Im Saisonendspurt kämpfen die auf Platz fünf liegenden Fußballerinnen um die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation.
FrauenfußballBayer 04 Leverkusen arbeitet im Kampf um die Europapokal-Plätze am Überholmanöver

Leverkusens Katharina Piljic (r.), hier im Zweikampf mit Münchens Jovana Damnjanovic, sucht beim VfL Wolfsburg eine neue Herausforderung.
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Die lange Unterbrechung der Meisterschaft bietet den Fußballerinnen von Bayer 04 reichlich Zeit zum Kraft tanken für den Saisonendspurt. Nach der Länderspielpause mit einem Testspiel gegen den niederländischen Erstligisten AZ Alkmaar (Freitag/17. April, 14 Uhr, Kurtekotten) geht es erst am Sonntag ( 26. April/16 Uhr) in der Bundesliga weiter. Ins Leverkusener Ulrich-Haberland-Stadion kommt dann mit dem Tabellensiebten SC Freiburg ein nur zwei Ränge schlechter platzierter Rivale.
Doch in den Kampf um Rang drei, der zur Teilnahme an der Champions League-Qualifikation berechtigen würde, dürfte das Team aus dem Breisgau nicht mehr eingreifen. Mit zwölf Zählern ist der Rückstand auf die drittplatzierte Frankfurter Eintracht schon zu groß.
Bayer 04 Leverkusen liegt fünf Punkte hinter dem Tabellendritten Frankfurt
Anders sieht es für Leverkusen aus. Fünf Zähler fehlen auf Frankfurt, was ein Überholmanöver schwierig, aber nicht unmöglich macht. „Platz drei liegt leider nicht in unserer Hand, aber die Mannschaften vor uns haben auch noch schwierige Spiele. Von daher hoffen wir auf den ein oder anderen Ausrutscher. Aber in erster Linie müssen wir auf uns schauen und im besten Fall alle Spiele gewinnen. Dann haben wir – denke ich – gute Chancen“, macht Coach Roberto Pätzold seiner Elf und wohl auch sich selbst Mut.
Der 46-Jährige und seine Elf kennen seit Karfreitag den genauen Fahrplan zum großen Ziel. Denn der DFB hat die Ansetzungen der abschließenden vier Spieltage bekannt gegeben. Drei der vier ausstehenden Matches, die Pätzold als „Endspiele“ definiert, steigen sonntags, einmal muss Leverkusen an einem Montag ran. Nach dem Freiburg-Spiel geht es am Sonntag (3. Mai/14 Uhr) zur SGS Essen, dann am Montag (11. Mai/18 Uhr) zu RB Leipzig. Der letzte Spieltag findet am Sonntag (17. Mai/14 Uhr) auf heimischem Platz gegen Werder Bremen statt.
Die Chancenverwertung ist ein Thema, das wir in diesem Jahr immer wieder mitschleppen
Im Fokus der kommenden Tage, das hat Pätzold klargemacht, wird insbesondere das Thema Torabschluss stehen. „Die Chancenverwertung ist ein Thema, das wir in diesem Jahr immer wieder mitschleppen“, so der Trainer. Von dieser Kritik auszuklammern ist Vanessa Fudalla. Sie hat beim jüngsten 3:1 beim Hamburger SV ihren 14. Saisontreffer erzielt und damit wieder gemeinsam mit Pernille Harder vom FC Bayern München die Führung der Torjägerinnen-Liste übernommen.
Treffsicher zeigten sich zuletzt auch Julia Mickenhagen und Mittelfeldspielerin Katharina Piljic, die die beiden weiteren Tore in der Hansestadt erzielten. Letztere wird jedoch bald für den Vizemeister VfL Wolfsburg auflaufen. Die 22-Jährige gab bekannt, ihren zum Saisonende auslaufenden Vertrag bei Bayer 04 Leverkusen nicht zu verlängern und in Niedersachsen eine neue Herausforderung anzugehen.
Für Leverkusen ist das ein herber Verlust. „Katharina hat sich in ihrer Zeit bei uns kontinuierlich weiterentwickelt und ist zu einer absoluten Leistungsträgerin gereift. Natürlich hätten wir sie gern langfristig an den Klub gebunden, allerdings hat sie sich nun für einen anderen Weg entschieden“, sagt Achim Feifel, Sportlicher Leiter der Bayer-Frauen, doch eine Spielerin ihrer Klasse wecke naturgemäß auch das Interesse anderer Klubs.
Die gebürtige Essenerin Piljic war im Sommer 2024 von ihrem Jugendklub SGS Essen zu Bayer 04 gewechselt. Dort etablierte sie sich schnell als Stammspielerin im zentralen Mittelfeld und erzielte in 44 Pflichtspielen fünf Treffer. Zudem gilt Piljic als künftige deutsche Nationalspielerin. Sie bestritt bereits elf Begegnungen für die deutsche U-23-Nationalmannschaft und stand zuletzt auf Abruf für das A-Team bereit.
Ich hatte in Leverkusen eine sehr schöne Zeit, auf die ich mit großer Dankbarkeit und vielen positiven Erinnerungen zurückblicke
„Ich hatte in Leverkusen eine sehr schöne Zeit, auf die ich mit großer Dankbarkeit und vielen positiven Erinnerungen zurückblicke“, sagt Piljic. „Hier konnte ich mich fußballerisch weiterentwickeln und wichtige nächste Schritte in meiner Karriere gehen. Besonders schätze ich das Vertrauen, das mir sowohl die Mannschaft als auch das Trainerteam entgegengebracht haben.“

