Der Angeklagte soll das Opfer geschlagen, getreten und mit einem Hammer bedroht haben. Er muss sich vor dem Kölner Landgericht verantworten.
Prozess in KölnSo brutal soll der Überfall in einem Hotel in Bedburg verlaufen sein

Ein 35-jähriger Mann aus Rumänien muss sich vor der 11. Großen Strafkammer des Kölner Landgerichts für einen Überfall in Bedburg im Juli 2021 verantworten.
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Rund eine Stunde soll das Martyrium des Opfers gedauert haben. Seit Montag (9. März) muss sich ein 35-jähriger Mann aus Rumänien vor der 11. Großen Strafkammer des Kölner Landgerichts für einen Überfall in Bedburg im Juli 2021 verantworten. Dabei soll der 35-Jährige sein Opfer geschlagen, getreten und mit einem Hammer bedroht haben.
Der 35-Jährige hat sich damals vermutlich als Aushilfsarbeiter in Bedburg aufgehalten und war später in sein Heimatland zurückgekehrt. Rumänien lieferte ihn im November 2025 an Deutschland aus. Der Angeklagte sei schon mehrfach vorbestraft, unter anderem in England, Dänemark und seinem Heimatland Rumänien, berichtete der Vorsitzende Richter Peter Koerfers.
Rund 5000 Euro Bargeld, eine Armbanduhr und eine Kamera an Beute
Die Staatsanwaltschaft wirft dem 35-Jährigen vor, in der Juli-Nacht vor knapp fünf Jahren gegen 3 Uhr den Geschädigten im Treppenhaus eines Hotels in Bedburg-Kaster angegriffen und geschlagen zu haben. Laut Anklage handelte es sich bei dem Hotel um eine Unterkunft für polnische und rumänische Leiharbeiter. Das Opfer hatte das Hotel geführt, wohnte aber offenbar auch in einem der Zimmer der Unterkunft.
Der 35-Jährige soll dabei dem Opfer ins Gesicht geschlagen haben, um ihn dann in dessen Hotelzimmer zu zerren. „Dort trat der Angeschuldigte mehrfach gegen den Kopf und den Körper des Geschädigten“, hieß es in der Anklageschrift. Im Zimmer des Opfers habe der Angeklagte nach Wertgegenständen gesucht und soll dabei auch immer wieder auf den Geschädigten eingeschlagen und -getreten haben, so die Staatsanwältin.
„Als der Geschädigte rücklings auf dem Boden lag, ergriff der Angeschuldigte einen in dem Zimmer befindlichen Hammer und drohte dem Geschädigten Schläge auf dessen Kopf an, um diesen in seiner Verteidigungsfähigkeit und -bereitschaft zu schwächen“, heißt es laut Anklage. Die Beute, die der Angeklagte in mehreren Taschen aus dem Zimmer seines Opfers geschleppt haben soll, listete die Anklage ebenfalls auf.
So habe er rund 5000 Euro Bargeld, eine Armbanduhr und eine Kamera an sich genommen. Ein Laptop, Schließzylinderrohlinge, zwei Diabetes-Messgeräte und 29 Packungen Zigaretten stehen unter anderem auf der Liste. Zu den Vorwürfen machte der Angeklagte keine Angaben. Das Opfer wurde laut Anklageschrift bei dem Überfall erheblich verletzt. Neben Hämatomen und Prellmarken im Gesicht, habe der Mann eine Platzwunde in der linken Gesichtshälfte sowie einen Nasenbeinbruch erlitten. Er musste mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Auch noch einige Zeit nach der Tat habe der Geschädigte unter Kopfschmerzen und Schmerzen im Bein gelitten.
Der Angeklagte machte vor Gericht nur Angaben zu seiner Person. Demnach sei er 2021 nach Deutschland gekommen, um auf dem Bau zu arbeiten. Zuvor hatte er bereits in England und Dänemark gearbeitet. Im Alter von elf Jahren habe er erstmals Drogen genommen und auch später immer wieder Amphetamin und Kokain konsumiert. Der Prozess ist mit weiteren drei Verhandlungstagen bis Anfang April terminiert.

