Die USA und Israel setzen ihre Angriffe im Nahen Osten fort. Trump droht erneut mit heftigen Attacken. Alle Infos im Liveblog.
Krieg in NahostRauchsäule und Trümmerteile – Höchste Brücke im Iran bombardiert
Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog.
2. April
Wichtige Autobahnbrücke „B1“ bei Teheran erneut bombardiert
21.10 Uhr: Im Iran ist eine wichtige Autobahnbrücke zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit bombardiert worden. In der Großstadt Karadsch, einem Vorort westlich von Teheran, wurde die als „B1“ bekannte Brücke erneut bei einem Luftangriff getroffen, wie iranische Medien übereinstimmend berichteten. Der neue Angriff ereignete sich, als Rettungskräfte vor Ort im Einsatz waren, berichtete unter anderem die Nachrichtenagentur Fars.
Videos in den sozialen Medien zeigten dunkelgraue Rauchwolken nach den Raketeneinschlägen und Brückenelemente, die in sich zusammenstürzten. Das israelische Militär teilte auf Anfrage mit, nicht für den Angriff verantwortlich zu sein.
Bei dem ersten Angriff auf die Brücke, der erst im vergangenen Sommer fertiggestellt worden war, kamen iranischen Medienberichten zufolge mindestens zwei Menschen ums Leben. Mit einer Höhe von 132 Metern war sie die höchste Brücke im Iran und eine wichtige Verbindungsroute für Pendler aus Karadsch in die Hauptstadt und Millionenmetropole Teheran.
Teheran droht USA nach aggressiver Trump-Rede mit „vernichtenden“ Angriffen
18.57 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat mit einer aggressiven Fernsehansprache zum Iran-Krieg scharfe Reaktionen aus Teheran provoziert und neue Verunsicherung an den Öl- und Finanzmärkten ausgelöst. Die iranischen Streitkräfte drohten den USA und Israel am Donnerstag „vernichtende“ Angriffe an und feuerten zahlreiche Geschosse auf israelische Städte ab. Während Trumps Forderung an andere Staaten, die Straße von Hormus zu sichern, auf Ablehnung stieß, schnellte der Erdölpreis in die Höhe und Aktienkurse sanken.
Das zentrale Einsatzkommando der iranischen Armee drohte aber nach Trumps Rede mit „noch vernichtenderen, umfassenderen und zerstörerischeren Maßnahmen“. Der Iran attackierte am Donnerstag wiederholt Ziele in Israel, wo Pessach gefeiert wurde. Im Raum Tel Aviv wurden vier Menschen verletzt, in Jerusalem waren am Nachmittag Explosionen zu hören. Explosionen waren laut auch in der iranischen Hauptstadt Teheran zu hören.
Bekannte iranische Anwältin Sotudeh festgenommen
17.05 Uhr: Im Iran ist die bekannte Anwältin und Menschenrechtsaktivistin Nasrin Sotudeh nach Angaben ihrer Tochter erneut festgenommen worden. Sie habe seit der Festnahme keinen Kontakt zu ihrer Mutter, fügte Chandan hinzu.
Sotudeh wurde in den vergangenen Jahren wiederholt festgenommen und inhaftiert. Seit Jahren setzt sie sich für die Abschaffung der Todesstrafe im Iran und für die Menschenrechte ein. Sotudeh verteidigte zahlreiche politische Häftlinge als Anwältin. In mehreren Fällen verteidigte sie Frauen, die sich nicht an die strengen Verschleierungspflichten hielten.
Für ihren Einsatz wurde Sotudeh mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2012 mit dem Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments und 2020 mit dem Right Livelihood Award. Ihr ist der Dokumentarfilm „Nasrin“ aus dem Jahr 2020 gewidmet.
Vierte Hinrichtung im Iran im Zusammenhang mit jüngster Protestwelle
15.35 Uhr: Im Iran ist ein 18-Jähriger hingerichtet worden, der den Behörden zufolge während der jüngsten Protestwelle im Auftrag Israels und der USA gehandelt haben soll. „Amir-Hossein Hatami ist heute im Morgengrauen gehängt worden“, hieß es auf der Website der iranischen Justiz Misan Online am Donnerstag. Hatami habe Handlungen begangen, „welche die nationale Sicherheit gefährdet haben“. Demnach wurde ihm unter anderem der Versuch zu Last gelegt, in ein Armeezentrum einzudringen. Er habe „dort gelagerte Waffen an sich nehmen wollen“, hieß es weiter.
Hatami war im Februar gemeinsam mit sechs anderen Männern zum Tode verurteilt worden und wurde im Ghezel Hesar Gefängnis in der Nähe von Teheran hingerichtet, wie die in Norwegen ansässige Nichtregierungsorganisation Iran Human Rights (IHR) mitteilte. Hatami sei „gefoltert und nach erpressten Geständnissen in einem Scheinprozess verurteilt“ worden, kritisierte IHR-Chef Mahmood Amiry-Moghaddam.
Neutrales Österreich verbietet US-Überflüge für Iran-Krieg
15.10 Uhr: Österreich hat seit Beginn des Iran-Kriegs alle Überflüge von US-Militärflugzeugen in die Konfliktregion im Nahen und Mittleren Osten abgelehnt. Der Grund sei Österreichs Status als neutraler Staat, erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Wien. Wie viele Flüge verboten wurden, teilte der Sprecher nicht mit. Jedes US-Ansuchen über die Nutzung des Luftraumes werde einzeln geprüft, sagte er. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur APA berichtet.
