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US-Präsident wohl nicht informiertMelania Trump „verblüfft“ mit mysteriöser Epstein-Erklärung

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Melania Trump, First Lady der USA, gibt eine Erklärung zum Fall Jeffrey Epstein ab.

Melania Trump, First Lady der USA, gibt eine Erklärung zum Fall Jeffrey Epstein ab. 

Die First Lady äußert sich überraschend zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein – Donald Trump soll davon vorab nichts gewusst haben. 

Die First Lady der USA, Melania Trump, hat bestritten, ihren Ehemann Donald Trump über den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein kennengelernt zu haben. „Ich bin nicht Epsteins Opfer, Epstein hat mich nicht Donald Trump vorgestellt“, sagte die 55-Jährige am Donnerstag bei einem unangekündigten Auftritt im Weißen Haus. „Die Lügen, die mich mit dem schändlichen Jeffrey Epstein in Verbindung bringen, müssen heute ein Ende haben“, forderte das frühere Model vor laufenden Kameras.

Sie habe ihren Ehemann zufällig auf einer Feier der Stadt New York im Jahr 1998 kennengelernt, sagte Melania Trump weiter. Über sie und Epstein kursierten seit Jahren „zahlreiche gefälschte Bilder und Behauptungen“ im Internet. „Seien Sie vorsichtig, woran Sie glauben. Diese Bilder und Geschichten sind völlig falsch“, hieß es weiter von der First Lady. 

Melania Trump gibt Erklärung zu Jeffrey Epstein ab

Ob sich Melania Trump auf neue Veröffentlichungen bezog, war zunächst nicht ganz klar. Auf einem bereits länger bekannten Foto aus dem Jahr 2000 sind Trump und seine heutige Frau mit Epstein und seiner Komplizin Ghislaine Maxwell zu sehen.

Epstein stand unter Verdacht, mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen sexuell missbraucht, vergewaltigt und teils an Prominente vermittelt zu haben. Er wurde 2008 erstmals verurteilt, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Nach einem umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft musste er jedoch nur 13 Monate Haft absitzen.

Melania Trumps Epstein-Auftritt sorgt für Spekulationen

Einen Monat, nachdem Epstein 2019 unter anderem wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen worden war, wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach offiziellen Angaben beging er Suizid.

Dass Melania Trump sich nun ohne nachvollziehbaren Anlass zu Epstein äußert, sorgt unterdessen für Rätselraten und Spekulationen darüber, dass die First Lady möglicherweise einer anstehenden Veröffentlichung vorzugreifen. „Okay, wer wird nun die Melania/Epstein-Story veröffentlichen, der sie gerade zuvorkommen wollte?“, schrieb etwa der bekannte Podcaster Jon Favreau auf der Plattform X. Viele weitere Beiträge in dem sozialen Netzwerk fielen ähnlich aus. 

„Einige Mitarbeiter des Weißen Hauses waren verblüfft“

Auch innerhalb der US-Regierung soll der Auftritt der First Lady für Wirbel gesorgt haben. „Einige Mitarbeiter des Weißen Hauses waren verblüfft über den Zeitpunkt der Äußerungen der First Lady, was Gerüchte auslöste, sie wolle einer Entwicklung zuvorkommen“, berichtete etwa die CNN-Reporterin Kristen Holmes.

Ein Regierungsmitarbeiter soll demnach berichtet haben, dass es unter den Vertrauten von Melania Trump Uneinigkeit darüber gegeben habe, ob die Äußerungen getätigt werden sollten oder nicht, führte Holmes aus. Da im Internet jedoch weiterhin Berichte kursieren, die die First Lady mit Epstein in Verbindung bringen, habe Melania Trump schließlich auf eine „entschiedene Zurückweisung“ bestanden. 

Demokraten begrüßen Überraschungsauftritt von Melania Trump

Melania Trump rief bei ihrem Auftritt auch den US-Kongress auf, die Epstein-Opfer öffentlich anzuhören und die Aussagen zu protokollieren. „Jede einzelne Frau sollte an einem Tag die Gelegenheit haben, ihre Geschichte öffentlich zu erzählen, wenn sie dies möchte“, sagte die Ehefrau des US-Präsidenten. „Dann, und nur dann, werden wir die Wahrheit erfahren.“

Die oppositionellen Demokraten begrüßten den Überraschungsauftritt der First Lady, mit dem der Fall Epstein erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs vor fast sechs Wochen wieder Schlagzeilen machte. Der führende Demokrat im Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses, Robert Garcia, forderte „unverzüglich“ eine Anhörung der Opfer.

„Wir stimmen der Forderung der First Lady Melania Trump nach einer öffentlichen Anhörung mit den Überlebenden von Jeffrey Epstein zu“, schrieb Garcia auf der Plattform X. 

Wusste Donald Trump vorab von der Epstein-Erklärung seiner Frau?

Unklar blieb derweil, ob US-Präsident Donald Trump über den Auftritt seiner Frau vorab informiert wurde. Ein Sprecher der First Lady erklärte gegenüber der „New York Times“, dass Trump zwar gewusst habe, dass seine Frau eine Erklärung abgeben wolle, es blieb jedoch unklar, ob der US-Präsident auch über den Inhalt der Erklärung vorab informiert worden war. Das Weiße Haus reagierte nach Angaben der US-Zeitung bisher nicht auf eine Bitte um eine Stellungnahme.

Die „MS Now“-Reporterin Jacqueline Alemany berichtete unterdessen auf der Plattform X, dass Trump „nichts“ über die Inhalte des Statements seiner Frau vorab gewusst habe, das habe der US-Präsident in einem Telefonat erklärt. 

Der Sexualstraftäter Epstein hatte zahlreiche prominente Bekannte, unter ihnen den britischen Prinzen Andrew und Donald Trump. Der heutige US-Präsident überwarf sich nach eigener Darstellung mit seinem früheren Nachbarn Epstein, als dieser junge Frauen aus seinem Klub Mar-a-Lago in Florida abwarb.

Häme in sozialen Netzwerken: Ablenkung von Trumps Iran-Krieg?

Trump hatte den Epstein-Skandal stets als „Täuschungsmanöver“ der Demokraten bezeichnet und immer wieder gefordert, den Mantel des Schweigens darüber zu hüllen. Auch deshalb sorgt der plötzliche Epstein-Auftritt der First Lady nun für Stirnrunzeln – und Häme in den sozialen Netzwerken.

Während Trump in der Vergangenheit vorgeworfen worden war, etwa mit seinen Attacken auf Venezuela oder den Iran vom Epstein-Skandal ablenken zu wollen, scherzen nun viele Nutzer in sozialen Netzwerken, dass Melanias Epstein-Auftritt jetzt vom Krieg gegen den Iran ablenken solle. (mit afp)