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Krieg in Nahost
US-Geheimdienstanalyse stellt Trumps Begründung für Iran-Krieg infrage

8 min

Die USA und Israel setzen ihre Angriffe im Nahen Osten fort. US-Präsident Trump verlangt Hilfe von der Nato. Alle Infos im Liveblog.

Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog.

18. März

US-Geheimdienstanalyse stellt Trumps Begründung infrage

18.25 Uhr: Eine aktuelle US-Geheimdienstanalyse stellt die Begründung von US-Präsident Donald Trump für den Iran-Krieg infrage. Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard erklärte am Mittwoch, der Iran habe seine Nuklearanlagen seit den vernichtenden US-israelischen Luftangriffen vom vergangenen Juni nicht wieder aufgebaut. Trump hatte den Krieg unter anderem damit begründet, Teheran stehe kurz vor dem Bau von Atomwaffen und könne damit „bald“ sogar die USA angreifen.

Durch den US-israelischen Einsatz „Mitternachtshammer“ vom Juni 2025 sei Irans Atomanreicherungsprogramm „vernichtet“ worden, bekräftigte Gabbard in ihrer schriftlichen Erklärung vor einer Anhörung im Geheimdienstausschuss des Senats. „Seitdem hat es keinerlei Bemühungen gegeben, die Anreicherungskapazitäten wieder aufzubauen“, heißt es darin unter Berufung auf Erkenntnisse der Geheimdienste.

Trump hatte die US-israelischen Luftangriffe ab dem 28. Februar mit einer „unmittelbar bevorstehenden Bedrohung“ durch das iranische Atomprogramm begründet. In seiner Rede zur Lage der Nation am 25. Februar hatte er dem Iran zudem vorgeworfen, „Raketen zu bauen, die bald die Vereinigten Staaten von Amerika erreichen werden“.

Katar: Israels Angriff auf Gasanlagen „unverantwortlich“

16.55 Uhr: Katar hat Israel für einen Angriff auf Anlagen der iranischen Gasindustrie am größten Gasfeld der Welt verantwortlich gemacht und diesen scharf verurteilt. Es handle sich um einen „gefährlichen und unverantwortlichen Schritt inmitten der aktuellen militärischen Eskalation in der Region, erklärte der katarische Außenamtssprecher Madschid al-Ansari auf X.

Das Gasfeld „South Pars“ befindet sich im Persischen Golf und wird vom Iran und Katar ausgebeutet. Iranische Medien hatten zuvor berichtet, dass Anlagen bei der Industriestadt Asalujeh bombardiert worden sein. Israelische Medien meldeten, die Luftwaffe habe die iranische Gasproduktion im Süden des Landes angegriffen. Asalujeh liegt nahe dem riesigen Gasfeld.

WHO: Rund 2.300 tote Zivilisten im Nahen und Mittleren Osten

16.35 Uhr: Im Krieg im Nahen und Mittleren Osten sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bislang mehr als 2.300 Zivilisten ums Leben gekommen. Mehr als 1.400 Tote seien im Iran gemeldet worden, fast 900 im Libanon und 20 in Israel, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in einer Pressekonferenz in Genf. Tausende Menschen in den drei Ländern seien verletzt worden.

Tedros äußerte sich auch äußerst besorgt über Dutzende Attacken auf Gesundheitseinrichtungen und medizinisches Personal in der Region. „Angriffe auf die Gesundheitsversorgung verletzen internationales Recht“, betonte er. Bislang hat die WHO im Libanon 28 solche Angriffe mit 30 Toten und 25 Verletzten verifiziert. Im Iran waren laut der UN-Gesundheitsorganisation seit Kriegsbeginn 20 Angriffe mit 9 Toten. In Israel kam es zu zwei Angriffen auf das Gesundheitswesen.

Donald Trump legt im Disput um Straße von Hormus nach

15.09 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat den Verbündeten gedroht, sie mit der Absicherung der Straße von Hormus alleine zu lassen. Er schrieb am Mittwoch in seinem Onlinedienst Truth Social, er könne die Länder, welche die Meerenge für den Schiffsverkehr nutzten, selbst eine Lösung finden lassen. Er reagierte damit auf die Weigerung Deutschlands und zahlreicher anderer Länder, die USA militärisch in dem Seegebiet zu unterstützen.

„Ich frage mich, was passieren würde, wenn wir den Rest des iranischen Terrorstaates ‚fertigmachen‘ und die Länder, die (die Straße von Hormus) nutzen – wir tun es nicht – für die sogenannte ‚Straße‘ verantwortlich sein lassen würden?“, schrieb Trump. „Das würde einige unserer reaktionsschwachen ‚Verbündeten‘ auf Trab bringen, und zwar schnell!!!“

Der US-Präsident hatte den Partnern am Dienstag mangels Hilfzusagen einen „sehr dummen Fehler“ attestiert und die Haltung von Deutschland und anderen Ländern „sehr schockierend“ genannt. Zugleich schrieb er auf Truth Social, die USA bräuchten die Unterstützung der Verbündeten gar nicht.

