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Umfangreiche BauarbeitenTierheim Bergheim feiert Eröffnung des neuen Hundehauses

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Das Foto zeigt ein weißes Gebäude.

Schon im letzten Sommer stand das neue Hundehaus, jetzt kann es eingeweiht werden. 

Nach vielen Jahren Bauzeit ist auch das Hundehaus als letzter Bauabschnitt fertiggestellt worden.

„Noch einmal würde ich das nicht machen“, sagt Heike Bergmann etwas geschafft. Bis zur Eröffnungsfeier des neuen Hundehauses ist es nicht mehr weit, doch es gibt noch viel zu räumen und vorzubereiten. Die Tierheimleiterin sitzt auf einer Bank in der Frühlingssonne und blickt auf die vergangenen elf Jahre zurück. Neben dem laufenden Tierheimbetrieb einen kompletten Umbau zu planen und zu koordinieren, sei ein Kraftakt gewesen. „Es wäre sicher einfacher gewesen, das Tierheim an einem anderen Standort neu zu bauen“, sagt Bergmann heute.

Bergheim: Elf Jahre Bau- und Umbauzeit

Doch nun ist es geschafft: Nach vielen Jahren Bauzeit ist auch das Hundehaus als letzter Bauabschnitt fertiggestellt worden. Nachdem der ursprüngliche Betreiber des Tierheims Bergheim, der ehemalige Tier- und Naturschutzverein Bergheim, Anfang 2015 insolvent gegangen war, wagte der Bund gegen Missbrauch der Tiere (bmt) einen Neustart. Der Verein übernahm das Gelände für einen symbolischen Euro mit dem Ziel, den Standort durch umfassende Renovierungen sowie Um- und Neubauten neu auszurichten.

Am 28. April 2015 begannen die Arbeiten. „Das Gelände sah vorher eigentlich genau so aus wie heute“, erinnert sich Bergmann. „Nur, dass hier kleine, braune Gebäude standen, ehemalige RWE-Häuser; es gab Scheunen und Schober. Eigentlich sah das alles sehr urig aus, doch davon hätte man sich nicht blenden lassen dürfen.“ Die maroden Tierunterkünfte wurden abgerissen.

2017 begann der bmt mit dem Neubau des Verwaltungsgebäudes auf der rechten Seite des Geländes. Dort befinden sich heute Sekretariat und Büros, das Katzenhaus und die Tierarztpraxis. 2019 wurde das Gebäude fertiggestellt und direkt im Anschluss mit dem Bau der Katzen- und Hundequarantäne begonnen, in der sich derzeit noch die Katzenkrankenstation befindet.

Das Foto zeigt einen Raum für einen Hund.

22 neue Hundezimmer sind am Bergheimer Tierheim entstanden.

Mit dem letzten Bauabschnitt, dem nun fertiggestellten Hundehaus, konnte 2023 begonnen werden. In dem Gebäudekomplex befinden sich ein Café, eine Mitarbeiterküche, Duschen sowie ein Multifunktionsraum für größere Vereinstreffen. Auch die kleine Werkswohnung wird bereits genutzt – etwa wenn die Versorgung eines Tieres eine Übernachtung von Arzt oder Pflegepersonal erfordert. Auch an Silvester verbringen Mitarbeiter dort die Nacht, um bei den Tieren zu bleiben.

Im Obergeschoss befinden sich eine Futterküche sowie der großzügige Kleintierbereich. Im hinteren Bereich ist das Hundehaus entstanden. Dort gibt es 22 Zimmer, ausgestattet mit Näpfen und Körbchen. An jedes Zimmer grenzt ein überdachter Außenbereich, den die Hunde tagsüber über eine Klappe erreichen können. Für die Reinigung werden sie in separate Außenzwinger gebracht.

Rund 4,5 Millionen Euro in das Tierheim investiert

Rund 4,5 Millionen Euro hat der bmt, der sich über Erbschaften und Spenden finanziert, in das Bergheimer Tierheim investiert, schätzt Bergmann. Schon im vergangenen Sommer war das Gebäude selbst fertiggestellt. Außenanlagen, Zäune und Wege folgten in den letzten Monaten. „Eigentlich träumt man immer davon, einen solchen Neubau erst zu nutzen, wenn auch wirklich alles fertig ist“, sagt Bergmann. Doch nach ihrer Rückkehr aus dem Sommerurlaub zogen überraschend 22 Yorkshire Terrier aus schlechter Haltung ins Hundehaus ein. Die Mitarbeiter mussten improvisieren, um die frisch fertiggestellten Räume für die Tiere herzurichten.

Jetzt ist auch die Futterküche fertig, und es gibt einen Weg rund um die Zwinger. Im oberen Bereich des Hundehauses befindet sich zudem die neue Katzenkrankenstation mit Hygieneschleuse, die bald bezogen werden soll. Dort gibt es eine autarke Versorgungsküche mit Waschmaschine, Spülmaschine und Trockner sowie fünf Räume, in denen Katzen mit unterschiedlichen Infektionen getrennt untergebracht werden können. „Das finde ich sehr luxuriös“, so Bergmann.

Während der gesamten Bauzeit einen Tierheimbetrieb aufrechtzuerhalten, sei nicht einfach gewesen. „Es gab Krach, Dreck, Asbest, zeitweise war alles geschlossen und wir durften nicht atmen“, erinnert sie sich. Hinzu komme, dass das Tierheim neben der Versorgung der Tiere auch zahlreiche weitere Aufgaben stemme, etwa Schulführungen, Fernsehauftritte und mehr. „Zeitweise leisten wir sogar eine Art Telefonseelsorge, wenn besorgte Bürger wegen kranker Tiere anrufen“, sagt Bergmann schmunzelnd. Das seien Aufgaben, die nebenher liefen und oft nicht sichtbar seien.

Zur Eröffnungsfeier lädt das Tierheim am Sonntag, 10. Mai, von 13 bis 18 Uhr auf das Gelände Am Kreuzweg 2 ein. Es wird Führungen über das Gelände und durch die einzelnen Stationen geben.