Die Zukunft der Ausstellung in Köln-Mülheim galt als ungewiss. Nun übernimmt die Stadt die Mietkosten für 2026.
Beschluss im Kölner RatZukunft der Ausstellung zum NSU-Anschlag in der Keupstraße gesichert

Die Ausstallung „Von der Nagelbombe bis zum Mahnmal – 21 Jahre DANACH“ in Köln-Mülheim. (Archivfoto)
Copyright: Alexander Schwaiger
Die Ausstellung „Von der Nagelbombe bis zum Mahnmal – 21 Jahre danach“ der Initiative „Keupstraße ist überall“ bleibt 2026 in der Schanzenstraße 22 in Köln-Mülheim. Der Kölner Rat beschloss in seiner Sitzung am Dienstag (16. Dezember) die Finanzierung der Miete für die Ausstellungsräume, nachdem SPD, Die Linke, FDP/KSG sowie Gut & Klimafreunde einen gemeinsamen Antrag eingebracht hatten. Der Beschluss erfolgte einstimmig bei Enthaltung der AfD-Fraktion.
Da die bisherigen Fördermittel aus Bundes- und Stiftungsprogrammen im kommenden Jahr wegfallen, war die Zukunft der Ausstellung zunächst ungewiss. Für das kommende Jahr stellt die Stadt den Veranstaltern einen zweckgebundenen Zuschuss in Höhe von 40.000 Euro zur Verfügung, mit dem die Miete gedeckt werden soll. Zusätzlich sollen Gespräche mit dem Land Nordrhein-Westfalen geführt werden, um eine mögliche Kofinanzierung zu erreichen.
Ausstellung zeigt Schicksal der Betroffenen
Die Ausstellung in der Begegnungs- und Beratungsstelle erinnert an den rechtsextremistischen Anschlag in der Keupstraße am 9. Juni 2004. Mitglieder des selbsternannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) hatten eine Nagelbombe gezündet, durch die 22 Menschen verletzt wurden, vier von ihnen schwer. Bis zur Selbstenttarnung des NSU im Jahr 2011 wurden vor allem die Anwohnenden der Keupstraße und die Opfer selbst verdächtigt, am Anschlag beteiligt gewesen zu sein.
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Im Fokus der Ausstellung stehen in erster Linie die Betroffenen des Attentats und seiner Folgen, aber auch die rassistischen Motive der Tat, der gesellschaftliche Kontext und die andauernde Gefahr durch rechtsextreme Gewalt. Mit originalen Fragmenten aus der Keupstraße, Artefakten, Dokumenten, Filmausschnitten und weiteren multimedialen Elementen soll sie ein Erinnerungs- und Lernort für Schüler, Studierende und alle weiteren Interessierten sein.
Gemeinsam mit Schülern und Lehrern der IGIS Gesamtschule wurde die Ausstellung 2024 konzipiert und war zunächst in den ehemaligen Räumen des Rautenstrauch-Joest-Museums am Kölner Ubierring beheimatet, ehe sie in die direkte Nähe des Anschlagortes in die Schanzenstraße umzog. (jpr)

