Die USA und Israel setzen ihre Angriffe im Nahen Osten fort. US-Präsident Trump verlangt Hilfe von der Nato. Alle Infos im Liveblog.
Krieg in NahostIsrael droht Chamenei mit „Neutralisierung“ – Basidsch-Anführer getötet
Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog.
17. März
Israels Armee droht Modschtaba Chamenei mit „Neutralisierung“
20.32 Uhr: Die israelische Armee hat dem neuen iranischen obersten Führer Modschtaba Chamenei erneut gedroht. „Wir wissen nichts über Modschtaba Chamenei, wir hören nichts von ihm, wir sehen ihn nicht, aber eines kann ich Ihnen sagen: Wir werden ihn aufspüren, ihn finden und ihn neutralisieren“, sagte der israelische Militärsprecher Effie Defrin am Dienstag zu Reportern.
Chamenei war am 8. März zum politischen und religiösen Oberhaupt des Iran gewählt worden, trat seitdem allerdings nicht öffentlich auf. Sein Vater Ayatollah Ali Chamenei wurde am ersten Tag des Iran-Krieges am 28. Februar bei einem Luftangriff auf Teheran getötet. Medienberichten zufolge wurde Modschtaba Chamenei bei dem Luftangriff verletzt.
Nach seiner Ernennung veröffentlichte Modschtaba Chamenei am Donnerstag seine erste Botschaft. Diese trug er jedoch nicht persönlich vor und trat auch nicht in der Öffentlichkeit auf, sondern sie wurde von einer Journalistin im Staatsfernsehen verlesen. Dass sich der 56-jährige Chamenei nicht öffentlich äußerte, löste Spekulationen über seinen Verbleib aus.
Revolutionsgarden bestätigen Tötung von Basidsch-Anführer
20.08 Uhr: Die iranischen Revolutionsgarden haben am Dienstagabend die Tötung des Anführers der für die innere Sicherheit zuständigen Basidsch-Miliz durch einen israelischen Angriff bestätigt. Gholamresa Soleimani sei „einer terroristischen Attacke des amerikanisch-zionistischen Feindes“ zum Opfer gefallen, hieß es auf der offiziellen Website der Revolutionsgarden.
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte am Morgen bekannt gegeben, dass die Streitkräfte seines Landes Soleimani und den iranischen Sicherheitschef Ali Laridschani getötet hätten. Der Tod Laridschanis wurde von iranischer Seite zunächst weiterhin nicht bestätigt.

Der Befehlshaber der paramilitärischen Basidsch-Truppen des Iran, Brigadegeneral Gholamresa Soleimani ist bei einem israelischen Angriff getötet worden. (Archivbild)
Copyright: Ebrahim Noroozi/AP/dpa
Israels Luftwaffe greift Basidsch-Einheiten in Teheran an
18.21 Uhr: Israels Armee bombardiert nach der von ihr verkündeten Tötung des Kommandeurs der iranischen Basidsch-Einheiten weiter Ziele dieser Miliz in Teheran. „In den vergangenen Stunden hat die israelische Luftwaffe Angriffe auf Mitglieder und Stellungen der Basisch-Einheit ausgeführt“, teilte das israelische Militär mit. Weitere Einzelheiten nannte die Armee zunächst nicht.
Sie hatte zuvor erklärt, sie habe den Kommandeur der Basidsch-Einheiten, Brigadegeneral Gholamresa Soleimani, getötet. Unter dessen Führung seien sie für die blutige Niederschlagung der Proteste im Iran im Januar verantwortlich. Aus dem Iran gab es für den Tod Soleimanis zunächst keine Bestätigung.
Macron lehnt derzeit Einsatz in Straße von Hormus ab
16.49 Uhr: Trotz des Drängens von US-Präsident Donald Trump schließt Frankreich aktuell aus, Teil einer Sicherung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus zu sein. „Frankreich wird im aktuellen Kontext niemals an einer Operation zur Öffnung oder Befreiung der Straße von Hormus teilnehmen“, sagte der französische Staatschef Emmanuel Macron in Paris.