Medien: Israel greift iranische Gasindustrie an

14.27 Uhr: Israel hat im Krieg gegen den Iran Medienberichten zufolge Teile der Gasindustrie am Persischen Golf bombardiert. Betroffen seien petrochemische Anlagen bei der Industriestadt Asalujeh, berichteten die Nachrichtenagenturen Tasnim und Mehr. Die Bombardierungen könnten weiteres Eskalationspotenzial in dem Krieg haben.

Die Zeitung „Times of Israel“ meldete unter Berufung auf Regierungskreise, dass die Luftwaffe die iranische Gasproduktion im Süden des Landes angegriffen habe, darunter die größte derartige Anlage in der Provinz Buschehr. Laut dem Portal „Axios“, das sich ebenfalls auf Regierungskreise bezog, sollen die Attacken mit den USA abgestimmt und koordiniert gewesen sein.

Bei Asalujeh am Persischen Golf liegt mit „South-Pars“ das größte Gasfeld der Welt, das sich der Iran mit Katar teilt. Die Region ist zentral für den iranischen Energiesektor und deckt etwa 70 Prozent der heimischen Gasversorgung.

„South-Pars“ ist das weltweit größte Gasfeld. Berichten zufolge hat Israel dort nun Anlagen angegriffen. (Archivbild)

„South-Pars“ ist das weltweit größte Gasfeld. Berichten zufolge hat Israel dort nun Anlagen angegriffen. (Archivbild)

Wadephul und Frankreichs Außenminister rufen zur Deeskalation auf

13.41 Uhr: Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) und sein französischer Kollege Jean-Noël Barrot haben zu einer Deeskalation im Iran-Krieg aufgerufen und vor den Folgen des Konflikts für Europa gewarnt. Der Krieg habe „ein wirkliches Eskalationspotenzial, was nicht nur diese Region, sondern die Welt insgesamt in eine allergrößte Krise stürzen kann“, sagte Wadephul am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Barrot in Berlin.

Johann Wadephul (CDU), Außenminister von Deutschland, warnt vor einer Eskalation.

Johann Wadephul (CDU), Außenminister von Deutschland, warnt vor einer Eskalation.

„Allein die Düngerversorgung, die aus dieser Region sichergestellt wird, ist so essenziell, dass bei einem längeren Ausbleiben eine Nahrungsmittelkrise in großen Teilen Afrikas drohte“, fuhr der CDU-Politiker fort. „Das muss uns mit Besorgnis erfüllen wegen der Menschen, die leiden würden, und natürlich auch der Flüchtlingsströme, die sich daraus ergeben können.“

Frankreichs Außenminister Barrot warnte vor „erheblichen Risiken für unsere Interessen, für die Sicherheit unserer Landsleute vor Ort, aber auch für unsere Partner und die Weltwirtschaft“.

Mindestens vier Explosionen in Erbil im Nordirak zu hören

12.50 Uhr: In der Stadt Erbil in der autonomen Kurdenregion im Nordirak sind am Mittwoch mindestens vier Explosionen zu hören gewesen. AFP-Journalisten beobachteten, wie Geschosse über der Stadt abgefangen wurden. Die genauen Ziele waren zunächst unklar.

In Erbil befindet sich ein großer US-Konsulatskomplex. Auf dem Flughafen der Stadt sind Soldaten der von den USA geführten Anti-Dschihadisten-Koalition stationiert.

Israel: Iranischer Geheimdienstminister Chatib getötet

11.33 Uhr: Die israelische Armee hat nach Angaben von Verteidigungsminister Israel Katz den iranischen Geheimdienstminister Esmail Chatib getötet. „In der vergangenen Nacht ist auch Irans Geheimdienstminister Chatib ausgeschaltet worden“, erklärte Katz am Mittwoch. Einen Tag zuvor hatte Katz die Tötung des iranischen Sicherheitschefs Ali Laridschani und des Chefs der Basidsch-Miliz, Gholamresa Soleimani, bekanntgegeben.

Mehrere Tote und Dutzende Verletzte bei Angriff im Iran

10.22 Uhr: Bei einem israelisch-amerikanischen Angriff sind nach Angaben aus dem Iran mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. 56 weitere Menschen seien verletzt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim. Der Luftangriff traf ein Wohngebiet der westlichen Stadt Dorud, wie es in dem Bericht unter Berufung auf den Vizegouverneur der Provinz Lorestan hieß.

USA setzen Bunkerbrecher gegen Stellungen an Straße von Hormus ein

8.54 Uhr: Die US-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bunkerbrechende Bomben eingesetzt, um besonders geschützte iranische Raketenstellungen an der Straße von Hormus anzugreifen. „Mehrere“ der Bomben mit einem Gewicht von jeweils knapp 2,3 Tonnen seien „erfolgreich eingesetzt“ worden, teilte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) mit.

