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Vier Menschen starbenFamilie aus Kerpen bei Unfall in Portugal tödlich verunglückt

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Das Foto zeigt eine Blaulicht-Anlage.

Ein 68-Jähriger kollidierte mit seinem Fahrzeug mit dem Mietwagen der Familie (Symbolfoto).

Die Ursache für den Zusammenstoß ist den örtlichen Polizeibehörden zufolge noch unklar.

Für eine Familie aus Kerpen endete eine Fahrt über die Ostertage durch das Urlaubsland Portugal tödlich. An Karfreitag kurz nach 15 Uhr auf der Landstraße IC1 auf Höhe der Gemeinde Santiago do Cacém rund 130 Kilometer südöstlich von Lissabon kollidierte ein Auto mit ihrem Mietwagen.

Wie die Zeitung „Correio da Manhã“ und andere örtliche Medien berichteten, war die Familie aus Deutschland angereist und auf dem Flughafen Portela der portugiesischen Hauptstadt gelandet. Dort sei sie in den Mietwagen gestiegen und in Richtung Algarve losgefahren. Ein 68-jähriger Portugiese sei mit seinem Fahrzeug mutmaßlich auf die Gegenfahrbahn geraten und mit dem Auto der deutschen Familie frontal kollidiert, sagte ein Beamter der spanischen Polizei GNR (Guarda Nacional Republicana) laut Berichten der Presseagentur dpa. Der Frontalzusammenstoß sei wahrscheinlich nicht durch ein Überholmanöver verursacht worden, sagte er am Unfallort vor Journalisten. Die Ursache für den Zusammenstoß sei noch unbekannt.

Kerpen: Große Betroffenheit in der Kolpingstadt

Die Familie – die Eltern und zwei minderjährige Kindern zwischen zwölf und 15 Jahren – starb bei dem Unfall. Die verschiedenen Behörden, darunter Zivilschutz, Polizei und Feuerwehr, machten unterschiedliche Angaben zum Alter der deutschen Opfer. Demnach sollen die Eltern zwischen 43 und 50 Jahre alt gewesen sein. Der 68-Jährige, der das zweite Unfallfahrzeug lenkte, wurde der Polizei zufolge schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Die beiden Autos wurden völlig zerstört. Ein drittes Fahrzeug konnte ausweichen. Die beiden Insassen erlitten nach Polizeiangaben leichte Verletzungen. Nach dem Unfall blieb die IC1 in beide Richtungen mehrere Stunden bis Freitagabend gesperrt. Die GNR nahm nach eigenen Angaben die Ermittlungen auf.

Die verstorbene Familie stammt aus der Kolpingstadt Kerpen. Dies bestätigt die Polizei Rhein-Erft. Der Sohn spielte in einer der Jugendmannschaften eines Kerpener Fußballvereins. Die Betroffenheit war nach Bekanntwerden der Nachricht groß. In der Ostermesse in Kerpen wurde der Unfallopfer und der Angehörigen gedacht.

Wie ein Mitglied des Vereinsvorstands berichtete, sei die Nachricht für die Vereinsmitglieder schockierend gewesen. „Wir haben daher auch bei den Seelsorgern der katholischen und evangelischen Kirchen vor Ort angefragt, falls jemand im Verein Unterstützung benötigt“, so das Vorstandsmitglied.

Auch habe man nach der Nachricht des Todes das Training abgesagt und sich stattdessen getroffen, um über den tragischen Unfall zu sprechen. „Anschließend haben wir es den Kindern freigestellt, ob sie weiter darüber sprechen möchten oder etwas anderes tun, wie kicken oder sich bewegen“, so das Vorstandsmitglied: „Jeder trauert anders, gerade Kinder.“ Schließlich habe man die jungen Menschen nach Hause begleitet. „Unter diesen Umständen wollten wir nicht, dass jemand alleine nach Hause gehen muss.“

Es ist nicht der einzige Unfall an diesem Karfreitag in Portugal. Innerhalb von etwa 24 Stunden seien mindestens 13 Menschen verstorben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Lusa.