Während der Winterspiele Milano Cortina stellen wir olympische Museumsstücke aus Köln vor – diesmal ein hölzerner Eishockeyspieler.
Olympischer MomentHolzfiguren und Piktogramme vom berühmtesten Olympia-Designer

Das Sport- und Olympiamuseum in Köln
Copyright: Alexander Schwaiger
Der hölzerne Eishockey-Spieler steht ein bisschen unscheinbar im oberen Flur des Kölner Sport- und Olympiamuseums herum. Wer nicht aufpasst, läuft schnell an ihm vorbei. Vor dem Museum stehen weitere überlebensgroße Holzskulpturen von Sportlerinnen und Sportlern. Sie alle wurden von dem Ulmer Designer Otl Aicher entworfen, der die Gestaltung die Olympische Spiele 1972 in München prägte und die ersten weltbekannten Piktogramme für die unterschiedlichen Sportarten entwickelte.
Die H0lzfiguren entwarf Aicher für den 11. Olympischen Kongress, der 1981 in Baden-Baden stattfand. Der äußere Rahmen sollte dort „an das hohe gestalterische Niveau der Olympischen Spiele 1972 anknüpfen“, so steht es auf einer Infotafel zu den Figuren vor dem Kölner Museum. Sie standen damals im Umfeld der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden, in der Aichers Ausstellung „Sport und Design“ präsentiert wurde.

Eishockeyspieler aus Holz von Otl Aicher
Copyright: Alexander Schwaiger
Beim Olympischen Kongress wurden unter dem damaligen IOC-Präsidenten Juan Antonio Samaranch unter anderem die Voraussetzungen für eine zunehmende Kommerzialisierung der Spiele und die Teilnahme von Profisportlern geschaffen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat über jenen Kongress festgehalten, dass Athleten zum ersten Mal eine führende Rolle gespielt hätten. Kip Keino, kenianischer Langstreckenläufer und zweimaliger Olympiasieger, Sebastian Coe, britischer Mittelstreckenläufer und zum damaligen Zeitpunkt noch einfacher Olympiasieger (sein zweites Gold gewann er 1984 bei den Spielen in Los Angeles) und der sowjetische Eishockey-Torhüter Vladislav Tretyak sprachen auf dem Kongress, der den Weg geebnet habe für die Athletenkommission des IOC.
Alles zum Thema Rheinauhafen
- Olympischer Moment Unscheinbare Medaille mit viel Geschichte
- Olympischer Moment Holzfiguren und Piktogramme vom berühmtesten Olympia-Designer
- Olympischer Moment Vučko, das tragische Wölfchen von Sarajevo
- Olympischer Moment Erinnerung an die Winterspiele vor 70 Jahren
- Vier Unfälle in drei Jahren Stadt entschärft die Fahrradfalle an der Severinsbrücke
- Genial einfach Kölner Spitzenkoch verrät Rezept für Shakshuka-Winter-Variante
- Explosion in der Kölner Altstadt Polizei ermittelt gegen Brandverursacher wegen versuchten Mordes
Aicher war von 1967 bis 1972 Gestaltungsbeauftragter der Olympischen Spiele von München. Er entwarf vom Zuschnitt des Dirndls der Hostessen über die Gestaltung der Programmhefte und Plakate, die Entwürfe von Parkscheinen bis hin zu jenen berühmten Piktogrammen die Optik der Spiele. Es sollte ein heiterer, unpolitischer, in Regenbogenfarben gehaltener Gegenentwurf zu den deutschen Nazi-Spielen 1936 in Berlin sein. Mit Waldi, dem bunten Dackel, präsentierte Aicher auch das erste offizielle olympische Maskottchen.
Die Piktogramme waren vereinfachte grafische Darstellungen, die mit wenigen Strichen und Punkten körperliche Bewegungen skizzierten und so für die verschiedenen olympische Sportarten stehen. Sie fanden sich in München auf Eintrittskarten, Wegweisern und Fesselballons, die über den jeweiligen Wettkampfstätten schwebten. Außerdem sollten die Piktogramme ein internationales, nicht gänzlich deutschsprachiges Publikum aufklären, wo es zur U-Bahn geht oder zu den Toiletten. Heute sind Darstellungen wie jene von Aicher weltweit verbreitet: als Wegweiser in Flughäfen und Bahnhöfen, in Gaststätten als Hinweis auf Toiletten, auf Notausgänge oder auch in Textilien als Information darüber, wie der Stoff am besten zu waschen ist.
Anlässlich der Winterspiele Milano Cortina 2026 blicken wir mit der Serie „Olympischer Moment“ in die Historie: 17 Tage lang geht es um Ausstellungsstücke, die im Kölner Sport- und Olympiamuseum in der aktuellen Sonderausstellung „Höher, schneller, kälter!“ zu sehen sind.

