Mit dem Südstadtklub kehrt der 25-Jährige am Freitag zum Derby gegen die U 21 des 1. FC Köln ans Geißbockheim zurück - dorthin, wo er elf Jahre spielte.
Fortuna KölnGeorg Strauch ist in Zollstock der Mann der leisen Kommandos

Georg Strauch (l.), Mittelfeldspieler von Fortuna Köln, im Testspiel gegen Luca Waldschmidt vom 1. FC Köln.
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Elf Jahre sind für Georg Strauch mehr als ein halbes Fußballerleben. Der 25-jährige Mittelfeldstratege des SC Fortuna Köln hat schon als Jugendlicher für den 1. FC Köln gespielt, stand dann vor dem Durchbruch im Profikader von Steffen Baumgart und war zuletzt Vizekapitän der U 21.
Im Sommer wechselte er in die Südstadt und kehrt am Freitag mit dem SC Fortuna Köln für das Regionalliga-Derby zurück an seine alte Wirkungsstätte. „Ich spüre überwiegend Vorfreude auf dieses Spiel“, blickt er auf das Duell der Kölner Viertliga-Teams im Franz-Kremer-Stadion voraus. Ab 19.30 Uhr wird er sich voll auf den Fußball konzentrieren. Schließlich soll fünf Spieltage vor Schluss die Tabellenführung vor RW Oberhausen ausgebaut werden.
Trainer Stefan Ruthenbeck hat Georg Strauch beim 1. FC Köln geprägt
Vor und nach den 90 Minuten werden Strauch aber sicher Gedanken an seine Vergangenheit in den Kopf kommen. „Stefan Ruthenbeck als U-19-Coach hat mich schon geprägt“, erinnert er sich an seinen größten Förderer am Geißbockheim. „Aber auch mit Physios oder Videoanalysten hatte ich viele offene und ehrliche Gespräche. Da freut man sich einfach, die Leute wiederzusehen.“
Während er in seiner Zeit bei den FC-Nachwuchsteams immer im Schatten der Profis stand, genießt er die neue Situation am Südstadion. „Als Erste Mannschaft haben wir einen ganz anderen Stellenwert und eine andere Aufmerksamkeit. Das ist nochmal was anderes“, erklärt Fortunas Nummer 11. Auch wenn sein Traum vom Profifußball vergangenen Sommer auf Eis lag und er „nur“ zum Sechsten der Regionalliga-Vorsaison wechselte, hat er jetzt das Gefühl vieles richtig gemacht zu haben.
Gerade in den vergangenen Tagen haben wir als Team zusammengesessen und gemerkt, dass wir alle noch was erreichen können
„Am Südstadion konnte ich sehr einfach ankommen“, stellt der Neu-Fortune nach acht Monaten in Zollstock klar, „die Mannschaft war komplett neu zusammengestellt, also waren alle Spieler in einer ähnlichen Situation.“ Er selbst sei zwar nicht „der riesige Lautsprecher“, mit seiner Art Fußball zu arbeiten und auch zu spielen, hatte er aber schnell eine Führungsrolle im Team inne. „Da bin ich über die Saison hineingewachsen und versuche meinen Mitspielern mit kleinen Kommandos und Handzeichen zu helfen“, beschreibt der 25-jährige BWL-Masterstudent seine organisatorischen Aufgaben.
Als einziger Gästespieler mit Heimvorteil weiß Strauch, was von seinem ehemaligen Coach Evangelos Sbonias und dessen Spielern zu erwarten ist. „Die Jungs vom FC werden extrem heiß sein, auch wenn sie gerade nicht auf der Erfolgswelle schwimmen“, betont Strauch. Ungeachtet der fünf verlorenen Spiele in Folge erwartet er sein Ex-Team voll auf der Höhe und liefert dessen Innenperspektive: „Für sie ist es ein Spiel gegen den Tabellenführer. Da können sie sich individuell noch einmal für andere Aufgaben empfehlen. Sicher werden viele Scouts im Stadion sein.“
Er für seinen Teil möchte mit der Fortuna in der Erfolgsspur bleiben, auch gegen den Tabellenneunten. „Wir haben uns vor der Saison selbst hohe Ziele gesetzt. Gerade in den vergangenen Tagen haben wir als Team zusammengesessen und gemerkt, dass wir alle noch was erreichen können.“ Nach dem 0:1 in Dortmund und dem 4:1 gegen Schalke soll am Freitag die nächste Zweitvertretung eines Bundesligisten bespielt und bestenfalls geschlagen werden. „Auch wenn es für mich ein spezielles Spiel wird, fahren wir vor allem ans Geißbockheim um zu gewinnen“, hält Georg Strauch fest. „Schließlich haben wir ein großes Ziel, das wir erreichen wollen.“

