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25-JährigesFörderverein Marien-Hospital sammelte mehr als 500.000 Euro Spenden

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Bass-Bariton Thomas Bonni steht singend im Altarraum der Kapelle. Neben ihm stehen und sitzen vier Musiker, die ihn begleiten.

Musikalisch untermalt wurde die Jubiläumsfeier durch das Ensemble um Bass-Bariton Thomas Bonni (Mitte).

Herausfordernde Lebensphasen ein wenig erträglicher zu gestalten, ist eines der Ziele, die der Förderverein des Marien-Hospitals verfolgt.

In der heutigen schnelllebigen Zeit hat sich ein Begriff zum Maßstab vieler Lebensbereiche entwickelt: Effizienz. Während bei der Herstellung von Waren verbesserte Produktionsketten durchaus Vorteile mit sich bringen können, bleiben in anderen Berufen wichtige Aspekte schnell auf der Strecke. Medizinisches Personal, das nach einem streng gesetzten Zeitplan von einem Patienten zum nächsten hetzt, hat immer seltener Zeit für Aufmunterung und Trost, da auch im Krankenhaus besagte Effizienz in den Vordergrund gerückt ist.

Am 16. März 2001 haben sich insgesamt 28 Personen dieser Umstände angenommen, um der anhaltenden Entwicklung zu begegnen: Sie gründeten den Förderverein des Marien-Hospitals Euskirchen, dessen Mitgliederzahl bis heute auf rund 300 angewachsen ist und dem es in den Jahren oftmals gelungen ist, herausfordernde Lebensabschnitte für viele Menschen zumindest ein klein wenig erträglicher zu gestalten.

Gewachsen ist in den Jahren ein „Netzwerk der Menschlichkeit“

„Wir haben in diesen 25 Jahren viele schöne, aber auch viele schwer zu ertragene Situationen erlebt“, berichtete der Vorsitzende Dr. Hans-Josef Bastian, der anlässlich dieses Jubiläums am Samstagvormittag zu einer Feier in die Kapelle des Marien-Hospitals eingeladen hatte. „Das Thema Gesundheit ist kein Wirtschaftsgut, und der Verein nimmt sich den Wünschen der Menschen an, die im normalen Krankenhausalltag oftmals unterzugehen drohen.“

Seit der Gründung des Fördervereins sei „ein Netzwerk der Menschlichkeit“ gewachsen, betonte auch Pfarrer Tobias Hopmann, der am Samstag den geistlichen Impuls der Jubiläumsfeier übernahm. „Gott begegnet uns nicht zuerst im Außergewöhnlichen, nicht nur im Feierlichen, nicht nur im Sakralen, sondern im konkreten Menschen, im kranken Menschen, im alten Menschen, im einsamen Menschen, im angewiesenen Menschen.“

Redner Dr. Hans-Josef Bastian steht in der Kapelle, hinter ihm die bunten Glasfenster, rechts neben ihm ein Blumengesteck und eine brennende Kerze.

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Fördervereins Marienhospital hieß der Vorsitzende Dr. Hans-Josef Bastian die Jubiläumsgäste zu einem Festakt in der Kapelle willkommen.

Geschäftsführer Wolfgang Schneidersteht am Rednerpult und spricht in das Mikrophon.

Lobte die Unterstützung des Fördervereins in den vergangenen 25 Jahren: Wolfgang Schneider, Geschäftsführer des Marien-Hospitals.

Bezogen auf den Krankenhausalltag sei es daher wichtig, nicht nur die Diagnose zu sehen, sondern zu jedem Zeitpunkt auch die Würde der Person zu wahren, die hinter diesem Befund steht. „Das, was in den verschiedenen Bereichen und Einrichtungen unserer Stiftung geschieht, ist mehr als Versorgung.“ Der Förderverein schaffe Räume der Begegnung und menschlicher Nähe und stärke die Verbindungen zwischen professioneller Versorgung und menschlicher Zuwendung.

Schlagworte, die sich auch in Zahlen ausdrücken lassen, wie Wolfgang Schneider, Geschäftsführer des Marien-Hospitals, erklärte: „In den 25 Jahren seit der Gründung hat der Förderverein mehr als 500.000 Euro Spenden gesammelt.“ Diese haben auch entscheidend zur Gestaltung einer Palliativstation und eines Hospizes beigetragen. „Für uns bedeutet der Förderverein sehr viel, da er Unterstützung leistet, wo wir selbst sie kaum umsetzen können.“ Augen und Ohren der Vereinsmitglieder seien stets dorthin gerichtet, wo Nöte auftreten könnten. „Sei es durch musikalische und kulturelle Veranstaltungen oder auch einfach eine neue Kaffeemaschine für die Mitarbeiter, für einen kleinen Mehrwert ihrer Pause.“

Wir haben in diesen 25 Jahren viele schöne, aber auch viele schwer zu ertragende Situationen erlebt.
Dr. Hans-Josef Bastian, Vorsitzender des Fördervereins

Musikalisch wurde die Feier von Bass-Bariton Thomas Bonni und seinem vierköpfigen Ensemble bereichert. Einen historischen Rückblick gab es von Dr. Reinhold Weitz, der die Entwicklung Euskirchens seit der Gründung des Marien-Hospitals beleuchtete. „Für uns war es wichtig, uns zu diesem feierlichen Anlass bei allen zu bedanken, die den Verein über die Jahre begleitet, unterstützt und mit Leben gefüllt haben“, betonte Hans-Josef Bastian, der selbst 35 Jahre im Marien-Hospital angestellt und zuletzt als Chefarzt der Inneren Medizin tätig war.

„Die Menschen werden immer älter, und häufig werden wir mit Krankheiten konfrontiert, deren Verlauf wir zwar bessern, die wir aber nicht heilen können. Dennoch möchten wir im Förderverein für die Menschen da sein, sie begleiten, von der Wiege bis zu Bahre. Und für diesen caritativen Einsatz möchten wir auch in Zukunft stehen.“