Frankreich bemüht sich zwar um ein Geleit von Schiffen durch die für den Handel wichtige Meeresenge. Macron betonte aber erneut, dass dies erst geschehen könne, wenn die Bombardierungen weitestgehend vorbei seien und die Situation sich beruhigt habe.

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron. (Archivbild)
Copyright: Yoan Valat/Pool EPA/dpa
Netanjahu: Iraner können „Schicksal in eigene Hand nehmen“
15.01 Uhr: Nach der von Israels Regierung bekannt gegebenen Tötung des mächtigen iranischen Sicherheitschefs Ali Laridschani sieht der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu für die Iraner die Chance gegeben, „ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen“. In einem von seinem Büro verbreiteten Video erklärte Netanjahu am Dienstag, Laridschani sei der Chef der Revolutionsgarden gewesen, „jener Verbrecherbande, die den Iran in Wirklichkeit regiert“.
„Wir erschüttern dieses Regime in der Hoffnung, dem iranischen Volk die Chance zu geben, es loszuwerden“, fügte Netanjahu hinzu. Israels Verteidigungsminister Israel Katz hatte zuvor mitgeteilt, die israelische Armee habe Laridschani getötet, ebenso wie den Chef der Basidsch-Miliz, Gholamresa Soleimani. Die iranische Regierung bestätigte die Berichte über Laridschanis Tod zunächst nicht.
Ein Toter durch herabfallende Trümmerteile in Abu Dhabi
13.31 Uhr: Durch Trümmerteile einer abgefangenen Rakete ist in Abu Dhabi ein Mensch ums Leben gekommen. Die Trümmer gingen nach Regierungsangaben am Dienstag im Stadtteil Bani Yas in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate nieder. Bei dem Todesopfer handelt es sich demnach um einen Pakistaner.

Ein Flugzeug fliegt am an Rauchwolken vorbei, die von einem Brand in der Nähe des Dubai International Airport in Dubai aufsteigen. (Symbolbild)
Copyright: AFP
Seit Beginn des Kriegs hat der Iran bereits mehr als 1900 Raketen und Drohnen auf die Vereinigten Arabischen Emirate abgefeuert - mehr als auf jedes andere von Teheran attackierte Land. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi begründete dies damit, dass von den Emiraten aus die iranische Insel Charg angegriffen worden sei. Die Regierung in Abu Dhabi bestreitet das.
Polen will keine Soldaten in den Iran schicken
13.19 Uhr: Polens Regierung will keine Truppen in den Iran entsenden. „Das gilt sowohl für unsere Land-, Luft- als auch für unsere Seestreitkräfte, die sich noch im Aufbau befinden“, sagte Ministerpräsident Donald Tusk. Sein Land habe im Rahmen der Nato andere Aufgaben, und der Konflikt im Nahen Osten betreffe nicht unmittelbar Polens Sicherheit. „Und unsere Verbündeten, auch die Amerikaner, verstehen das.“
Israel: Iranischer Sicherheitschef Laridschani getötet
10.46 Uhr: Der einflussreiche iranische Funktionär Ali Laridschani ist nach israelischen Angaben bei einem Luftangriff in Teheran getötet worden. Wie der israelische Verteidigungsminister Israel Katz nach Angaben seines Büros erklärte, kam der Generalsekretär des Sicherheitsrats bei einem gezielten Angriff in der Nacht ums Leben.
Revolutionsgarden nehmen nach eigenen Angaben zehn „ausländische Spione“ fest
8.52 Uhr: Die iranischen Revolutionsgarden haben die Festnahme von zehn „ausländischen Spionen“ bekanntgegeben. „Zehn Söldner, die als Verräter identifiziert wurden, sind festgenommen worden“, erklärte der Geheimdienst der Revolutionsgarden am Dienstag laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Isna. Die Festnahmen erfolgten demnach in der nordostiranischen Provinz Razavi-Chorasan, die an Turkmenistan und Afghanistan grenzt.
