VfL Gummersbach gewinnt mit 32:24 (17:8) gegen den Tabellenvorletzten HSG Wetzlar und feiert den zehnten Sieg in Folge
Handball-BundesligaVfL Gummersbach dominiert auch ohne Kapitän Julian Köster

Die Wetzlarer Abwehr hatte wenig Zugriff auf den wieselflinken Ludvig Hallbäck, der mit neun Toren der beste Werfer war
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Nicht auf dem Feld sondern am Rand nahm VfL-Kapitän Julian Köster gegen die HSG Wetzlar Platz. Er hatte sich im Derby gegen den Bergischen HC einen Meniskusriss zugezogen und wird am Montag von VfL-Mannschaftsarzt Jan Vonhoegen operiert. Wie lange Köster ausfällt, dazu wollte VfL-Trainer Gudjon Valur Sigurdsson keine Prognose abgeben.
Auch ohne seinen Spielmacher dominierte der VfL Gummersbach die Partie der Handball-Bundesliga gegen den Tabellenvorletzten HSG Wetzlar. Mit 32:24 (17:8) gewannen die Hausherren in der mit 4132 Zuschauern ausverkauften Schwalbe-Arena gegen die Mittelhessen. Es war der zehnte Sieg in Folge, etwas, was es zuletzt in der Saison 1977/78 gegeben hatte, wie Hallensprecher Dirk Hartmann recherchiert hatte.
VfL Gummersbach mit einem deutlichen Sieg nach einer abenteuerlichen Woche
Der VfL-Trainer lobte nach dem Abpfiff vor allem seine Abwehr, die egal in welcher Zusammensetzung sie agierte, die Wetzlarer Handballer gut im Griff hatte. Wenn doch ein Ball durchkam, war Torhüter Dominik Kuzmanovic (11 Paraden) zur Stelle.
Nach einer „abenteuerlichen Woche“, an der am Anfang nur sieben oder acht Spieler trainieren konnten, während der Rest durch Krankheit und Verletzung ausfiel, war Sigurdsson froh und sehr glücklich mit dem Auftritt seiner Mannschaft. Mathis Häseler, der sich gegen Hannover am Fuß verletzt hatte, saß auf der Bank, wurde aber weiter geschont.
Miro Schluroff muss mit Schulterproblemen vom Feld
Ob Miro Schluroff auf die Liste der Verletzten kommt, wird sich zeigen. In der 43. Minuten hielt sich der Rückraumspieler die rechte Schulter und kam vom Spielfeld. Auf der Bank wurde er behandelt und nicht mehr eingewechselt.
Die Gummersbacher dominierten die Partie von Beginn an, etwas, das Wetzlars Trainer Runar Sigtryggsson und seine Mannschaft eigentlich unter alllen Umständen verhindern wollten. „Das hatten wir uns ganz anders vorgestellt“, erklärte der HSG-Trainer in seinem kurzen Statement nach dem Spiel. Man habe verhindern wollen, dass Gummersbach, wie zuletzt in den Spielen, schnell deutlich führt und den Vorsprung bis zum Abpfiff verwaltet.
Ludvig Hallbäck war mit neun Toren der erfolgreichste Werfer
Doch genau so kam es. Die Hausherren lagen früh mit 9:4 (14.) vorne, während die Gäste in den Anfangsminuten mit zwei Lattentreffern in Folge schnell aus dem Konzept waren. Miro Schluroff, Kay Smits und Ludvig Hallbäck, der mit neun Toren der erfolgreichste Werfer war, wechselten sich schon in der ersten Viertelstunde mit den Toren ab. Über das Spiel gesehen fanden die Wetzlarer vor allem keinen Zugriff auf den schnellen Hallbäck.
Es passte ins Bild, dass der Wetzlarer Tristan Kirschner direkt nach dem Wiederanpfiff mit seinem Siebenmeter an VfL-Torwart Bertram Obling scheiterte und Ellidi Vidarsson im Gegenzug die Führung beim 18:8 (32.) erstmals auf zehn Tore stellte. Die Partie war entschieden, Gummersbach hielt die Gäste auf Abstand, auch wenn sich die technischen Fehler häuften. Kentin Mahé bekam Spielzeit und der VfL brachte den Vorsprung sicher ins Ziel.
„Jetzt haben wir einen Tag frei und dann schauen wir am Montag, wer trainieren kann“, erklärte VfL-Trainer Gudjon Valur Sigurdsson. Dann beginnt die Vorbereitung auf die nächste Partie gegen einen Abstiegskandidaten. Im Nachholspiel tritt der VfL Gummersbach am Donnerstag, 19 Uhr, beim Tabellenschlusslicht SC DHfK Leipzig an.
Tore VfL Gummersbach: Vidarsson (3), Kodrin (1), Vujovic (2/2), Blohme (2), Einarsson (1), Schluroff (5), Hallbäck (9), Mahé (1), Horzen (1), Smits (6), Zeman (1).
Tore HSG Wetzlar: Palicka (1), Vistorop (2), Kirschner (2/1), Mappes (5/3), Theiß (2), Ahouansou (1), Akakpo (2), Müller (1), Cavor (3), Nafea (5).

