Warum es Probleme gibt, die einsturzgefährdete Tiefgarage zu sanieren.
Wohnpark ZieverichNoch keine Lösung wegen maroder Tiefgararge in Bergheim

Die Zeiten haben sich geändert. Früher galt der Der Wohnpark in Zieverich als Vorzeigeprojekt. Heute gibt es massive Mängel.
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Seit 2024 ist die einsturzgefährdete Tiefgarage im Wohnpark Zieverich gesperrt. Bürgermeister Volker Mießeler hatte erklärt, dass die Stadt ein Handeln der Eigentümer in diesem Jahr fordert.
Dazu seien viele von ihnen auch bereit, sagt Andreas Rabsch, Geschäftsführer der SHV-Immobilien-Verwaltungs-GmbH im Gespräch mit der Redaktion. Es gibt allerdings ein Problem: „Der Stimmenanteil eines Eigentümers ist so groß, dass es ohne seine Zustimmung zu keiner Verwalterwahl kommt. Er bringt aber auch keine anderen Verwalter ins Spiel“, sagt Andreas Rabsch. Das Problem mit der Sanierung wäre damit zwar noch nicht gelöst. „Dann hätte man aber zumindest einen, der das Ruder hält.“
Bergheim: Gesperrte Tiefgarage zieht Müllprobleme nach sich
SHV Immobilien hatte im Auftrag der Eigentümer die Tiefgarage verwaltet, war aber bei der letzten Wahl nicht bestätigt worden. Seitdem gibt es für die Tiefgarage keinen allgemeinen Verwalter mehr. Aktuell würden einige Eigentümer prüfen, wie sie trotzdem handeln können. Trotz der Mehrheitsverhältnisse gebe es rechtliche Wege, um notwendige Sanierungen durchzusetzen, erklärt Andreas Rabsch.
Wichtig wäre das nicht nur wegen der schwierigen Parksituation. Wegen der Tiefgarage ist auch ein Teil der Otto Hahn-Straße seit März 2025 für Lkw über 16 Tonnen gesperrt. Und da der alte Müll-Sammelpunkt des Wohnparks in der Sperrzone liegt, wurde ein deutlich exponierterer, zunächst nur als Provisorium gedachter Sammelplatz für die Müllabfuhr eingerichtet.
Eine Eigentümerin, die im Wohnpark Bergheim-Zieverich lebt, erklärt im Gespräch, dass dies zu Problemen führt: Wo sichtbarer Müll herumliegt, komme oft weiterer dazu, etwa Grillfett von der Pommesbude oder Altreifen. „Das erschwert die Situation enorm”, so die Eigentümerin.
Die Eigentümer, vertreten durch die SHV, wollen der Müllproblematik nun begegnen, indem sie den Müllplatz erweitern und einen Sichtschutz anbringen. Die Arbeiten seien bereits begonnen worden und sollen in circa einer Woche abgeschlossen sein.
Stadt Bergheim erwog Abstützmaßnahmen
Dass in all der Zeit so wenig geschehen ist, erklärt Andreas Rabsch von SHV Immobilien aber nicht nur mit dem fehlenden Verwalter, sondern auch mit einer Handlungszusage der Stadt Bergheim. Nach Gesprächen im Februar oder März 2025 habe die Kreisstadt Abstützmaßnahmen für die Tiefgarage in den Raum gestellt.
Auch eine Eigentümerin berichtet dieser Redaktion: „Mir wurde das Gefühl gegeben, dass wir als Eigentümer nicht allein gelassen werden und dass uns die Stadt Bergheim so schnell es geht dabei unterstützen möchte, das genannte Problem zu lösen“. Danach sei aber nichts mehr passiert. „Man fühlt sich leider von allen Seiten im Stich gelassen. Jeder zeigt mit dem Finger auf den anderen”, sagt die Eigentümerin. Sie habe dann erst auf Nachfrage im Dezember erfahren, dass die Stadt von Abstützmaßnahmen absieht.
Die Pressestelle der Stadt erklärte dagegen, die Kreisstadt habe die Maßnahmen nicht als sofort umzusetzende Lösung in Aussicht gestellt. „Ziel solcher Maßnahmen wäre lediglich eine kurzfristige Verbesserung der Nutzungssituation“, so die Pressestelle, die Kosten dafür wären aber erheblich gewesen. Die Frage, wann genau das den Eigentümern kommuniziert wurde, ließ sie unbeantwortet.

Vor der Einfahrt zur Tiefgarage stehen die Mülltonnen.
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Was den unwilligen Eigentümer angeht, erklärte die Bergheimer Pressestelle, sich der Situation bewusst zu sein. Es gebe derzeit eine rechtliche Prüfung dazu, inwieweit und unter welchen Voraussetzungen Maßnahmen möglich sind. „Dies betrifft insbesondere mögliche Eingriffe in private Eigentumsverhältnisse sowie die damit verbundenen rechtlichen Rahmenbedingungen.“
Bei allem Ärger findet die Eigentümerin, dass der Wohnpark besser ist als sein Ruf. Trotz der Probleme mit der Tiefgarage und des unwilligen Eigentümers seien immer wieder Dinge instandgesetzt worden, in Zukunft sollen die Häuser auch von außen neu saniert werden. „Was ich an der Anlage schätze ist, dass die Hausmeister immer für Ordnung und Sauberkeit sorgen“, so die Eigentümerin.
Dazu habe sie im Wohnpark sehr viele anständige, rechtschaffene Menschen kennengelernt. Sie habe einen Balkon zur Erft hin, ein weiterer liegt in Richtung der Spielplätze. „Das ist ganz praktisch, gerade als Mutter. Und wohin man auch schaut, man blickt ins Grüne. Besonders für Naturverbundene und sportliche Menschen ist der Wohnpark gut gelegen.“