Die Revolutionsgarden erklärten weiter, vier der Festgenommenen hätten an „sicherheitsrelevanten Standorten und wirtschaftlichen Einrichtungen“ Informationen gesammelt, die anderen sechs hätten Verbindungen zu einer „monarchistischen Terrorgruppe“. Zur Nationalität der Festgenommenen machten sie zunächst keine Angaben.
Iran verhandelt mit Fifa über WM-Spielverlegung von den USA nach Mexiko
6.30 Uhr: Wegen des Krieges im Nahen Osten arbeitet der iranische Fußballverband an einer Verlegung seiner WM-Spiele von den USA nach Mexiko. „Nachdem US-Präsident Donald Trump ausdrücklich erklärt hat, dass er die Sicherheit der iranischen Nationalmannschaft nicht gewährleisten kann, werden wir definitiv nicht nach Amerika reisen“, sagte Verbandspräsident Mehdi Taj in einer Stellungnahme, die auf dem X-Account der Botschaft des Landes veröffentlicht wurde.
Der Iran soll beim Turnier im Sommer (11. Juni bis 19. Juli) in der Vorrunde in Los Angeles gegen Neuseeland und Belgien antreten, danach in Seattle gegen Ägypten. Das WM-Quartier der Mannschaft wurde in Tucson/Arizona gebucht.
„Wir verhandeln derzeit mit der Fifa über die Austragung der iranischen Spiele bei der Weltmeisterschaft in Mexiko“, sagte Taj. Abolfazl Pasandideh, Irans Botschafter in Mexiko, verurteilte am Montag die mangelnde Kooperation der US-Regierung bei der Visa-Erteilung und der Bereitstellung logistischer Unterstützung für die Delegation im Vorfeld der WM.
Katarisches Verteidigungsministerium meldet Abwehr von Raketenangriff
6 Uhr: Die katarischen Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Doha einen Raketenangriff auf das Land abgewehrt. Der Raketenangriff auf Katar sei „abgefangen“ worden, erklärte das Ministerium am Dienstagmorgen im Onlinedienst X. Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP in Doha berichtete von mehreren Explosionen in der katarischen Hauptstadt.
In Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten kam es einem AFP-Journalisten zufolge ebenfalls zu mehreren Explosionen. Nach einer an Mobiltelefone gesendeten Raketenwarnung und einem Aufruf, „sofort einen sicheren Ort aufzusuchen“, waren demnach drei Explosionen zu hören.
Behörde: Frachter vor Oman von „unbekanntem Geschoss“ getroffen
5.10 Uhr: Ein Frachter ist nach Angaben der britischen Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) vor der Küste des Oman von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen worden. Bei dem Vorfall seien „geringfügige strukturelle Schäden“ und „keine Verletzungen unter der Besatzung“ gemeldet worden, erklärte die UKMTO am Dienstagmorgen im Onlinedienst X. Der Tanker lag demnach vor Anker, als er getroffen wurde.
Seit Beginn des Iran-Krieges sind in der Golfregion immer wieder Schiffe angegriffen worden. Die iranischen Revolutionsgarden haben zudem die Sperrung der für den weltweiten Seehandel wichtigen Straße von Hormus veranlasst. Durch die Meerenge werden normalerweise fast 20 Prozent des weltweiten Rohöls transportiert.
16. März
Trump verschiebt China-Reise wegen Iran-Kriegs
22.49 Uhr: Wegen des Iran-Kriegs vertagt US-Präsident Donald Trump seine geplante China-Reise. Er habe Peking um einen Aufschub von etwa einem Monat gebeten, sagte Trump am Montag in Washington. Ursprünglich wollte der US-Präsident vom 31. März bis zum 2. April nach China reisen und Präsident Xi Jinping treffen.
Die USA und China hätten ein sehr gutes Verhältnis, sagte Trump weiter. Wegen des Iran-Kriegs müsse er aber in Washington bleiben. Peking hatte die Reise bislang nicht bestätigt.

US-Präsident Donald Trump. (Archivbild)
Copyright: AFP
200 US-Soldaten in sieben Ländern im Iran-Krieg verwundet
22.06 Uhr: Im Iran-Krieg sind nach Angaben der US-Armee bisher rund 200 Soldatinnen und Soldaten verwundet worden. Es habe zehn Schwerverletzte gegeben, teilte der Sprecher für das Nahost-Kommando Centcom, Tim Hawkins, am Montag mit. Der Großteil der Verletzungen sei aber leicht gewesen. Mehr als 180 Soldaten hätten den Dienst bereits wieder aufgenommen.
