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Olympia-Entscheidung in NRWWahlbeteiligung in Leverkusen bei knapp 34 Prozent

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Ab 1.v.l.: Handballerin Jessy Souza, Stabhochspringerin Naya Füllers und Basketballer Vincent Wrona würden sich über Olympia in der Region Rhein-Ruhr freuen.

Einige Tage vor dem Ende des Ratsbürgerentscheids werben Leverkusen und Botschafterin Steffi Nerius nochmal für die Region Rhein-Ruhr. 

Der Frühling hat pünktlich mitgespielt. Auf der Außenanlage am Sportinternat des TSV Bayer 04 Leverkusen ließ sich der Endspurt zur Olympia-Abstimmung bei strahlendem Sonnenschein begehen – ein Rahmen, der kaum besser zur Botschaft des Tages gepasst hätte. Noch bis Sonntag, 19. April, können die Leverkusener per Briefwahl darüber entscheiden, ob sich ihre Stadt gemeinsam mit 16 weiteren Kommunen der Region Rhein-Ruhr um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele bewerben soll – frühestens 2036, möglicherweise auch 2040 oder 2044.

Steffi Nerius hofft auf Olympia-Ja

Die Stadt hatte zum „Olympia-Endspurt" geladen, und die Zahlen machen Mut: Bereits 33,77 Prozent der Wahlberechtigten in Leverkusen haben ihre Stimme abgegeben, Stand 15. April. Wer noch nicht abgestimmt hat, kann den Briefwahlumschlag bis Sonntag, 16 Uhr, direkt am Briefkasten vor dem Rathaus einwerfen – ein Gang, der sich lohnt, wie die Veranstaltung noch einmal deutlich machen wollte.

Steffi Nerius

Steffi Nerius ist Botschafterin für Leverkusen für Olympia

Als Gesicht der Leverkusener Kampagne trat Steffi Nerius auf – Speerwurf-Weltmeisterin, viermalige Olympiateilnehmerin und Leiterin des Sportinternats. „Ich war bei vier Olympischen Spielen dabei, bei den Paralympics mehrfach als Trainerin. Das ist einfach ein absolutes Erlebnis“, sagt Nerius. „Ich glaube wirklich, dass die Olympischen und Paralympischen Spiele ein Motor sind, wo ganz viel passieren kann – was Infrastruktur angeht, aber auch für alle, die jeden Tag ihr Bestes geben.“ Und sie ist überzeugt, dass die Spiele mehr wären als ein sportliches Großereignis: „Das gibt einfach so einen Ruck durch die Region – und ich glaube, das würde uns in NRW ganz gut tun.“

Neben ihr saßen drei junge Athletinnen und Athleten des Internats: Naya Füllers (18), Stabhochspringerin, Vincent Wrona (16), Basketballer, und Jessy-Marlonne Souza (18), Handballerin. Für sie ist Olympia vor der Haustür keine abstrakte Idee, sondern ein Traum. „Olympia so hautnah zu erleben – das ist der Wunsch jedes Sportlers“, sagt Naya Füllers. „Das wäre einfach eine riesige Motivation – vor allem für so viele junge Sportler hier.“ Vincent Wrona ergänzt: „Auch wenn man nur zuschaut, gibt dir das das Gefühl, dass du es selbst schaffen kannst. Deutschland wird im Sport ja immer stärker – und das mitzuerleben wäre schon echt krass.“

Breitensport im Fokus

Nerius hebt hervor, was Leverkusen als Sportstadt auszeichne: „Mit der Deutschen Meisterschaftsfeier 2024 hat Leverkusen gezeigt, dass wir wirklich eine Sportstadt sind.“ Dabei betonte sie, dass Olympia mehr sei als Spitzensport. Es gehe auch darum, den Breitensport sichtbarer zu machen und Sportarten jenseits des Fußballs ins Rampenlicht zu rücken. „Wir haben großartige Sportler in Deutschland – und die zu präsentieren, sollte ein Aushängeschild sein.“ Und sie fügt hinzu, was sie sich für die Region konkret erhofft: „Das wirklich Vorbilder hierher kommen und hier auch trainieren, dass man die einfach mal sieht – dass die jungen Sportler in der Region ihre Vorbilder einfach mal vor Augen haben.“

Jessy Souza gibt Nerius Recht: „Olympia ist halt mal mehr als nur Fußball – und das ist das, was mich so begeistert.“ Die Ergebnisse des Bürgerentscheids werden am Sonntagabend erwartet, vermutlich gegen 19.30 oder 20 Uhr. Alle 17 beteiligten Kommunen treffen sich dann gemeinsam in der Triangel in Köln. Alle Kommunen werden mit ihren „Local Heroes“ vor Ort sein. Mit Spannung dürften nicht nur die drei Athleten das Ergebnis erwarten, sondern auch die gesamte Region.