Von einem Spezialeinsatzkommando der Polizei ist am Freitag (17. April) ein Familienvater mit Waffen in Bensberg festgenommen worden.
Schuss in BensbergSportschütze droht, sich und andere zu erschießen

Mitglieder eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei haben nach einer Bedrohung am Freitag, 17. April) einen Sportschützen in Bensberg festgenommen.
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Polizistinnen und Polizisten mit schweren Schutzwesten, Helmen und Maschinenpistolen sichern die Friederich-Offermann-Straße in Bensberg. Der Verkehr auf der Straße, die von Bensberg durch den Königsforst nach Rösrath-Forsbach führt, ist gestoppt.
Einen Großeinsatz der Polizei hat am Freitagmittag (17. April) ein Notruf aus dem Süden der Kreisstadt Bergisch Gladbach ausgelöst: Familienangehörige eines bei der Polizei registrierten Sportschützen hatten von einer Drohung berichtet, die der Familienvater ausgesprochen hätte, wie die Polizei auf Nachfrage erst am Montag mitteilte.
Während des Einsatzes löst sich ein Schuss aus der Waffe des Sportschützen
Wenig später löst sich am Freitag auch ein Schuss aus einer der Waffen. Per Telefon soll der Mann nach Informationen der Redaktion seiner Frau mitgeteilt haben, dass es sich nur um ein Versehen gehandelt habe und er selbst unverletzt sei. Zu diesem Zeitpunkt befand sich keine weitere Person mehr im Haus, wie Polizeisprecher Tholl auf Nachfrage mitteilt.
Die Kreispolizei, die zwischenzeitlich mit mehreren Dutzend Einsatzkräften vor Ort ist, hat unterdessen ein Spezialeinsatzkommando (SEK) zur Unterstützung alarmiert. Das Einfamilienhaus, in dem der Sportschütze mit seiner Familie wohnt, ist da bereits weiträumig abgeriegelt.
Spezialeinsatzkommando nimmt Familienvater am Ende widerstandslos fest
Gegen 12.30 Uhr treffen die Spezialkräfte der Polizei in Bensberg ein, gegen 13 Uhr erfolgt der Zugriff. „Der Mann ist sich am Ende widerstandslos vor dem Haus festgenommen worden“, sagt Polizeisprecher Christian Tholl.
Eine halbe Stunde später wird auch die Friedrich-Offermann-Straße vor dem Gebäude nach zwei Stunden wieder für den Verkehr freigegeben. Während der Familienvater ins Krankenhaus gebracht wird, durchsuchen Polizeikräfte sein Wohnhaus und stellen mehrere Waffen sicher. „Es waren alles angemeldete, legale Waffen“, so Polizeisprecher Christian Tholl.
Sportschütze soll seine Waffen nicht wiederbekommen – Polizei ermittelt
Wiederbekommen dürfte der Sportschütze die Waffen wohl kaum. „Das wird jetzt alles dokumentiert und den entsprechenden Behörden zugeleitet, das dürfte er sie erstmal kaum wiederbekommen“, so Polizeisprecher Christian Tholl.
Gegen 17 Uhr war der Polizeieinsatz an der Friedrich-Offermann-Straße beendet. Der ins Krankenhaus gebrachte Familienvater kam unterdessen nicht dorthin zurück. „Er hat im Krankenhaus wohl erneut Suizidabsichten geäußert und ist daraufhin durch das Ordnungsamt in eine psychiatrische Station eingewiesen worden“, so Polizeisprecher Christian Tholl.
Gegen den Sportschützen wird laut Polizei nun wegen Bedrohung und Verstößen gegen das Waffengesetz ermittelt. Der Mann soll die Waffen in seinem Haus nicht korrekt unter Verschluss aufbewahrt haben. „Das dürfte aber im Bereich einer Ordnungswidrigkeit der kleinere Teil sein“, erläuterte Polizeisprecher Tholl auf Nachfrage. „Endscheidend ist die Bedrohung die er gegen sich, aber auch gegen andere ausgesprochen hat.“

