Donald Trump hat seine Plattform Truth Social erneut für wüste Worte genutzt – und ein verstörendes Video eines Mordes veröffentlicht.
MAGA-Streit, Orbán, MordvideoTrump gibt drei schrille Statements in wenigen Stunden ab

US-Präsident Donald Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. (Archivbild)
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US-Präsident Donald Trump hat mit mehreren Beiträgen, die innerhalb weniger Stunden am Donnerstag und Freitag (10. April) auf seiner Plattform Truth Social veröffentlicht wurden, für Aufsehen gesorgt. Der Republikaner äußerte sich in den Posts ausführlich über illegale Einwanderung, Kritik von rechten Kommentatoren an seinem Kurs gegenüber dem Iran und zum ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán, der massive Unterstützung im Wahlkampfendspurt erhält.
1. Donald Trump attackiert rechte Kommentatoren
In einer ausführlichen Tirade äußerte sich Trump zunächst erbost über bekannte Kommentatoren aus seinem eigenen Lager, die sich gegen den Iran-Krieg ausgesprochen und das Vorgehen des US-Präsidenten zuletzt öffentlich kritisiert hatten. „Das sind dumme Leute, sie wissen es selbst, ihre Familien wissen es und alle anderen wissen es auch“, schrieb Trump in einer wütenden Tirade.
Zu den von ihm unter anderem als „Spinner“ und „Unruhestifter“ bezeichneten Kommentatoren gehören bekannte Namen aus dem rechten „MAGA“-Lager wie die ehemaligen Fox-News-Journalisten Tucker Carlson und Megyn Kelly sowie die Verschwörungsideologen Alex Jones und Candace Owens.
Die von Trump Geschmähten hatten den US-Präsidenten wegen des Iran-Kriegs lautstark kritisiert. Sie warfen ihm vor, Wahlkampfversprechen gebrochen zu haben, wonach er die USA nicht in Kriege hineinziehen würde. Einige Kommentatoren beschuldigten Trump auch, sich Druck aus Israel gebeugt zu haben. Der Streit belegt die Spaltung im Trump-Lager über den Iran-Krieg. Für die Republikanische Partei bedeutet dies ein Risiko mit Blick auf die sogenannten Zwischenwahlen im November.
2. Donald Trump mischt sich in Ungarn-Wahlkampf ein
Wenige Stunden nach der Attacke auf die Kritiker aus seinem eigenen Lager äußerte sich Trump in einem längeren Beitrag schließlich zum Wahlkampf in Ungarn – und ließ Ministerpräsident Viktor Orbán, der in den Umfragen derzeit zurückliegt, seine Unterstützung zukommen.
„Geht raus und wählt Viktor Orbán“, schrieb Trump in Großbuchstaben mit Blick auf die Wahl am Sonntag bei Truth Social. Orbán sei ein „wahrer Freund, Kämpfer und Gewinner“, fügte der US-Präsident hinzu. Trump, der regelmäßig andere europäische Länder kritisiert, betonte zudem: „Ich stehe voll und ganz hinter ihm!“

US-Präsident Donald Trump (l.) begrüßt Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán im Weißen Haus. (Archivbild)
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In dieser Woche war bereits US-Vizepräsident JD Vance als Wahlkampfunterstützung für Orbán nach Ungarn gereist. Der Rechtspopulist gilt als Verbündeter Trumps. Bei den Parlamentswahlen am Sonntag droht ihm Umfragen zufolge jedoch eine Niederlage.
Die meisten Befragungen sehen die Tisza-Partei seines Herausforderers Péter Magyar deutlich vor der Fidesz-Partei von Orbán. In der EU steht der Ungar wegen des Abbaus von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in der Kritik. Auffallend ist auch Orbáns Nähe zu Kremlchef Wladimir Putin, dessen Narrative er in den von ihm kontrollierten Medien verbreiten lässt.
3. Donald Trump veröffentlicht verstörendes Mordvideo
Nach der vehementen Einmischung in den ungarischen Wahlkampf lieferte Trump schließlich eine weitere Tirade – und veröffentlichte zusätzlich ein verstörendes Video, auf dem seinen Angaben zufolge der Mord an einer Frau im US-Bundesstaat Florida zu sehen sein soll. Das Video zeigt laut dem „Guardian“ einen Mann, der von den US-Behörden als haitianischer Einwanderer identifiziert wurde, wie er mit einem Hammer eine Frau zu Tode prügelt. Aufgenommen wurde die Szene Berichten zufolge von einer Überwachungskamera vor einer Tankstelle in Fort Myers.
Das US-Heimatschutzministerium erklärte in einer Stellungnahme, der in dem Video zu sehende mutmaßliche Angreifer sei 2022 von der Biden-Regierung „freigelassen“ und vorübergehend unter Schutz gestellt worden. Ob diese Information korrekt ist, blieb jedoch zunächst unklar.
Während das Ministerium zuvor bereits ein Video der Tat veröffentlicht hatte, in dem die brutalsten Szenen gepixelt waren, veröffentlichte der US-Präsident die Aufnahme nun ohne derartige Schutzmaßnahmen, versah seinen Beitrag jedoch mit einer paradoxen Warnung. „Ich empfehle, dass Sie sich diese Aufnahme nicht ansehen, weil sie so furchtbar ist“, schrieb Trump und nutzte das Video dann für eine Attacke auf seinen Amtsvorgänger Joe Biden.
„Ein krimineller illegaler Einwanderer aus Haiti, der von dem schlechtesten Präsidenten der Geschichte, dem korrupten Joe Biden, und den radikalen Demokraten ins Land gelassen wurde, hat gerade eine unschuldige Frau mit einem Hammer zu Tode geprügelt“, hieß es von Trump, der die Tat als Beleg für seine Migrationspolitik darstellte. Die USA verwandelten sich in eine „Müllhalde“ für Kriminelle aus aller Welt, behauptete der US-Präsident, und fügte hinzu: „Wenn man die Dritte Welt importiert, wird man selber zur Dritten Welt.“

