Ein Prüfbericht sah einige „Auffälligkeiten“ bei den Ausgaben für die Betriebsfeiern, besonders die Bühnen standen im Fokus.
Umstrittene AusgabenTeure Betriebsfeiern der Stadt Köln – Staatsanwaltschaft leitet keine Ermittlungen ein

Der Opernsaal am Offenbachplatz im Oktober 2025.
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Die Staatsanwaltschaft Köln hat wegen der Kosten für die städtischen Betriebsfeiern keine Ermittlungen aufgenommen. Das teilte ein Sprecher dieser Zeitung mit. Er sagte: „Nach umfassender Prüfung des Sachverhalts hat die Staatsanwaltschaft Köln konkrete Anhaltspunkte für ein strafrechtlich relevantes Verhalten nicht feststellen können.“
Laut seiner Aussage aus dem Vorjahr wäre unter anderem der Tatbestand der Untreue möglicherweise infrage gekommen.
Gut ein Viertel der Ausgaben wies Auffälligkeiten auf
Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ im vergangenen Juni berichtete, hatte das städtische Rechnungsprüfungsamt (RPA) zwischen 2022 und 2025 stichprobenartig geprüft, wie die Dienststellen und Eigenbetriebe der Stadt Köln sogenannte „wertschätzende Maßnahmen wie Betriebsfeiern“ bezahlen. Es geht ja um Steuergeld.
Von 207 Buchungen prüften die Experten 70, davon wiesen 20 Buchungen „Auffälligkeiten“ auf. Das entspricht 28,6 Prozent.
Wie berichtet, hatte der Antikorruptionsbeauftragte der Stadt am 10. Oktober 2024 im Intranet explizit auf die Möglichkeit hingewiesen, dass die Verwendung städtischer Mittel etwa für Karnevals- und Weihnachtsfeiern oder ähnliche Veranstaltungen nicht erlaubt sei.
Socken und T-Shirts auf Kosten der Steuerzahler
Und vor allem die Bühnen gerieten in den Fokus der Prüfer: Das RPA hatte für ihre Ausgaben einen gesonderten, 19-seitigen Bericht angelegt. Bei den Bühnen arbeiten rund 850 Beschäftigte, sie entwickeln Opern-, Kinderoper-, Schauspiel- und Tanzproduktionen und sind verantwortlich für die Sanierung am Offenbachplatz.

Der abendliche Blick auf ein Schild des Schauspiel Köln.
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Das Ergebnis der Prüfer: Zwischen 2022 und 2025 gaben die Bühnen für 17 Betriebsfeiern und ähnliche Veranstaltungen 178.200 Euro aus. Allein vom 23. Mai bis 30. August 2022 gab es in 100 Tagen vier Feiern, also alle 25 Tage eine. Die Kosten: insgesamt rund 68.000 Euro.
Auf einem Betriebsfest verteilten sie eigens hergestellte 600 T-Shirts mit dem Aufdruck „Forever Schauspiel“ mit Kosten von 10.100 Euro, weitere 530 Paar bedruckte Socken kosteten 2800 Euro.
Bühnen verteidigten sich und ihre Ausgaben
Eberhard Kanski, Vize-Vorsitzender des Bundes der Steuerzahler NRW, sagte damals dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ zu den Bühnen: „Das ist völlig überzogen.“
Die Bühnen-Chefs verteidigten die Ausgaben mit der langen Phase der Interimsspielstätten, weil Oper, Schauspiel, Kleines Haus und Kinderoper seit 2012 saniert werden und als Standort fehlten. Sie bezeichneten den persönlichen Austausch als „Schmierstoff der Kommunikation“.
In der Vergangenheit hatte eine klare Regelung gefehlt, wie viel die Stadt aus ihrem Budget pro Mitarbeiter pro Jahr zahlt. Bei den Bühnen gab es zwar eine Dienstanweisung, aber auch deren Höhe wurde durch die Ausgaben überschritten. Seit vorigem Juli gilt: Pro Jahr und Mitarbeiterin oder Mitarbeiter gibt es maximal zehn Euro als Zuschuss für Betriebsfeiern.

