Eimermacher hat noch einen Vertrag bis 2028 und soll dennoch abgelöst werden.
EVL LeverkusenGeschäftsführer Thomas Eimermacher soll gehen

EVL-Chef Thomas Eimermacher soll das Unternehmen verlassen.
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Der Leverkusener EVL-Geschäftsführer Thomas Eimermacher soll das Unternehmen verlassen. Mit ihm werden derzeit Gespräche geführt. Das ist offenbar das Ergebnis einer nicht öffentlichen Aufsichtsratssitzung. Der Aufsichtsrat hat am Donnerstag, 5. März 2026, getagt, am Freitag wurde die Belegschaft mit einem Video im Intranet informiert. Das Video liegt dem „Leverkusener Anzeiger“ vor.
Darauf zu sehen sind die beiden Aufsichtsratsvorsitzenden, Oberbürgermeister Stefan Hebbel und das Vorstandsmitglied der Rhein-Energie, Susanne Fabry. Beide geben dort bekannt, dass sich in der Geschäftsführung etwas ändern werde. Laut dem neuen EVL-Gesellschaftervertrag, der in der letzten Ratssitzung beschlossen wurde, soll es bald nur noch einen Geschäftsführer in der EVL geben. Zurzeit leiten nämlich zwei Chefs das Unternehmen: Eimermacher und der technische Geschäftsführer Ulrik Dietzler. Dessen Vertrag endet zum 31. März 2026, der wurde nicht verlängert. Interimsmäßig soll er bis Jahresende von Jan Meese ersetzt werden, der von der Firma Rhein-Netz komme.
Einvernehmliche Gespräche
Mit Thomas Eimermacher sei man jetzt dabei, zu sprechen, sagt Hebbel in dem Video. Worüber man reden will, das spricht der Oberbürgermeister nicht klar aus, aber der Satz bedeutet, dass der 63-jährige Eimermacher seinen Geschäftsführerposten räumen soll. Eine Findungskommission solle eingesetzt werden, um einen neuen Geschäftsführer zu finden, so Hebbel. Die Kommission soll gleichberechtigt aus Mitgliedern der Rheinenergie und der Stadt Leverkusen besetzt werden, das entspricht dem Anteilsverhältnis an der Energieversorgung Leverkusen: 50 Prozent hält der Kölner Energieversorger, die andere Hälfte des Energieversorgers hält die Stadt Leverkusen. Eine Stadtsprecherin bestätigte die Inhalte des Videos, machte aber keine darüber hinausgehenden Informationen.
Weshalb Eimermacher nicht weitermachen soll, wird in dem Video nicht gesagt. Möglicherweise ist mit dem Ausscheiden Dietzlers das Gleichgewicht zwischen den Kölnern und den Leverkusenern gestört. Dietzler war mehr für technische Fragen zuständig, Eimermacher eher für Wirtschaftliches. Auch das kann eine Rolle spielen. Die Ablösung Eimermachers könnte die Anteilseigner – oder die Stromkunden - teuer kommen, denn Eimermacher ist noch 2023 für fünf Jahre bis Ende 2028 als Geschäftsführer gewählt worden. Er befindet sich also in einer guten Verhandlungsposition. Sein Geschäftsfühergehalt lag zuletzt bei 270.000 Euro, allerdings gibt es keine öffentliche Informationen dazu.
In der Belegschaft der EVL soll die Nachricht am Freitag zu einer gewissen Unruhe geführt haben, denn Eimermacher soll als Chef beliebt sein. Hebbel weiß das. Das Video beendet er so: „Die Gespräche mit Thomas Eimermacher laufen von der ersten bis zur letzten Sekunde einvernehmlich.“ Man habe aber auch Leverkusen fest im Blick. Eimermacher selbst ging nicht ans Telefon.
Die EVL ist als Strom-, Gas- und Wasserversorger allein auf dem Leverkusener Stadtgebiet aktiv. Das Unternehmen leistet aber sogenannte technische Betriebsführung in Leichlingen und Burscheid, kümmert sich dort also um die Netze. Bei der EVL sind insgesamt 380 Personen angestellt, davon sind 20 Auszubildende. (rar)

