Kölnerinnen und Kölner müssen auch in diesem Jahr auf das beliebte Volksfest verzichten. Das sind die Hintergründe.
Deutzer VolksfestWarum die Osterkirmes in Köln erneut ausfällt

Die Osterkirmes in Köln hat zuletzt 2024 stattgefunden. (Archivbild)
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Die Osterkirmes in Köln hat eine lange Tradition, die aber in diesem Jahr erneut unterbrochen wird. Über Jahrzehnte fand an den Ostertagen – genauso wie im Herbst – in Deutz ein Volksfest mit Fahrgeschäften, Imbissen und Spielständen statt. Zunächst gab es das bunte Treiben auf dem Gelände der heutigen Lanxess-Arena, seit 1996 dann an der Deutzer Werft. Dort am Rheinufer hatte sich die Kirmes ebenso wie das Pendant im Herbst etabliert – nicht immer zur Freude der Anwohnerinnen und Anwohner, aber in jedem Jahr mit großem Besucherandrang. So kamen 2024 in neun Tagen 90.000 bis 100.000 Menschen.
Bereits 2025 fiel das Volksfest allerdings aus, ebenso die Herbstkirmes 2025 und jetzt erneut die Osterkirmes. Hintergrund ist ein Streit um die Vergabe des Platzes. Zwei Unternehmen rivalisieren um die Ausrichtung, es muss zunächst auf eine Gerichtsentscheidung gewartet werden. Der Verhandlungstermin am Oberlandesgericht (OLG) in Düsseldorf ist für den 22. April 2026 angesetzt, also zu spät für die Osterkirmes auch in diesem Jahr.
Kölner Schausteller verlieren Kirmes in Deutz 2024
Über Jahrzehnte hatte die Gemeinschaft Kölner Schausteller (GKS) die Oster- und Herbstkirmes ausgerichtet. Für 2024 gelang es dann dem Leverkusener Schausteller Wilfried Hoffmann, den Zuschlag zu erhalten. Aufgrund gleichwertiger Bewerbungen hatte die Stadt Köln damals ein Losverfahren durchgeführt, aus dem Hoffmann als Sieger hervorgegangen war. Unter den Kölner Schaustellern rumorte es gewaltig.
Dann schrieb die Stadt die Ausrichtung der Herbst- und Osterkirmes für die Jahre 2025 bis 2030 aus. Bewerbungen gaben erneut die GKS und Wilfried Hoffmann ab. Die Auswahlkommission mit Vertretern der Verwaltung und Politik empfahl diesmal wieder die GKS. Allerdings wurde kein finaler Zuschlag erteilt, die CDU im Kölner Rat hatte noch Beratungsbedarf. Es lag zudem eine Vergaberüge vor.
Die Zeit bis Ostern wurde Anfang 2025 immer knapper, ohne dass es eine Entscheidung gegeben hätte. Alternativ fand die Osterkirmes 2025 daher am Rheinufer in Köln-Rodenkirchen statt. Ein Teil der Schausteller baute seine Fahrgeschäfte und Buden an der „Kölschen Riviera“ auf. Als wirklicher Ersatz für die Großveranstaltung in Deutz diente das aber nicht.
OLG Düsseldorf entscheidet über Kirmes-Vergabe in Köln
Hoffmann reichte bei der Vergabekammer der Bezirksregierung Köln einen Antrag auf Nachprüfung ein, diese kam aber zu dem Schluss, dass alles rechtmäßig abgelaufen sei. Hoffmann reichte dann erneut Beschwerde ein, und der Streit landete schließlich im Sommer 2025 vor dem Oberlandesgericht (OLG) in Düsseldorf, welches das Vergabeverfahren der Stadt untersuchen muss. Bis dahin darf der Zuschlag für die Ausrichtung der Oster- und Herbstkirmes nicht vergeben werden. Insgesamt fallen so drei Volksfeste in Deutz aus.
Mit dem Vergabestreit verquickt war ein Verfahren vor dem Amtsgericht Köln, in dem es um Vorwürfe der versuchten Nötigung, Beleidigung, Bedrohung und Körperverletzung ging. Hoffmann hatte vier Personen aus dem Umfeld der GKS vorgeworfen, ihn im Zuge der Bewerbung für die Ausrichtung 2024 bedrängt zu haben. Der Vorwurf: Die Personen sollen den Leverkusener am Tag vor der Entscheidung im Februar 2024 auf dem Wiener Platz in Mülheim unter Druck gesetzt haben, seine Bewerbung zurückzunehmen.
Das Kölner Amtsgericht stellte das Verfahren gegen die Schausteller jedoch im Februar 2026 gegen eine Geldauflage ein. Die Beschuldigten bleiben damit in der Sache nicht vorbestraft.

