Der 1. FC Köln empfängt am Samstag formstarke Hoffenheimer. Die personelle Lage entspannt sich davor beim FC.
„Kompletten Turnaround geschafft“FC-Trainer Lukas Kwasniok mit viel Lob für Hoffenheim und neuen Optionen

FC-Trainer Lukas Kwasniok auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen die TSG Hoffenheim.
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Der Respekt war deutlich hörbar, als Lukas Kwasniok am Donnerstag über den kommenden Gegner sprach. Zwar gewann der 1. FC Köln in der Hinrunde im Kraichgau (1:0), doch für den FC-Coach war und ist klar: „Dieses Mal wird es ein anderer Gegner.“ Wenn am Samstag (15.30 Uhr) die TSG Hoffenheim im Rhein-Energie-Stadion antritt, kommt nach Kwasnioks Einschätzung „das Team der Stunde“. Während die Sinsheimer, die in der vergangenen Saison noch bis zum vorletzten Spieltag um den Klassenerhalt zittern mussten, auf Champions-League-Kurs liegen, ist auch für Kwasnioks FC die Partie von enormer Bedeutung. 23 Punkte nach 22 Spieltagen stehen auf dem Konto, der Vorsprung auf den Relegationsrang beträgt nur noch vier Zähler. Der Abstand nach unten ist geschmolzen, der Druck im Tabellenkeller spürbar gestiegen.
Hoffenheim ist ein Kölner Angstgegner
Jeder Punkt kann im Saisonendspurt entscheidend sein. Umso größer ist die Herausforderung. Seit der Winterpause wurde Hoffenheim 2024 lediglich vom Spitzenreiter FC Bayern bezwungen, die TSG holte seit Jahresbeginn 18 von 21 möglichen Punkten. In Hoffenheim habe man im vergangenen Sommer „den Finger in die Wunde gelegt und einen kompletten Turnaround geschafft“, sagte ein gut aufgelegter Kwasniok anerkennend. Die Kraichgauer treten mit viel Selbstbewusstsein auf, überzeugen durch Tempo und Konsequenz gegen den Ball. „Sie machen in beiden Richtungen die meisten Tempoläufe“, erklärte der Coach.
Und weiter: „In Bezug auf Intensität und Klarheit ist Hoffenheim den Bayern am nächsten.“ Für Kwasniok war das ein Ausdruck echter Wertschätzung. „Eine gute Mannschaft war es schon in der Hinrunde“, betonte er. Doch inzwischen sei sie deutlich stabiler und klarer in ihren Abläufen. Auch die Statistik spricht nicht gerade für die Gastgeber: Seit elf Jahren wartet der FC in Müngersdorf auf einen Heimsieg gegen Hoffenheim. Zudem reist mit Andrej Kramarić ein ausgewiesener FC-Spezialist an. Der Kroate steht vor seinem 350. Pflichtspiel und hat gegen die Kölner bereits sieben Treffer erzielt, vier weitere vorbereitet. Personell entspannt sich die Lage beim FC zumindest im Zentrum. Isak Johannesson ist wieder genesen und einsatzbereit. In der Defensive trainierte Dominique Heintz die komplette Woche beschwerdefrei. „Heintz hat alles mitgemacht diese Woche und steht zur Verfügung“, sagte Kwasniok.
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Auch Cenk Özkacar, Ryan van den Berg und Joel Schmied erweitern die Optionen in der Innenverteidigung. Mit Eric Martel und Sebastian Sebulonsen stehen weitere Alternativen bereit. Für Jahmai Simpson-Pusey kommt die Partie nach überstandenem Muskelfaserriss dagegen wohl noch zu früh. Der 21-Jährige stieg zwar teilweise wieder ins Mannschaftstraining ein, doch Kwasniok stellte klar: „Jahmai ist eine Kader-Option, aber noch keine Startoption.“ Weiter verzichten muss der FC auf Linton Maina (Rippenbruch) und Alessio Castro-Montes (Muskelverletzung), beide trainieren immerhin wieder individuell.
Startelf oder doch wieder Joker?
Eine immer wiederkehrende Frage ist auch die nach dem Mitwirken von Said El Mala, dem Ausnahmetalent des FC, der in der Hinrunde nach einem herausragenden Solo zum 1:0-Sieg in Sinsheim getroffen hatte. „Wir wissen, dass wir mit Said einen sehr talentierten Spieler haben“, sagte Kwasniok. Es gehe darum, Spiele zu gewinnen und gleichzeitig dessen Entwicklung zu begleiten. Der Gegner stelle sich zunehmend auf den 19-Jährigen ein. „Unabhängig, ob er beginnt oder später kommt, wird es schwerer für ihn. Das ist der nächste Step – und wir begleiten ihn dabei.“ Daraus könnte man schließen, dass El Mala, der in den vergangenen vier Partie dreimal erst in der Schlussphase eingewechselt wurde, diesmal beginnt.
Ebenfalls ein Kölner Dauer-Thema: die Standards. Sie waren zuletzt die größte Baustelle – mit personellen Konsequenzen. Wie berichtet, ist Co-Trainer Hannes Dold, im Team für die ruhenden Bälle verantwortlich, von seinen Aufgaben entbunden worden. Kwasniok nahm am Donnerstag dazu ausführlich Stellung und betonte, dass ihm der Schritt nicht leicht gefallen sei: „In allererster Linie tut es mir menschlich sehr, sehr leid.“ Man schätze Dold „sehr“ und habe weiterhin ein gutes Verhältnis. Doch der Trainer verwies auf die Realität des Geschäfts: „Und trotzdem sind wir im Profi-Fußball.“ Doch die Zahlen sind eindeutig: 19 der 37 Gegentore – 51 Prozent – kassierte der FC nach Standards. Offensiv gelangen lediglich vier Treffer nach ruhenden Bällen. Zu wenig für Bundesliga-Ansprüche.
Kwasniok sprach von schwindendem Vertrauen in die Abläufe: „Wenn der Glaube verloren geht, musst du dich als Verantwortlicher von jemandem trennen.“ Die Entscheidung sei gemeinsam mit Sportchef Thomas Kessler gefallen. Eine externe Verstärkung des Trainerteams ist nicht geplant. Die Aufgaben werden intern verteilt: René Wagner übernimmt die Arbeit auf dem Platz, Denis Huckestein die Videoanalyse, Frank Kaspari Anpassungen während der Spiele.
Kwasniok zeigte sich vorsichtig optimistisch: Man habe zuletzt „mehr Klarheit in der Angelegenheit“ gespürt. Wie es für Dold, der seit zwölf Jahren im Verein tätig ist, weitergeht, ist offen. Gespräche über seine Zukunft sollen in den kommenden Wochen folgen. Der FC-Fokus richtet sich ohnehin erst einmal auf den kommenden Samstag und die dann folgenden Partien vor der Länderspielpause in Augsburg, gegen Dortmund, beim HSV und gegen Gladbach. Dann dürfte klar sein, wohin die Reise des Aufsteigers geht.

