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Von Juffern und dem TeufelEifelschleife „Kaller Sagen“ hat jetzt sieben Stationen

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Blick auf die Kirche und die Mauer unterhalb, an der mehrere Autos parken.

An der Mauer, unterhalb der Kirche, wo jetzt die Parkplätze sind, hat einst eine Wirtschaft gestanden.

Wanderer bekommen auf der Eifelschleife „Kaller Sagen“ nun an sieben Stationen Geschichten aus der Kaller Sagenwelt erzählt. 

Nun ist die Eifelschleife „Kaller Sagen“ sozusagen komplett. An sieben Stationen gibt es jetzt Informationen für Wanderer und Spaziergänger aus dem Gemeindegebiet. Die Infotafeln wurden unter Federführung des zweiten Vorsitzenden der Kaller Ortsgruppe des Eifelvereins, Wolfgang Röhrig, ausgearbeitet und aufgestellt. Am Sonntag, 3. Mai, bietet der zweite Vorsitzende eine Wanderung entlang der Stationen an.

Bis der Eifelverein aktiv wurde, gab es für Wanderer auf der Eifelschleife nur wenig Informationen über Sagen aus der Gemeinde. Lediglich an einer Stelle an Haus Baum stand eine Tafel. „Das war uns zu wenig. Vor rund eineinhalb Jahren haben wir deshalb mit dem Projekt begonnen“, erzählt Röhrig. Sein erster Gang führte in die Gemeindebibliothek, in der es mehrere Bücher über Sagen aus dem Kaller Gemeindegebiet gibt. Weiteres Material habe er von Katrin Oberländer erhalten, die sich im Rahmen eines Kulturförderprojekts mit den Sagen in der Gemeinde Kall befasst hat. „Wir haben und abgesprochen und entschieden, welche Geschichten wir verwenden wollen.“

Nachdem Röhrig und Oberländer die sechs Erzählungen für die Infotafeln ausgesucht hatten, mussten Urheberrechtsfragen geklärt und Standorte gesucht und die Nutzung mit den jeweiligen Eigentümern der Flächen abgesprochen werden. Auch mit verschiedenen Ansprechpartnern bei der Gemeinde Kall wurden Gespräche geführt. „Das war schon eine Sisyphosarbeit“, erinnert sich der Kaller.

Geschichte von Ritter Raimund und  Burgfräulein Aspasia

An zwei Stellen sollen jetzt noch Bänke aufgestellt werden: „Die Standorte müssen aber noch abgesprochen werden.“ Die Eifelschleife „Kaller Sagen“ ist gut sieben Kilometer lang und beginnt am Rathaus. Die erste Infotafel ist auf dem Fels in Kall nicht weit entfernt vom ehemaligen Grillplatz aufgestellt worden. Dort wird die Geschichte von Ritter Raimund erzählt, der sein Burgfräulein Aspasia auf der Stolzenburg bei Urft für einen Kreuzzug verlässt und mehr als ein Jahr verschollen ist. Schließlich kommt er krank und ergraut nach Hause, und es kommt trotzdem zu einem Happy End.

Blick auf die Tafel mit dem Text zur Sage und zwei Zeichnungen.

Die linke Zeichnung zeigt die „Kellersch Wietschaff“, wo der Teufel Karten gespielt haben soll.

Im Fahrenbachtal mit Blick auf Keldenich wird die Sage vom Tanzberg erzählt. Der Reichtum an Bleierz hatte die Bergleute so übermütig gemacht, dass sogar an Sonn- und Feiertagen zum Verdruss der Berggeister getanzt, gezecht und gespielt wurde. Als eines Tages besonders laut gefeiert wurde, stürzte das Gewölbe plötzlich ein und begrub alle unter sich. „In Keldenich hat sich 1547 ein schweres Bergwerksunglück ereignet, auf das sich die Sage beziehen könnte“, so der Kaller.

Der Teufel als Stifter des Klosters Steinfeld und als Kartenspieler

Weiter geht es zur Tafel an der Kindshardt, wo drei Juffern, die ähnlich wie heutige Nonnen gekleidet waren, plötzlich abends oder nachts auftauchten und Fuhrleute erschreckten. Ihr Treiben konnte erst von einem Pater beendet werden. Außerdem können sich Wanderer noch auf die Sagen vom Erdmännchen mit seinem großen Erzlager und von Haus Baum und dem Jäger Welsch freuen sowie auf zwei Geschichten mit dem Teufel als Stifter des Klosters Steinfeld und als Kartenspieler in einer Kaller Kneipe an der Kirche.

„Auf jeder Infotafel sind neben dem Text auch Fotos und Bilder abgebildet“, sagt Röhrig. Der Kaller Bauhof habe die Anker für die Pfosten gesetzt. Auf dem Sagenweg treffe man ab und zu auch auf Tafeln des Pingenwanderpfads.

Mit einer Wanderung wurde der komplettierte Sagenweg jüngst eröffnet. Gruppen, die Interesse an einer Führung haben, können sich bei Wolfgang Röhrig melden. Die Kontaktdaten stehen auf der Internetseite der Kaller Ortsgruppe des Eifelvereins.