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Marlene Lufen spricht mit verurteilter Mörderin - am Ende kommen ihr die Tränen

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SAT.1-“Frühstücksfernsehen“-Moderatorin Marlene Lufen zeigte sich in ihrem Podcast „M wie Marlene - Wie gelingt das Leben“ vom Schicksal einer verurteilten Mörderin tief ergriffen. (Bild: 2018 Getty Images/Michael Gottschalk)

SAT.1-“Frühstücksfernsehen“-Moderatorin Marlene Lufen zeigte sich in ihrem Podcast „M wie Marlene - Wie gelingt das Leben“ vom Schicksal einer verurteilten Mörderin tief ergriffen. (Bild: 2018 Getty Images/Michael Gottschalk)

In der neuen Folge ihres Podcasts „M wie Marlene - Wie gelingt das Leben“ trifft SAT.1-“Frühstücksfernsehen“-Moderatorin Marlene Lufen in einem Kölner Gefängnis Miri. Deren Geschichte von Missbrauch, Verzweiflung, Mord und Hoffnung treibt ihr die Tränen in die Augen.

SAT.1-Moderatorin Marlene Lufen scheut sich nicht, in ihrem Podcast „M wie Marlene“ schwierige und komplexe Themen anzusprechen. Ihre aktuelle Folge geht auch der 55-Jährigen besonders nah: Sie besucht Miri in der JVA Ossendorf in Köln. Dort sitzt die 44-Jährige seit beinahe sieben Jahren - wegen Mordes. Sie wurde 2019 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Miri erzählt Lufen offen von dem Missbrauch, den sie ihr Leben lang erfahren hat. Sie spricht über ihre Schuld, die sie mit keinem Wort anzweifelt, über ihr Leben im Gefängnis und über das, was sie in Freiheit machen will. Die Moderatorin ist davon hörbar ergriffen und gibt am Ende zu: „Ich muss auch ein bisschen meine Tränchen trocknen.“

„Das ist eine Sache, die wir wirklich, wirklich besser machen müssen in unserer Gesellschaft“

Schon bevor Miri mit 18 Jahren nach Deutschland kam, war sie von einem Onkel missbraucht worden. Mit 13 Jahren sei sie schwanger geworden und habe sich selbst das Leben nehmen wollen, erzählt sie Lufen. In Deutschland ging ihr Leid weiter: Sie arbeitete als Prostituierte und lernte dabei ihr späteres Opfer kennen. Er war deutlich älter als Miri und zwang die Anfang-20-Jährige weiter, mit fremden Männern zu schlafen, bot sie seinen Freunden an, schlug sie und verletzte sie mit Messern. „Ich war sauer, dass ich gelebt habe“, erzählt Miri und macht Lufen damit beinahe sprachlos: „Krass.“

„Warum bist du nicht abgehauen?“, fragt die Moderatorin. „Die Welt ist zu klein. Es gibt kein Versteck“, erklärt Miri ihre Gedanken von damals. Irgendwann hielt die 44-Jährige es nicht mehr aus und brachte den Mann 2008 um. Über den Mord selbst spricht sie mit Lufen nur wenig. Eins macht sie jedoch klar: „Ich bin definitiv der Täter.“

Noch einmal so eine Tat zu begehen, sei für sie „unvorstellbar“, habe ihr Miri bei einer Zigarette nach dem Interview noch gesagt, erzählt Lufen. Heute wisse sie, dass sie sich Hilfe holen könne, aber von beispielsweise Frauenhäusern hätte sie damals noch nie gehört. „Darüber habe ich doch auch noch mal ziemlich viel nachgedacht, weil in Deutschland gibt es auch bei uns zu wenig Frauenhäuser“, erklärt die Moderatorin und findet: „Das ist eine Sache, die wir wirklich, wirklich besser machen müssen in unserer Gesellschaft.“ (tsch)