Die ebenfalls neutrale Schweiz hatte zwei US-Aufklärungsflugzeugen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg den Überflug untersagt, wie die Regierung in Bern Mitte März mitteilte. Wartungs- und Transportflüge im Kontext des Kriegs wurden jedoch genehmigt.
Spanien hat seinen Luftraum für alle Flugzeuge gesperrt, die mit dem Konflikt in Verbindung stehen. Die Regierung des Nato-Staats argumentiert, dass der Krieg der USA und Israels gegen den Iran völkerrechtswidrig sei.
NRW verlängert Abschiebestopp in den Iran
11.10 Uhr: Nordrhein-Westfalen verlängert den Abschiebestopp in den Iran um weitere drei Monate bis Mitte Juli. Die Sicherheitslage im Iran habe sich durch den Krieg deutlich verschärft, begründete NRW-Fluchtministerin Verena Schäffer (Grüne) den Schritt. „Für Straftäter und Gefährder gilt der Abschiebestopp nicht“, sagte sie. Bereits im Januar hatte NRW angesichts der massiven Menschenrechtsverletzungen und des brutalen Vorgehens gegen die Zivilbevölkerung im Iran Abschiebungen dorthin ausgesetzt. Ein Abschiebestopp gilt deswegen auch in mehreren anderen Bundesländern.
Hisbollah meldet Angriffe auf Israels Norden
7.57 Uhr: Die vom Iran unterstützte Hisbollah im Libanon hat nach eigenen Angaben neue Raketen und Drohnen auf den Norden Israels abgefeuert. Sie habe israelische Soldaten im Grenzgebiet mit Raketen angegriffen, teilte die pro-iranische Miliz am Donnerstag mit. Zudem habe sie eine israelische Ortschaft mit Drohnen attackiert, hieß es in einer separaten Hisbollah-Erklärung.
Nach Angaben des israelischen Heimatfrontkommandos wurde im Norden Israels Luftalarm ausgelöst. Berichte über Opfer oder Schäden lagen zunächst nicht vor.
Israelische Armee meldet drei Angriffswellen mit Raketen
4.57 Uhr: Die israelische Armee hat in der Nacht zum Donnerstag drei Angriffswellen mit Raketen aus dem Iran gemeldet. Die dritte Angriffswelle erfolgte kurz nachdem US-Präsident Donald Trump in Washington eine Ansprache an die Nation zum Iran-Krieg gehalten hatte. Israelische Medien berichteten von mehreren leicht verletzten Menschen.
Nach dem ersten Angriff teilte die israelische Polizei mit, Einsatzkräfte seien zu „mehreren“ Einschlagsorten im Zentrum Israels gerufen worden. Israelische Medien bezifferten die Zahl der Einschläge auf neun. Vier Menschen seien dabei leicht verletzt worden, berichteten Medien unter Berufung auf Sanitäter. In Medienberichten wurden die Schäden in einem relativ weiten Gebiet auf den Einsatz von Streumunition zurückgeführt.
Trump droht mit schweren Angriffen in den nächsten Wochen
3.43 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat für die nächsten zwei bis drei Wochen schwere Angriffe der US-Armee auf den Iran angekündigt. „Wir werden sie in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen“, sagte Trump am Mittwochabend (Ortszeit) in einer Ansprache an die Nation. „Wir werden sie in die Steinzeit zurückversetzen, wo sie hingehören“, fügte er hinzu und drohte erneut mit Angriffen auf iranische Energieanlagen.
1. April
Israels Armee: Angriff auf Dutzende Militäreinrichtungen in Teheran
22.05 Uhr: Die israelische Luftwaffe hat nach Angaben der Armee Dutzende Militäreinrichtungen in der iranischen Hauptstadt Teheran angegriffen. In der Nacht auf Mittwoch seien auf Grundlage von Geheimdienstinformationen allein 15 Waffenproduktionsstätten „im Herzen Teherans“ angegriffen worden, teilte die israelische Armee auf Telegram mit. Darunter befinde sich ein zentraler Komplex des iranischen Verteidigungsministeriums mit Produktionsstätten für Raketen, die gegen Flugzeuge und ferngesteuerte Fluggeräte eingesetzt werden sollten.
Darüber hinaus seien Luftabwehrsysteme, Abschussrampen sowie Produktions- und Lagerstätten für Raketen angegriffen worden. Allein in den vergangenen zwei Tagen habe die israelische Luftwaffe Angriffe auf rund 400 Ziele des „iranischen Terrorregimes“ geflogen, hieß es weiter. Der von Israel und den USA begonnene Krieg befindet sich bereits in der fünften Woche.
Irans Außenamtssprecher: Keine Bitte um Waffenruhe
19.30 Uhr: Irans Außenamtssprecher hat die Aussage von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen, wonach sein Land um eine Waffenruhe gebeten habe. Die Aussagen Trumps seien falsch und unbegründet, wurde Ismail Baghai vom Staatssender Irib zitiert. „Das sind Täuschungen der USA, um ihre illegitime Kriegspolitik zu rechtfertigen“, sagte Baghai laut dem Bericht. Der Iran sei derzeit feindlichen Angriffen ausgesetzt und werde seine Vergeltungsschläge weiterführen. Daher achte Teheran auch nicht auf solch irreführende und grundlose Äußerungen, sagte der Sprecher.
red/afp/dpa
