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Neues Café in KölnDas Carls am Alter Markt ist eine Überraschung

3 min
Das neue Carls in der Altstadt mit Außenplätzen und schwarz-weißer Markise.

Shakshuka im Croissant gibt es im Carls in Köln.

Zwischen Traditionslokalen und Touri-Spots setzt das neue Carls ein Zeichen und bringt modernes Brunch-Flair in die Altstadt von Köln.

Es gibt ein neues Café in der Kölner Altstadt – und zwar eines, das man dort nicht unbedingt erwarten würde. Carls heißt die neue Adresse für Brunch und Frühstück, die seit Mitte März direkt gegenüber dem Standesamt geöffnet hat und ein Konzept mitbringt, das man eher aus den hippen Vierteln als aus der Altstadt kennt.

Das Carls liegt auf dem Alter Markt und ist mit seiner schwarz-weißen Markise ein Blickfang.

Das Carls liegt auf dem Alter Markt und ist mit seiner schwarz-weißen Markise ein Blickfang.

Denn die Altstadt ist kulinarisch gespalten. Neben einigen wirklich guten Adressen – dem MaiBeck, dem Traditionshaus Em Krützche, dem libanesischen Restaurant Beirut oder dem persischen Lokal Yas – findet man dort auch vieles, was unsere Gastro-Kritikerin Julia Floss einmal schlicht als „sehr viel Blödsinn“ bezeichnete: recht beliebige Steakhäuser und bayerisch inspirierte Lokale, die mit Bierhumpen und Weißwürsten eine klischeehafte Idee von Deutschland an internationale Gäste weitergeben.

Das Carls würde man eher im Belgischen Viertel oder in Ehrenfeld vermuten. Am Alter Markt setzt es einen gewissen Gegenpol und bringt frischen Wind in das großzügige Umfeld rund um den Dom. Die Altstadt kann sich über diese Bereicherung freuen.

Neues Café in der Altstadt: Das Angebot im Carls

Schon das Interieur macht deutlich, dass hier ein durchdachtes, modernes Konzept umgesetzt wurde: Marmortische, schicke Stühle und graugrüne Bänke auf Terrazzoboden, viel Schwarz und Grau, eine schwarze Theke, ein Wartebereich mit den zwei einzigen Farbflecken, die man hier findet – orangefarbene Stühle mit Tischchen sowie ein schwarz-weißer Eingangsbereich mit passender Markise: das Farbspiel ist konsequent und angenehm zugleich. Und das Essen ist genauso sorgfältig angerichtet wie der Raum, in dem es serviert wird.

Shakshuka im Croissant gibt es im Carls in Köln.

Das Carls ist neu in der Kölner Altstadt.

Auf der Karte stehen moderne Frühstücksvariationen wie etwa Eggs Benedict, Trüffel-Pastrami-Sandwiches, Avocado-Brote wahlweise mit Lachs sowie ein süßes French Toast mit Espresso-Mascarpone-Creme und Früchten. Wer etwas Ungewöhnlicheres probieren möchte, kann zur Shakshuka im Croissant greifen – eine Idee, die neugierig macht. Auch die reich belegten Bagel können mithalten, ebenso wie das Hafermüsli mit hausgemachtem Granola. Dazu gibt es cremigen Matcha oder Cappuccino, alle Kaffeespezialitäten auch mit Mandel-, Hafer-, Kokos- oder laktosefreier Milch.

Carls in der Altstadt in Köln: Wein und Cocktails an Wochenendabenden

Hinter den Zutaten steckt ebenfalls ein Konzept: Das Brot kommt von der Mehlwerkstatt, der Kaffee aus einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Ravensburg. Der Sekt stammt aus der ältesten Sektkellerei Deutschlands, der Wein von einem befreundeten Winzer aus Baden-Württemberg.

Das Carls bringt ein modernes Cafékonzept mitten in die Kölner Altstadt – mit Blick auf viel kölsche Historie. Bei einem Platz draußen vor der Tür schaut man auf das Rathaus und den Jan-von-Werth-Brunnen, und mit etwas Glück sind sogar die Spitzen des Doms zu sehen. Damit ist das Carls nicht nur ein Zwischenstopp für frisch Verliebte auf dem Weg zum Standesamt nebenan, sondern für alle, die ein besonderes Frühstück in entspannter Atmosphäre suchen. Am Abend verwandelt sich das Carls zudem in eine Bar mit Wein und Cocktails.

Carls Café und Tagesbar | Unter Käster 9, 50667 Köln | Öffnungszeiten: Sonntag bis Donnerstag und an Feiertagen 8 bis 18 Uhr, Freitag und Samstag 8 bis 22 Uhr | www.carls-cgn.com