Im Kampf um Platz drei zählt für das Team von Trainer Roberto Pätzold nur der Sieg.
FrauenfußballBayer 04 Leverkusen kann beim Hamburger SV auf einen Gala-Auftritt verzichten

Loreen Bender (l.) kehrt nach einer Sperre in den Kader von Bayer 04 Leverkusen zurück.
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Ein Hochgenuss für die Zuschauer war der jüngste Auftritt von Bayer 04 in der Frauenfußball-Bundesliga nicht. Nach dem sehenswerten Führungstreffer durch Katharina Piljic, die einen Ball vom rechten Oberschenkel hatte abtropfen lassen, um ihn dann fulminant mit dem linken Fuß ins Tor zu schießen, folgten zwar noch einige Abschlüsse, ein Tor gelang aber nicht mehr. So blieb es beim mageren 1:0 gegen Schlusslicht Carl-Zeiss Jena und der Erkenntnis, dass Leverkusen noch gewinnen und vom Erreichen des dritten Platzes träumen kann.
„Lieber mal nicht so schön spielen, aber die drei Punkte holen. Wir hatten zuletzt genügend Spiele, in denen wir richtig gut waren, die wir aber nicht gewonnen haben“, so Bayer-Coach Roberto Pätzold.
Lieber mal nicht so schön spielen, aber die drei Punkte holen. Wir hatten zuletzt genügend Spiele, in denen wir richtig gut waren, die wir aber nicht gewonnen haben
In diesen Worten schwingen Trotz und Erleichterung mit. Denn nach zwei Pleiten gegen die TSG Hoffenheim (0:1) und beim VfL Wolfsburg (1:2) ist man in den Reihen des Klubs froh, überhaupt drei Zähler geholt zu haben. „In Wolfsburg war mehr drin, auch beim letzten Heimspiel gegen Hoffenheim hatten wir in der zweiten Hälfte viele Chancen, haben aber nicht getroffen“, macht Pätzold deutlich, dass gute Leistungen nicht immer belohnt werden. Das Ringen der fünftplatzierten Leverkusenerinnen um die verbliebene Chance auf die erstmalige Teilnahme am internationalen Geschäft ist eben nicht immer die Zeit für Gala-Fußball.
Das wird wohl auch bei der kommenden Herausforderung nicht anders sein. Am Montag (30. März/18 Uhr) geht es zum Hamburger SV. Der Aufsteiger aus der Hansestadt kämpft als Drittletzter ähnlich wie Jena um den Klassenerhalt, musste sich zuletzt beim 1:4 bei Eintracht Frankfurt jedoch deutlich geschlagen geben. Die Hamburger Cheftrainerin Liese Brancao erkannte Licht und Schatten: „Wir standen in der ersten Halbzeit sehr stabil und haben uns auch den ein oder anderen guten Umschaltmoment erarbeitet. Im zweiten Durchgang haben wir dann etwas die Ordnung verloren.“
Angesichts mehrerer Ausfälle – darunter Caroline Kehrer (erneuter Eingriff im rechten Meniskus), Amy Wrigge (Kreuzbandriss), Charlotte Voll, Louisa Remien (beide im Aufbautraining) und Friederike Repohl (Innenband-Teilriss) – wird Pätzold froh sein, wieder auf die zuletzt gelbgesperrte Loreen Bender zurückgreifen zu können. Kristin Kögel, die vor der Partie gegen Jena über muskuläre Probleme klagte und nur wenige Minuten absolvieren konnte, dürfte wieder fit sein.
Damit könnte Torjägerin Vanessa Fudalla von der ungewohnten Position im offensiven Mittelfeld in die Sturmspitze zurückkehren. Sie hat nach wie vor veritable Chancen auf den Gewinn der Torjägerkanone. Am Wochenende zog jedoch Münchens Pernille Harder dank eines Doppelpacks vorbei. Harder liegt bei 14, Fudalla bei 13 Saisontreffern.


