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OB nimmt Insignien zurückEin Abschied mit Tränen für das Kölner Dreigestirn

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Die Dreigestirnszeit ist für Prinz Niklas, Bauer Clemens und Jungfrau Aenne beendet. Bei „Zick eröm“ gaben sie ihre Insignien zurück an OB Burmester.

Als zum großen Finale die fünf Musiker von Eldorado auf die Bühne kamen und zusammen mit dem Matthias Heßeler Orchester ihre wunderschön-traurige Ballade „Maach et joot“ mit neuem Text präsentierten, flossen überall im Saal Tränen.

„Maaht et joot – mer dun et för Kölle. Morje es, wat du druss mähs“, sang Manuel Sauer. Prinz Niklas I., Bauer Clemens und Jungfrau Aenne haben der Stadt so viel Freude geschenkt. Doch das Ende ihrer Dreigestirnszeit wurde zu einer hochemotionalen Angelegenheit.

„Zick eröm“: Dreigestirn gibt Insignien zurück an den Oberbürgermeister

In der Wassermannhalle hatte die Prinzen-Garde am Dienstagabend (17. Februar 2026) „Zick eröm“ organisiert. 39 Tage nach der Proklamation mussten die Tollitäten ihre Insignien wieder an den Oberbürgermeister zurückgeben.

„Ihr wart wunderbare Botschafter unseres diesjährigen Mottos. Man hat euch bei jeder Begegnung angemerkt, dass ihr das nicht für euch, sondern für die Menschen in dieser Stadt macht“, sagte Torsten Burmester. „Ihr habt so vielen Kölnerinnen und Kölnern unvergessliche Momente bereitet, ob in Sitzungen, auf dem Rosenmontagszug oder auf den Palliativstationen unserer Stadt.“

„Ihr habt zusammengehalten als echte Fründe. Gleichzeitig hat jeder seine Qualitäten eingebracht, um die Herzen der Menschen zu erreichen. Niklas als wunderbarer und häufig berührender Redner, als klasse Tänzer, als guter Zuhörer. Vor allem hatte er genau die richtige Mischung aus mitreißender Hochstimmung und bewegendem Tiefgang“, sagte der OB.

Das Dreigestirn liegt sich weinend in den Armen.

Hoch emotional wurde es, als das Dreigestirn in der Wassermannhalle Abschied aus dem Amt nehmen musste.

Clemens habe mit seiner geerdeten, in sich ruhenden und immer nahbaren Art die Standfestigkeit der Stadt verkörpert. Und Stefan sei die liebliche, bescheidene und menschennahe Jungfrau mit seiner berührenden Referenz an seine Oma Aenne gewesen. „Für diesen Dienst an Köln sage ich von Herzen Danke. Ich habe einen Wunsch: Lasst uns den Gemeinschaftsgeist der vergangenen Wochen in unseren Alltag nehmen“, sagte Burmester.

Burmester vergisst fast die Insignien

Während der neue Oberbürgermeister seine „Pripro“-Premiere noch mit Bravour bestanden hatte, war er zum Ende der Amtszeit beim Protokoll etwas überfragt. Als er fast schon wieder von der Bühne gehen wollte, fiel ihm noch ein, weshalb er eigentlich da war. „Ach ja, die Insignien. Gib den Schlüssel heraus“, sagte er zum Bauern. „Und wenn ich den Spiegel dann auch noch einkassieren darf“, lächelte er die Jungfrau an. Der Rest war ein Meer aus Tränen.

Die Band Eldorado singt für das Dreigestirn.

Die Band Eldorado überraschte das Dreigestirn mit einer speziell umgetexteten Version des Lieds „Maach et joot“.

„Ihr wart das erste Dreigestirn, das ich in meinem Amt erleben durfte. Ihr habt mir in den vergangenen Wochen die sinnstiftende Kraft des organisierten Karnevals nähergebracht. Ihr habt mir ermöglicht, Fastelovend so nah und intensiv zu erleben wie nie zuvor. Dafür bleibe ich euch von Herzen immer verbunden“, sagte Burmester.

Der scheidende Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn erinnerte noch einmal an die großen Fußstapfen nach dem beliebten Dreigestirn der StattGarde Colonia Ahoj im Vorjahr. „Bei ‚Zick eröm‘ im vergangenen Jahr waren wir uns alle einig: Das wird schwer. Wie sehr überrascht waren wir von eurer Energie, eurer Ernsthaftigkeit und eurer guten Vorbereitung! Ihr habt eure Jugendlichkeit zusammen mit unserer tiefen Tradition in den Fokus gestellt. Für mich war jedes Zusammentreffen und jeder Auftritt mit euch ein Fest.“

Oberbürgermeister Torsten Burmester mit dem Dreigestirn.

Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (r.) bedankte sich beim Dreigestirn und nahm die Insignien wieder in Empfang.

Prinz Niklas brach am Abend immer wieder in Tränen aus. Er gab zu, dass er das Szenario „1800 Mal“ in Gedanken durchgespielt habe. Aber am Ende wurde er doch von den Gefühlen übermannt. „Es war die schönste Session unseres Lebens. Am 4. Juli 2025 sind wir vorgestellt worden. Seitdem ist eine verrückte Reise losgegangen, die nun ihren Abschluss findet.“

Prinzen-Garde-Präsident Dino Massi sprach ebenfalls von einer „fantastischen, einer unvergesslichen Session“. Mit schwer lädierter Stimme sagte er: „Ich lasse das Ehrenamt als Dreigestirnspapa los und kehre zurück als einfacher Präsident der Prinzen-Garde.“ Protokollchef Marcus Gottschalk schwärmte über das Trifolium: „Das war an Ehrlichkeit nicht zu übertreffen.“

Nachdem das Dreigestirn die Ornate abgelegt hatte und wieder in die Uniform der Prinzen-Garde geschlüpft war, bat JP Weber um Mitternacht zur Nubbelverbrennung vor der Halle.

„Die Strohpuppe dient symbolisch als Sündenbock für sämtliche Vergehen, die während der Karnevalstage begangen wurden. Aber welche Sünden? Der Karneval bietet in meinen Augen keinen Grund, dass der Nubbel verbrannt werden muss.“ Aber auf diesem Planeten gebe es genug Gründe, die Puppe anzuzünden.