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„Keine Ansage an Lukas Kwasniok“Bundestrainer Nagelsmann stellt WM-Bedingung an El Mala

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Bundestrainer Julian Nagelsmann und Köln-Juwel Said El Mala begrüßen sich beim DFB-Training im November.

Bundestrainer Julian Nagelsmann und Köln-Juwel Said El Mala begrüßten sich erstmals auf dem Platz beim DFB-Training im November.

El Malas Leistungen führten zu einer Nominierung für das Nationalteam. Der Bundestrainer hat sich nun erneut zum FC-Stürmer geäußert.

Said El Mala hat den Sprung aus der 3. Liga zu einem der besten Angreifer der Bundesliga auf Anhieb geschafft. Der junge Profi war in allen 24 Bundesliga-Partien für den 1. FC Köln auf dem Feld.

Ein fester Platz in der Startelf blieb ihm aber verwehrt, nur drei Partien bestritt er über die volle Spielzeit. Mit acht Toren und vier Vorlagen ist er dennoch der effektivste Offensivspieler der Kölner.

Nagelsmann betont „Unterschied zwischen Bayern und Köln“

Julian Nagelsmann (38), der Bundestrainer, berief El Mala im November 2025 in den Kader der A-Auswahl. Der Spieler des FC mit der Rückennummer 14 verbrachte das Spiel gegen Luxemburg nach einigen Trainingstagen komplett auf der Ersatzbank.

Anschließend reiste er, wie vorher vereinbart, zur U21-Mannschaft. Dennoch gehört das Kölner Talent seither zum größeren Kreis der Anwärter für die Weltmeisterschaft 2026 (11. Juni bis 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko).

Ungefähr drei Wochen bevor die nächsten Länderspiele anstehen, äußerte sich Nagelsmann im „Kicker“ zu der Entwicklung von El Mala und seinen Aussichten auf die WM: „Ich finde, dass er es bei uns im November ordentlich gemacht hat. Aber es ist noch mal ein Unterschied, ob du bei Bayern oder bei Köln bist. Er muss einfach mehr Spielzeit bekommen in Köln.“

Es bleibt abzuwarten, ob der Bundestrainer den Angreifer für die Partien am 27. März in der Schweiz sowie am 30. März gegen Ghana berufen wird. Die geringe Einsatzzeit von El Mala sei laut Nagelsmann nicht die Schuld von Coach Kwasniok.

Julian Nagelsmann über Said El Mala: „Er spielt 50 Prozent, das ist zu wenig“

Stattdessen gibt Nagelsmann dem Spieler klare Aufgaben: „Diese Ansage richtet sich nicht an Lukas Kwasniok, weil ich ihn als einen Trainer kennengelernt habe, der genau beobachtet, was er für sein Spiel benötigt, auch in der Defensive. Said muss den Anspruch haben, dass er in Köln Stammspieler ist und immer spielt. Aber er spielt 50 Prozent, das ist zu wenig. Und das liegt nicht am Trainer, was man dann oft meint, sondern es liegt an ihm selbst, wie stabil er in der Defensive arbeitet.“

Nagelsmann führte weiter aus: „Wenn Lukas sich darauf verlassen kann, dass Said immer dasselbe Niveau spielt, warum soll er ihn nicht spielen lassen? Er ist einer der schnellsten Spieler im Kader, hat einen super Schuss, ist torgefährlich. Ein Trainer verzichtet nicht freiwillig auf seinen Top-Spieler, sondern er tut dies, wenn er denkt, dass dieser ihm vielleicht manchmal nicht das gibt, was er für das jeweilige Spiel braucht.“

Der Nationaltrainer erkennt demnach viel Talent bei El Mala, betont aber, dass der Spieler noch eine anspruchsvolle Strecke vor sich hat: „Aus meiner Sicht bedeutet das ganz grundsätzlich: Es liegt letztendlich am jungen Spieler, dem Trainer zu zeigen: Du kannst dich immer auf mich verlassen. Und dann wird ein Trainer dieses Top-Talent auch spielen lassen. Ich finde, da muss man Tom Bischof, Lennart Karl oder Aleks Pavlovic ein bisschen anders bewerten, weil die Kaderstruktur bei Bayern eine andere ist als in Köln.“

Auch Kwasniok hatte kürzlich angemerkt, dass El Mala sich weiterentwickeln muss, um sich in der höchsten deutschen Spielklasse zu etablieren: „Der Gegner stellt sich viel mehr auf El Mala ein. Der nächste Step wird sein, seine Leistung unter erschwerten Bedingungen immer abzurufen. Und wir begleiten ihn dabei. Wir sind guter Dinge, dass wir da auch künftig nicht ganz so falsch liegen werden. Denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass wir ihn bei seiner Entwicklung begleiten können und er für uns ein ganz entscheidender Faktor sein kann.“

Nach einer Phase ohne Scorerpunkte überzeugte El Mala gegen Hoffenheim wieder mit einem Treffer und einem Assist. Beim Spiel in Augsburg setzte Kwasniok das junge Talent nur für 30 Minuten ein. Der Grund waren muskuläre Beschwerden, die ihn am Sprinten im Training gehindert hatten.

Ob die WM-Ambitionen von El Mala nach Nagelsmanns Worten nun beendet sind, bleibt abzuwarten. Der 19-Jährige hat nur eine Möglichkeit: Er muss sich voll reinhängen und mit starken Auftritten überzeugen, damit weder Kwasniok noch Nagelsmann ihn übergehen können. (red)