Die Einsatzkräfte seien in sieben Ländern der Region verletzt worden, sagte Hawkins weiter. Dabei handele es sich um Bahrain, den Irak, Israel, Jordanien, Kuwait, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Nach vorherigen Angaben kamen im Iran-Krieg zudem 13 Soldatinnen und Soldaten ums Leben.
Fünf westliche Staaten rufen zu Verzicht auf Bodenoffensive auf
21.02 Uhr: Deutschland und vier weitere westliche Staaten haben Israel zum Verzicht auf eine großangelegte Bodenoffensive im Libanon aufgerufen. „Eine signifikante israelische Bodenoffensive hätte verheerende humanitäre Folgen und könnte zu einem langwierigen Konflikt führen. Dies gilt es abzuwenden“, hieß es am Montag in einer gemeinsamen Erklärung der Staats- und Regierungschefs und -chefinnen Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Kanadas und Großbritanniens. Die israelische Armee hatte zuvor einen „gezielten Bodeneinsatz“ gegen Stellungen der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Südlibanon bekanntgegeben.
Trümmer stürzen auf Heilige Stätten in Jerusalem
19.17 Uhr: Auf Heilige Stätten in Jerusalem sind Trümmer der Kämpfe im Iran-Krieg herabgestürzt. Stücke von Raketen und Luftabwehrgeschossen seien am Montag an mehreren Stellen der Altstadt gefunden worden, teilte die israelische Polizei mit. Einige dieser Trümmer hätten eine „beträchtliche Größe“. Gefunden worden seien die Trümmer unter anderem auf dem Tempelberg, an der Grabeskirche und im Jüdischen Viertel. Während der jüngsten iranischen Raketenangriffe auf Jerusalem habe es mehrere Abfangeinsätze der israelischen Streitkräfte gegeben, erklärte die Polizei.
Der Tempelberg mit dem Felsendom, der Al-Aksa-Moschee und als Ort des ehemaligen jüdischen Tempels ist ein zentrales Heiligtum sowohl für Muslime als auch für Juden. Die Grabeskirche wiederum zählt zu den größten Heiligtümern des Christentums. Sie steht an dem Ort, an dem der Überlieferung zufolge Jesus Christus nach seinem Tod am Kreuz beerdigt worden und wiederauferstanden sein soll.
Merz warnt vor Folgen von Bodenoffensive im Libanon
17.37 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat vor den Folgen einer israelischen Bodenoffensive im Libanon gewarnt. Eine solche Offensive würde die „hoch angespannte humanitäre Lage und das dramatische Fluchtgeschehen weiter verschärfen“, sagte Merz am Montag in Berlin. „Deshalb fordern wir unsere israelischen Freunde eindringlich auf: Schlagt diesen Weg nicht ein. Es wäre ein Fehler.“

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).
Copyright: Michael Kappeler/dpa
Laridschani bekräftigt Irans Widerstandskurs
17.20 Uhr: Der iranische Spitzenfunktionär Ali Laridschani hat angekündigt, dass Teheran seinen Widerstand gegen die USA und Israel fortsetzen will. In einem Schreiben an Muslime weltweit und an islamische Staaten erklärte er, der Iran verfolge weiterhin seinen „Weg des Widerstands gegen den großen und den kleinen Satan“.
Zugleich kritisierte Laridschani eine fehlende Solidarität aus anderen islamischen Ländern. Abgesehen von wenigen Ausnahmen - und auch dann nur auf politischer Ebene – sei kein Staat zu Hilfe gekommen. Laridschani ist Generalsekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats. Der 67-Jährige zählt derzeit zu den wichtigsten Krisenmanagern des Landes, insbesondere seit dem Tod des Revolutionsführers Ali Chamenei bei Angriffen der USA und Israels. (red, dpa, afp)

