Wegen einer fehlenden Baugenehmigung darf der Wintergarten von Nikos Ouzeria nicht mehr genutzt werden. Das bringt die Betreiber an den finanziellen Abgrund.
Streit um WintergartenRestaurant-Betreiber in Köln-Dellbrück bangen um ihre Existenz

Spyridoula Kyvranoglou und Nikolaos Giotis dürfen ihren Wintergarten offiziell nicht weiter betreiben. Das bringt die Gastronomen in finanzielle Bedrängnis.
Copyright: Rika Kulschewski
Gut achteinhalb Jahre betreiben Nikolaos Giotis und seine Frau Spyridoula Kyvranoglou das grischische Restaurant „Nikos Ouzeria“ in Dellbrück. Nun befürchten die beiden, dass sie es bald schließen müssen. Grund dafür ist, dass sie seit September ihre Terrasse, die auch als Wintergarten umfunktioniert werden kann, nicht mehr nutzen dürfen. „Wenn wir die Nutzung der Terrasse im Sommer nicht gewährleisten können, müssen wir im April oder Mai schließen“, sagt Kyvranoglou, „wir haben im Moment schon zu viele finanzielle Einbußen, im Sommer werden wir das nicht stemmen können“.
Giotis und Kyvranoglou hatten die Terrasse während Corona gebaut. „Die Leute wollten damals natürlich mehr frische Luft“, sagt Kyvranoglou, „und im Sommer wollen sie eh gerne draußen sitzen, es ist wie eine kleine Oase“. Zudem bietet sie insgesamt mehr Platz. 76 Sitzplätze hat die Terrasse, der Innenbereich hat 60. Ohne die Terrasse fallen also mehr als die Hälfte der Plätze weg.
Köln-Dellbrück: Nikos Ouzeria steht kurz vor dem Aus
Grund dafür, dass die Terrasse momentan nicht mehr genutzt werden kann, ist das Nutzungsbeschränkungen von der Stadt erklärt und vom Verwaltungsgericht bestätigt wurden. Dies bestätigt die Stadt auf Anfrage dieser Zeitung: „Das Bauaufsichtsamt hatte festgestellt, dass vom Restaurant ein Wintergarten / Außengastronomie mit insgesamt 76 Plätzen genutzt wird, ohne dass dafür eine entsprechende Baugenehmigung vorhanden ist“, erklärt die Stadt Köln. „Daher war nach Recht und Gesetz eine Ordnungsverfügung auf Nutzungseinstellung dieses Bereiches ergangen“.
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Die Auflagen für Bau und Betrieb des Wintergartens sind laut Stadt nicht erfüllt, daher untersagte sie die Nutzung.
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Laut Giotis und Kyvranoglou sei die Baugenehmigung nicht vorhanden, weil mit der damaligen Baugenehmigung einhergegangen sei, dass zusätzlich zur Terrasse von dem Verpächter Carports gebaut werden sollten, diese stehen jedoch bis heute nicht, weshalb die Bedingungen der damals erteilten Genehmigung nicht eingehalten seien.
Die Inhaber haben laut Stadt gegen die Nutzungsbeschränkungen geklagt. „Das Verwaltungsgericht Köln hat im Eilrechtsschutzverfahren der Stadt Köln Recht gegeben“, teilt die Stadt mit. „Die Inhaber sind anwaltlich vertreten und haben dagegen beim Oberverwaltungsgericht Rechtsmittel eingelegt. Die dortige Entscheidung steht noch aus“.
Bürger starten Petition, um Nikos Ouzeria zu retten
Zudem habe das Ehepaar im Juli einen neuen Bauantrag für die Nutzung der Terrasse bzw. den Wintergarten gestellt. Doch sie kritisieren, dass sie dazu noch keine Rückmeldung haben, obwohl sie alle Zusatzinformationen eingereicht hätten. Die Stadt Köln teilt dazu mit, dass aufgrund des laufenden Verfahrens keine Detailauskunft möglich sei, die die Bauvorlagen aber zunächst nicht mängelfrei gewesen seien und sich deshalb einiges nach hinten verschoben habe.
„Daher erreichte dieser Bauantrag erst gegen Jahresende 2025 den Abteilungsbereich der inhaltlichen Bearbeitung und Bescheidung. Die dortige Prüfung ist noch nicht abgeschlossen und kein Abschlussergebnis prognostizierbar“, teilt die Stadt Köln mit. Das Bauaufsichtsamt habe aber die gesamte Verfahrenslage und -verbindung im Blick.
Für Nikolaos Giotis und Spyridoula Kyvranoglou bedeutet das jedoch, dass sie weiter bangen müssen: Wenn der Bauantrag nicht bis zum Sommer genehmigt ist, müssen sie schließen. Deshalb sind auch die Anwohner in Sorge, denn das Restaurant hat in viele Stammkunden. So haben Besucher des Restaurants eine Petition gestartet, die bisher mehr als 3600 Unterschriften hat. Darin heißt es: „Lasst uns gemeinsam dafür kämpfen, dass unser Lieblingsgrieche auch in Zukunft unser kulinarisches Zuhause bleibt. Die Schließung des Restaurants wäre ein großer Verlust für uns und für Dellbrück“.
