US-Präsident Donald Trump hat mit einem Bild, das ihn als Jesus zeigt, für einen Aufschrei gesorgt. Seine Erklärung fällt eigentümlich aus.
Empörung über „Gotteslästerung“Trump löscht „bizarres“ Jesus-Bild – und liefert skurrile Erklärung

US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus. (Archivbild)
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US-Präsident Donald Trump hat ein KI-generiertes Bild auf seiner Online-Plattform Truth Social gelöscht, auf dem er selbst als Jesus-ähnliche Figur abgebildet war. Das Bild zeigte Trump am Krankenbett eines Patienten, flankiert von einer Krankenschwester, die bewundernd dabei zuschaut, wie der US-Präsident den Mann im Krankenbett mit dem göttlichen Licht in seinen Händen heilt.
Nach der Löschung erklärte Trump gegenüber Journalisten, das Bild habe ihn gar nicht als Jesus darstellen sollen. „Es soll mich als Arzt zeigen, der Menschen gesund macht“, erklärte der US-Präsident. Kardinal Timothy Radcliffe kommentierte diese Erklärung trocken: Er habe in seinem Leben viele Ärzte kennengelernt – aber keiner von ihnen habe „so geleuchtet“.
Donald Trump löscht KI-Bild von sich als Jesus: „Ehrlich gesagt bizarr“
Trumps Beitrag sei „ehrlich gesagt bizarr“, sagte der Kardinal weiter gegenüber der BBC. Viele Leute würden das Bild für „blasphemisch“ halten, hieß es weiter. „Ich glaube, das impliziert einen Angriff auf das Christentum, was Präsident Trump meiner Meinung nach nicht beabsichtigt hat“, erklärte Radcliffe. „Aber es zeugt von einem völligen Missverständnis dessen, worum es im Christentum eigentlich geht.“

Nachdem er den Papst scharf kritisiert hatte, postete Donald Trump ein Foto von sich als Jesus Christus – und löschte es wieder.
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Der Beitrag hatte zuvor breite Kritik ausgelöst – selbst im eigenen Lager. Auch bei einigen Republikanern war nach Trumps Attacken von „Gotteslästerung“ die Rede. Die Trump-nahe Aktivistin Riley Gaines distanzierte sich vom US-Präsidenten: „Ein bisschen Demut würde ihm guttun. Gott lässt sich nicht verspotten.“
Die ehemalige Trump-Unterstützerin Marjorie Taylor Greene meldet sich ebenfalls zu Wort: Das KI-Bild folge auf bösartige Tiraden und die Drohung des US-Präsidenten, „eine ganze Zivilisation zu töten“, schrieb die Ex-Abgeordnete mit Blick auf Trumps jüngste Rhetorik. „Ich verurteile das vollkommen und bete dagegen“, fügte Taylor Greene hinzu.
Papst Leo kontert Attacke: „Keine Angst vor der Trump-Regierung“
Das Bild war Teil einer nächtlichen Posting-Offensive, in der Trump auch Papst Leo XIV. als „schwach“ und „furchtbar“ attackiert hatte – Hintergrund ist die wiederholte Kritik des Papstes am Krieg gegen den Iran.

US-Präsident Donald Trump hat Papst Leo XIV. attackiert.
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Der Papst hatte am Montag auf die Attacke aus Washington reagiert. Er habe „keine Angst vor der Trump-Regierung“, hieß es vom Pontifex. „Ich werde mich weiterhin lautstark gegen den Krieg aussprechen und mich für den Frieden, den Dialog und multilaterale Beziehungen zwischen den Staaten einsetzen, um gerechte Lösungen für Probleme zu finden“, führte Leo weiter aus.
„Nicht einmal Hitler oder Mussolini haben den Papst so angegriffen“
„Zu viele Menschen leiden heute in der Welt. Zu viele unschuldige Menschen werden getötet. Und ich denke, jemand muss aufstehen und sagen, dass es einen besseren Weg gibt.“ Die Botschaft der Kirche, „meine Botschaft, die Botschaft des Evangeliums“, sei eindeutig, hieß es weiter vom Papst: „Selig sind die Friedfertigen.“
Auch in den sozialen Netzwerken äußerten viele Katholiken scharfe Kritik an Trumps Attacke auf den Pontifex und am Jesus-Bild. Der Kirchenexperte Massimo Faggioli verglich Trumps Äußerungen etwa mit den Bemühungen der Führer Nazi-Deutschlands und Italiens während des Zweiten Weltkriegs, Papst Pius XII. für ihre Anliegen zu gewinnen. „Nicht einmal Hitler oder Mussolini haben den Papst so direkt und öffentlich angegriffen“, sagte Faggioli dem „Independent“ zufolge.
Erzbischof Paul S. Coakley, Vorsitzender der US-amerikanischen Bischofskonferenz, zeigte sich ebenfalls enttäuscht von Trump. „Papst Leo ist nicht sein Rivale; ebenso wenig ist der Papst ein Politiker. Er ist der Stellvertreter Christi, der aus der Wahrheit des Evangeliums heraus und im Interesse der Seelsorge spricht“, erklärte Coakley in einer Stellungnahme.

