Der 13-jährige Felix singt im Kölner Domchor und ist auch auf der Musicalbühne in Düsseldorf zu sehen. Sein Herz schlägt aber für Rock-Musik.
13-jähriges Multi-TalentKölner Schüler singt beim Musical „Mrs. Doubtfire“ und im Domchor

Der Kölner Schüler Felix steht beim Düsseldorfer Musical Mrs. Doubtfire auf der Bühne.
Copyright: Alexander Schwaiger
Hausaufgaben, Schule, Freizeit – so sieht der Alltag vieler 13‑Jähriger aus. Bei Felix kommt etwas anderes hinzu, das seinen Tagesablauf entscheidend prägt: regelmäßige und professionelle Auftritte auf Bühnen. Der Kölner Schüler gehört zum Kindercast des Musicals Mrs. Doubtfire und singt zudem im Kölner Domchor. Scheinwerferlicht, Applaus und die kitzelnde Aufregung kurz vor dem Auftritt sind ihm längst vertraut. Doch wie lebt es sich als junger Musicaldarsteller? Wie bringt man Schule, Freunde und Proben unter einen Hut – und wie war der Weg vom Domchor zum Musical?
Felix ist ein aufgeweckter Junge, der mit geradem Rücken den Fragen zuhört, bevor er sie konzentriert und mit gerunzelter Stirn beantwortet. Er begeistert sich für Latein, Geschichte, Film, verschiedene Ballsportarten. Und fürs Singen.
13-Jähriger mit Bühnenauftritten bereits vertraut
So schlüpft der Schüler einmal die Woche in die Solorolle von Christopher, den er auf der Bühne des Capitol-Theaters in Düsseldorf verkörpert und für den das Leben seit der Trennung seiner Eltern aus dem Ruder läuft. Also singt, tanzt und spielt der 13-jährige Felix alles, was Christopher denkt oder fühlt. Manchmal kickt er sogar auf der Bühne, denn: „Christopher spielt gerne Fußball.“ Felix auch – obwohl er sich selbst nicht als den typischen Fußballer sieht. Identifizieren kann er sich mit seiner Rolle trotzdem gut.
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Durch seinen Vater, der in der Band von verschiedenen Musicals Saxophon spielt, hatte Felix früh einen Zugang zum Singspiel, sah Abenteuerland und möchte auch West Side Story besuchen. Jetzt steht er selber auf der Bühne. Der Weg dorthin hatte ebenfalls mit seinem Vater zu tun: Der Musikdirektor von Mrs. Doubtfire kannte ihn aus früheren Produktionen – und sprach ihn irgendwann auf Felix an. So entstand der Kontakt zum Casting, bei dem der Schüler schließlich überzeugte.

Als Musicaldarsteller muss Felix nicht nur singen, sondern auch tanzen.
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Wie es sich anfühlt auf der Musicalbühne vor einem Publikum zu spielen? Felix muss nicht lange überlegen. Aufregend sei es, das Adrenalin berauschend und die Aufregung groß. Vor allem dann, wenn er spontan für eines der anderen neun Kinder einspringen muss, die die Rolle von Christopher spielen. „Dann schießt das Adrenalin von Null auf hundert.“
Mit Bühnenauftritten ist Felix vertraut. Immerhin singt er seit drei Jahren im Domchor. Eine Erfahrung, die den Kölner prägt und auf die er stolz ist. „Ohne Dom kein Köln.“
Da der Domchor immer wieder mit kleinen Besetzungen in der Kölner Oper auftritt, hat Felix Bühnenerfahrung als singender Statist gesammelt. Dennoch: „Im Musical ist es etwas anderes, als auf dem Chorpodest zu stehen, wo alle die gleiche Kleidung tragen“, sagt er. Zudem handle es sich bei Chorliedern um klassische Musik, bei denen der Schüler einen anderen Gesangstil anwende als bei den Musicalliedern. „Bei klassischen Liedern singe ich oft mit der Kopfstimme, beim Musical muss ich mehr Druck haben.“
Gesang reicht von Klassik über Musical bis Rock
Zudem müssen Tanzschritte geübt, Sprechrollen eingeprägt werden. Die Proben dauern manchmal über drei Stunden. Und auch für den Domchor muss Felix drei Mal die Woche proben, jeweils für anderthalb Stunden. „Es kommt viel zusammen, auch für die Schule“, gibt der 13-Jährige zu. „Aber man kriegt es geregelt.“
Um das Kindeswohl zu gewährleisten, gibt es für Kinderdarsteller in Theater und Musical bestimmte Auflagen. So darf das Kind nur vier Stunden auf der Bühne spielen und muss um spätestens 23 Uhr die Aufführung beendet haben. Aufgrund von weiteren Auflagen darf Felix in dieser Zeitung auch nicht mit seinem Nachnamen genannt werden. Jugendschutzbeauftragte führen zudem Hausbesuche bei den Kinderdarstellern durch, um zu überprüfen, dass das Kind belastbar ist und sich mit der zusätzlichen Arbeit nicht überfordert.

Felix hat viele Hobbies und Interessen, die er mit der Schule vereinbaren muss.
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Belastend ist die Arbeit als Kinderdarsteller im Musical für Felix nicht. Im Gegenteil: Teil der Gemeinschaft zu sein, zu singen und zu tanzen, gefällt dem 13-Jährigen gut. Im Chor und Musical hat er auch Freunde gefunden. „Alle sind nett und jeder Tag, an dem ich da bin, ist ein guter Tag.“
Privat hört er allerdings eher Rock. „Ich bin ein riesiger Fan der Red Hot Chili Peppers. Ich habe viele ihrer Lieder in meiner Playlist.“ Und weil Zuhören allein nicht reicht, singt er jeden Sonntag in einer Rockband. Weniger Choreografie, mehr E-Gitarre. Er probiert sich gern aus. Auch musikalisch. Von Rock über Musical bis Klassik: „Ich kann viel mit meiner Stimme anfangen.“
