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Kölner OBBurmester will Amt des Stadtbaudirektors wiederbeleben

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OB Torsten Burmester (SPD) mit Moderatorin Gesa Eberl beim Katerfrühstück der Arbeitgeberverbände und Netzcologne Weiser

OB Torsten Burmester (SPD) mit Moderatorin Gesa Eberl beim Katerfrühstück der Arbeitgeberverbände und Netzcologne Weiser

Geht es nach dem Oberbürgermeister, wird es in Köln nach fast 100 Jahren wieder einen Baudirektor geben. Unklar ist noch, wie das Amt ausgestaltet werden soll.

Kölns Oberbürgermeister hat die Schaffung eines neuen Amtes in Sachen städtisches Bauwesen ins Gespräch gebracht. „Wir brauchen eine Vorstellung, wie unsere Stadt auch architektonisch aussehen soll. Und dazu gab es in der Vergangenheit mal eine gute Funktion, nämlich die des Stadtbaudirektors“, sagte Torsten Burmester (SPD) beim Katerfrühstück an Aschermittwoch, zu dem die Kölner Arbeitgeberverbände und Netcologne eingeladen hatten.

Ein solches Amt hat es seit Jahrzehnten in Köln nicht mehr gegeben. Burmesters Vorstellung von dem Amt: Der Stadtbaudirektor sei der, „der all das zusammengebracht hat, was sich in der Stadtgesellschaft entwickelt hat, der Tendenzen, Ideen aufgenommen hat und den Entwurf für mehrere Bauten zusammengeführt hat und auch die Innenstadt entwickelt hat“, so der Oberbürgermeister.

Wenn es eine Stelle gibt, die ich neu schaffen möchte, dann ist es die eines Stadtbaudirektors
Oberbürgermeister Torsten Burmester

„Wenn es eine Stelle gibt, die ich neu schaffen möchte, dann ist es die eines Stadtbaudirektors, weil damit architektonische Visionen Realität werden“, sagte Burmester vor mehr als 200 Vertretern aus Unternehmen, Wirtschaft, Verwaltung, Medien und Politik im Kölner Pullman-Hotel.

Wie genau das Amt ausgestaltet werden soll, ob es den Baudezernenten ersetzen soll oder eine separate Stabsstelle werden könnte, führte Burmester auf Nachfrage am Mittwoch nicht weiter aus. Burmester als Oberbürgermeister kann solch einen den Dezernenten übergeordneten oder gleichrangigen Spitzenposten allerdings nicht allein schaffen, dafür braucht er eine Mehrheit des Stadtrates hinter sich.

Frank Blase, Inhaber des Kölner Technologiekonzerns Igus, hatte zuvor über seine Idee von Köln als „Eldorado für moderne Architektur“ gesprochen. Nach dem Vorbild Londons und Mailands solle Köln mutige und ambitionierte Bauprojekte fördern.

Hamburg hat bereits dieses Amt

Ein Vorbild könnte die Stadt Hamburg sein. Dort gibt es ein Amt namens Stadtbaumeister. 2017 war bekannt geworden, dass der damalige Kölner Stadtentwicklungsdezernent Franz-Josef Höing in die Hansestadt geht, um das Amt zu besetzen.

Historisch betrachtet ist ein Stadtbaudirektor für Köln nichts gänzlich Neues. Allerdings ist es ziemlich lange her, dass ein Amt mit dieser Bezeichnung in Köln existierte. Kölns letzter Stadtbaudirektor war Adolf Abel. Der Architekt hatte das Amt von 1925 bis 1930 inne. 

Abel setzte Akzente, die teilweise noch heute das Kölner Stadtbild entscheidend prägen. In seine Zeit als Stadtbaudirektor fielen der Bau der Kölner Messe, der Neubau der Universität, der damalige Flughafen Butzweiler Hof und das Müngersdorfer Stadion. Mit seinem Ausscheiden 1930 gab es kein Kölner Amt mehr, das explizit den Titel Stadtbaudirektor trug. Allerdings wurde der Generalplaner Rudolf Schwarz, der von 1946 bis 1952 maßgeblich den Wiederaufbau Kölns vorantrieb, volkstümlich als Stadtbaudirektor bezeichnet.

Historischer Vorläufer des Stadtbaudirektors war der sogenannte Stadtbaumeister. Dieser war die einzige Person an der Spitze des Kölner Bauwesens. Der Titel war vor allem im 19. Jahrhundert in Köln gebräuchlich. Heute liegt die oberste Leitung beim Baudezernenten, der einer der Beigeordneten ist. Dieser fungiert als Wahlbeamter auf Zeit. Aktuell ist dies Markus Greitemann (CDU, Dezernat für Planen und Bauen).