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NeubaupojektAlte Bergheimer Lichtburg macht Platz für Wohnungen

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Zu sehen sind vier Männer vor einer Baustelle.

Hermann-Josef Falterbaum und Christian Karaschinski (v.r.) ließen sich von Nico Schleif und Konstantinos Bosboasis ihr Bauvorhaben erläutern. Nach Abbruch der Lichtburg sollen an der Commerstraße 53 seniorenfreundliche Wohnungen entstehen. 

Anwohner bemängeln den Asbestschutz beim Abbruch des Daches, der Kreishält die Arbeiten für „ordnungsgemäß“.

Die Abrissbagger nagen zurzeit gefräßig an dem gut 70 Jahre alten Gebäude. Nach dem Abbruch des Kinos „Lichtburg“ im Dreieck von Commer- und Rathausstraße baut die Düsseldorfer Konstantin-Gruppe dort ein Gebäude mit 53 Wohneinheiten. Beim Ortstermin ließen sich Ortsbürgermeister Christian Karaschinski und Hermann-Josef Falterbaum (beide CDU), in dessen Wahlkreis das Filet-Grundstück liegt, von den Geschäftsführern Konstantinos Bosboasis und Nico Schleif der zu Konstantin gehörenden „Residenz Bergheim Projekt-GmbH“ die Baupläne erläutern.

Schon seit 2023 gibt es, wie sie ausführten, eine Baugenehmigung. Die Investoren hatten wegen der Krise der Baubranche bis jetzt gezögert. Jetzt haben die Arbeiten begonnen. Die Abbrucharbeiten sollen Anfang April abgeschlossen sein. Dann wird auf insgesamt 30 mal 50 Metern ein Gebäude mit Tiefgarage (Einfahrt von der Commerstraße), Souterrain, zwei Voll- und einem Staffelgeschoss errichtet, wie Bosboasis erläutert.

Bergheim: Wohnungen werden bis zu 110 Quadratmeter groß

Die 53 „höchsteffizienten“ Wohneinheiten mit dem Energiestandard Kfw40+, von denen 43 bereits für Interessenten reserviert sind, sollen zwischen 40 und 110 Quadratmetern groß sein. Bevorzugt Senioren ohne aktuellen Pflegebedarf sollen dort einziehen, wie Schleif ergänzt. Rezeption, Aufzug und TiefgarageDafür gibt es getreu dem Leitgedanken des „Service-Wohnens“ im Entree eine Rezeption, über die auch eine halbtags anwesende Caritas-Mitarbeiterin bei Hilfebedarf angefragt werden kann.

Fitnessräume im Souterrain und Spielflächen auf der Dachterrasse gehören ebenso zum Konzept wie ein Aufzug und 42 Tiefgaragenplätze. Falterbaum wies darauf hin, dass sich am Bauplatz früher eine Deponie befunden habe. „Das berücksichtigen wir und werden beim Ausschachten für die Tiefgarage gutachterlich unterstützt“, betonte Konstantinos. Auch für den Abbruch des Kinos seien Gutachter hinzugezogen worden.

Anwohnende freuen sich, „dass der Schandfleck endlich beseitigt wird“. Sie beklagen jedoch, dass bei Abdeckung des offenbar mit asbesthaltigem Material gedeckten Gebäudes die Vorschriften nicht eingehalten würden. „Da müsste Wasser gesprüht und der Staub abgesaugt werden. Auch werden Platten zerbrochen und beim Aufeinanderschieben Abrieb erzeugt“, beklagte eine Mutter. Für die Anwohnenden sei das gefährlich, und auch Kinder auf dem Schulweg könnten umherwehende Asbestpartikel einatmen, vor denen die Bauarbeiter mit Schutzkleidung und Atemschutz geschützt seien. Die Nachbarinnen forderten vor Ort einen „sofortigen Baustopp, bis das alles geklärt ist.“

Zu sehen ist das Gebäude der früheren Lichtburg in Bergheim.

Viele Erinnerungen hängen an dem Kino, der Gaststätte und der Milchbar. Nach Abbruch der Lichtburg sollen an der Commerstraße 53 seniorenfreundliche Wohnungen entstehen.

Der Kreis, der die für die ordnungsgemäße Entsorgung von Abbruchgut zuständige Behörde ist, teilte auf Anfrage mit, dass ein Schadstoffgutachten und ein Entsorgungskonzept vorgelegt worden seien, die „keinen Grund zur Beanstandung gaben“. Bei Kontrollen der Baustelle seien „hinsichtlich des Umgangs mit Abfällen keine Rechtsverstöße festgestellt“ worden. Konstantinos betonte, dass die Arbeiten gutachterlich begleitet und asbestbelastete Materialien fachmännisch entsorgt würden.

Die Konstantin-Gruppe teilte mit, dass sie „die Sorgen der Anwohner ernst nehme“ und ihr ein „verantwortungsvoller Umgang mit unseren Projekten und deren Umfeld wichtig“ sei. Zudem sicherte sie die ordnungsgemäße Behandlung der Asbestplatten bei deren Demontage einschließlich Verpackung und Entsorgung zu.

Die Immobilien-Investoren rechnen mit zwei Jahren Bauzeit für die Residenz Bergheim, so dass die künftigen Wohnungsbesitzer im April 2028 einziehen könnten. „Das Kino war damals ein regionales Highlight. Wir hoffen, dass wir an dem Ort ein bauliches Highlight zurückbekommen“, wünschen sich Falterbaum und Karaschinski.