn jedoch wenig von Interesse.

Spuren in der Stadt

Die Stadt benannte nach dem Ökonomen das älteste, heute in Zollstock ansässige Berufskolleg, gegründet 1891/92 als Kaufmännische Fortbildungsschule, sowie eine Straße in Weiß.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.