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Nicole Bender-RummlerDas Gesicht des Kölner Frauenfußballs

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Google Pixel Frauen-Bundesliga: 1. FC Köln - 1. FFC Turbine Potsdam, 11.05.2025 Nicole Bender-Rummler. Google Pixel Frauen-Bundesliga, 1. FC Köln - 1. FFC Turbine Potsdam, 22. Spieltag, am 11.05.2025, Franz-Kremer-Stadion, Köln DFB regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video *** Google Pixel Frauen Bundesliga 1 FC Köln 1 FFC Turbine Potsdam, 11 05 2025 Nicole Bender Rummler Google Pixel Frauen Bundesliga, 1 FC Köln 1 FFC Turbine Potsdam, 22 Spieltag, am 11 05 2025, Franz Kremer Stadion, Köln DFB regulations prohibit any use of photographs as image sequences and or quasi video Copyright: xBEAUTIFULxSPORTS/Meuselx

Nicole Bender-Rummler, Direktorin Frauen- und Mädchenfußball beim 1. FC Köln

Die kürzlich zur Direktorin beförderte 43-Jährige verkörpert beim 1. FC Köln den Frauenfußball wie niemand sonst.

Der Frauenfußball beim 1. FC Köln ist fest mit dem Namen Nicole Bender-Rummler verknüpft. Die 43-Jährige hat die Geschichte des Vereins im Frauenbereich nicht nur mitgemacht, sondern entscheidend geprägt. Als der FFC Brauweiler-Pulheim im Sommer 2009 zum 1. FC Köln übertrat, ging Bender-Rummler den Schritt als Spielerin mit. Bis zur Saison 2016/17 trug sie das Trikot mit dem Geißbock, feierte 2015 den historischen ersten Aufstieg des FC in die Bundesliga als aktive Spielerin.

Als Bender-Rummler ihre Fußballschuhe schließlich an den Nagel hing, wechselte sie die Seiten und nahm die Geschicke des Vereins zunächst als Sportliche Leiterin in die Hand, stieg später zur Abteilungsleiterin der Frauen auf.

Der 1. FC Köln als Fahrstuhlmannschaft

Die Kölnerinnen entwickelten sich in der Anfangsphase zu einer Fahrstuhlmannschaft. 2017, 2019 und 2021 folgten weitere Aufstiege in die Bundesliga. Insgesamt entpuppte sich das Team zwischen 2015 und 2020 als zu stark für die Zweite Liga, aber als zu schwach für die Bundesliga. Die Kölnerinnen kassierten zum Teil böse Klatschen im Oberhaus. Dies war nicht zuvorderst Bender-Rummler anzukreiden. Vielmehr war es der Verein, der den Frauenfußball lange Zeit nur stiefmütterlich betrieb.

Im Januar 2020 holte Bender-Rummler mit Sascha Glass erstmals einen externen Trainer ans Geißbockheim. Das war ein Meilenstein, allerdings verpuffte der Zauber schon in der zweiten Bundesliga-Saison. Die Kölnerinnen schwebten plötzlich wieder in Abstiegsnot, sodass am Ende Bender-Rummler selbst die Kastanien als Interimstrainerin aus dem Feuer holte und das Team im Frühjahr 2023 zum Klassenerhalt führte. Zuvor hatte sie zu lange an Glass festgehalten.

Kein Glück mit den ersten Trainern

Die anschließende Verpflichtung von Daniel Weber als Trainer ohne jegliche Erfahrung im Frauenbereich entpuppte sich ebenfalls schnell als Fehlgriff. Die erwartete Entwicklung raus aus der Abstiegszone gelang nicht, stattdessen drohte erneut der Sturz in die Zweite Liga.

Abermals reagierte Bender-Rummler spät, aber letztlich nicht zu spät. Und mit der wohl letzten Patrone, ohne selbst ins Zentrum der Kritik zu rücken, landete Bender-Rummler einen Volltreffer, der bis heute wirkt. Britta Carlson, jahrelange Co-Trainerin des VfL Wolfsburg und der Nationalmannschaft, schaffte es, den FC seit Januar 2025 endlich raus aus dem Tabellenkeller zu führen. Gemeinsam landete das Duo etliche Volltreffer auf dem Transfermarkt, sodass eine Mannschaft entstand, die in der Bundesliga höheren Ansprüchen genügt.

Traum vom Europapokal

Eins merkt man im Gespräch mit Bender-Rummler sofort: Es gibt wohl niemanden rund ums Geißbockheim, der derart für den Frauenfußball beim FC brennt und lebt wie die 43-Jährige. Letztlich ist es einzig der markante pfälzische Zungenschlag der gebürtigen Ludwigshafenerin, der verrät, dass es sich zumindest von Kindesbeinen an noch nicht um eine Kölnerin handelt. Doch inzwischen sind der FC und die Stadt bei ihr in Fleisch und Blut übergegangen, Bender-Rummler treibt auch die Entwicklung und Professionalisierung rund um die FC-Frauen voran.

Und so war ihre jüngste Beförderung zur Direktorin Frauen- und Mädchenfußball nur der logische Lohn für eine kontinuierliche Entwicklung – die noch lange nicht beendet ist. Bender-Rummler selbst träumt vom Europapokal. Die Leidenschaft und das Feuer dafür trägt sie in sich.