Die Spezialmunition mit besonderer Durchdringungskraft kommt etwa bei Angriffen auf besonders verstärkte Einrichtungen oder unterirdische Bunkeranlagen zum Einsatz. Nach Angaben des US-Militärs zielte der Angriff auf Stellungen mit Marschflugkörpern ab, die gegen Schiffe eingesetzt werden sollten. Sie hätten „eine Bedrohung für den Schiffsverkehr in der Meerenge“ dargestellt.

Iran richtet mutmaßlichen Mossad-Spion hin

8.12 Uhr: Irans Justiz hat einen mutmaßlichen Spion für den israelischen Geheimdienst Mossad hinrichten lassen. Das Todesurteil sei am Morgen vollstreckt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim. Der Mann sei im vergangenen Jahr während des Zwölftagekriegs in einer ländlichen Region westlich der Hauptstadt Teheran festgenommen worden.

Bei der Festnahme seien eine große Menge Bargeld sowie Spionage- und Satellitentelefone gefunden worden, hieß es bei Tasnim weiter. Dem Mann wurde vorgeworfen, Bilder und Informationen über sensible Anlagen an den Mossad übermittelt zu haben. Angeworben sei er ursprünglich durch einen Führungsoffizier in Schweden. Es habe auch ein Treffen in Berlin stattgefunden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig verifizieren.

Israel attackiert Libanons Hauptstadt – Sechs Tote gemeldet

18.03.2026, Libanon, Beirut: Rettungskräfte durchsuchen die Trümmer eines durch einen israelischen Luftangriff zerstörten Gebäudes im Zentrum von Beirut, Libanon. Foto: Hussein Malla/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Rettungskräfte durchsuchen die Trümmer eines durch einen israelischen Luftangriff zerstörten Gebäudes im Zentrum von Beirut, Libanon.

7.15 Uhr: In Beirut, der Hauptstadt des Libanon, haben israelische Luftattacken laut dem Gesundheitsministerium des Landes mindestens sechs Menschenleben gefordert und 24 Personen verletzt. Ein Fotograf der Deutschen Presse-Agentur (dpa) meldete, dass eine Detonation den Stadtteil Baschura früh am Mittwochmorgen erschütterte. Dabei sei ein Hochhaus getroffen und vollständig zerstört worden.

Iran rächt Laridschani: Weitere Tote bei Angriff auf Israel

5.38 Uhr: Bei einem heftigen iranischen Raketenangriff aus Rache für den Tod eines Spitzenfunktionärs der Islamischen Republik sind zwei Menschen in Israel getötet worden. Bei dem Angriff setzten die iranischen Streitkräfte Medienberichten zufolge mit Streumunition versehene Gefechtsköpfe ein. Am Einschlagsort in der Stadt Ramat Gan nahe Tel Aviv seien ein Mann und eine Frau im Alter zwischen 70 und 80 Jahren getötet worden, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit.

Mit der Attacke sei die Tötung des Generalsekretärs des Nationalem Sicherheitsrats im Iran, Ali Laridschani, vergolten worden, berichtete die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim.

Israel fliegt neue Angriffe auf Ziele im Südlibanon

4.40 Uhr: Die israelische Luftwaffe greift nach eigenen Angaben erneut Ziele im Süden des Libanons an. Die Angriffe gelten der Infrastruktur der vom Iran unterstützten Terrororganisation Hisbollah, wie das Militär mitteilte. Zuvor hatten die israelischen Streitkräfte Bürger in der südlibanesischen Stadt Tyros zur Flucht aufgefordert, nachdem laut Armeeangaben Raketen aus der Region auf Israel abgefeuert worden waren.

Geschoss auf Gelände von iranischem Atomkraftwerk eingeschlagen

2.49 Uhr: Im Zuge der Angriffe Israels und der USA auf den Iran ist auf dem Gelände des Atomkraftwerks Buschehr nach Angaben aus Teheran ein Geschoss eingeschlagen. Bei dem Vorfall sei das Kraftwerk nicht beschädigt worden, teilten die iranischen Behörden der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) mit. Es habe auch keine Verletzten gegeben. IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi rief zu höchster Zurückhaltung in dem Konflikt auf, um einen nuklearen Unfall zu vermeiden.

Das iranische Atomkraftwerk Buschehr. (Archivbild)

Das iranische Atomkraftwerk Buschehr. (Archivbild)

Die Atomanlage Buschehr, das einzige iranische Kernkraftwerk, liegt etwa 760 Kilometer südlich von Teheran am Persischen Golf. Sein Reaktor russischer Bauart liefert seit 2011 Strom. Der staatliche russische Atomkonzern Rosatom baut derzeit einen zweiten Reaktorblock.

Zugleich kritisierte Laridschani eine fehlende Solidarität aus anderen islamischen Ländern. Abgesehen von wenigen Ausnahmen - und auch dann nur auf politischer Ebene – sei kein Staat zu Hilfe gekommen. Laridschani ist Generalsekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats. Der 67-Jährige zählt derzeit zu den wichtigsten Krisenmanagern des Landes, insbesondere seit dem Tod des Revolutionsführers Ali Chamenei bei Angriffen der USA und Israels. (red, dpa, afp)