Der Wiesdorfer Zoch lief am Sonntagmittag bei klarem, aber bitterkaltem Wetter.
Zug in Leverkusen-WiesdorfEs war eiskalt – aber mit Gefühl und Spaß

Die Frauen von den Roten Funken waren gut gelaunt.
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Womöglich könnten im kommenden Jahr wieder Ganzkörper-Tierkostüme en vogue sein, zum Beispiel könnte man in Leverkusen im nächsten Jahr gut als Wolf gehen. Außerdem wärmen sie gut: Der Wiesdorfer Zoch macht seinem Namen alle Ehre, denn es zog wie Hechtsuppe.
Besonders in der schattigen Lichstraße bibbern die Jecken. Auch die Aktiven sind froh, als es endlich losgeht, denn schon bei der Aufstellung rund um den Ludwig-Erhard-Platz drücken sich vor allem die Musiker in den windgeschützten Ecken herum, damit die Finger nicht schon vor dem Start um 13.33 Uhr steif sind. Im Notenschlüssel haben die Irlandfreunde einen Glühweinausschank aufgebaut.

Prinz Rogério
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Am Morgen waren die Pfützen noch gefroren gewesen und die Autoscheiben weiß vom Eis. Die Zugmaschine, die den Prinzenwagen zieht, habe er kaum öffnen können, sagt der Fahrer: Er hatte den Trecker am Samstagabend ordentlich mit Wasser gewaschen, das gefror in den Türschlössern.
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In der Lichstraße
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Die Mädchen- und Frauentanzgruppen, wie die Fünkchen von den Roten Funken, hatten es gut, die konnten sich etwas warmtanzen. Ein altgedienter Jeck sagte: „Es könnte schlimmer sein.“ Stimmt! Der Himmel ist blau, kein Regen, kein Schnee! Nur Konfetti.

Froh war man in den Gruppen, die sich bewegen konnten.
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Der Wiesdorfer Zoch ist die zweite große Bewährungsprobe für Prinz Rogério in Sachen Wurfmaterial; auf der Friedrich-Ebert-Straße zieht der Zug an ihm vorbei, dann hängt er sich ans Ende: „Ich bin fit!“, sagt er, besonders die Beweglichkeit in den Armen muss funktionieren. Er winkt aus dem Prinzenwagen „seinen“ Jecken zu. Er hat’s gut, seine Kanzel auf dem Wagen ist so hoch, dass er von der Sonne beschienen wird – aber er ist ja auch der Prinz. Seine Wurfleistung kann sich dann wirklich sehen lassen.

Die Frauen der Rheinflotte fliegen am höchsten.
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Es ist kein wirkliches Gedrängel, außer vielleicht in der Kurve an der Christuskirche, aber auch da hatten die Begleiter schon mehr zu tun. Ein erfahrener Wagenengel stellte fest, dass die Reihen der Jecken in diesem Jahr etwas lichter sind. Je weniger Gedrängel, desto einfacher ist sein Job: „Ist doch gut!“, sagt er. Die Stimmung in den Wiesdorfer Straßen ist es auch.

Gute Laune
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Das Erholungshaus auf einem Wagen der Roten Funken
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Wiesdorf ist nicht Düsseldorf, im Zug musste man schon in den Jahren zuvor nach Wagen suchen, die die Probleme der Stadt aufs Korn nehmen.
Nicht nur Pressefotografen, auch viele Jecken warten darauf, dass mal ein Wagen oder eine Gruppe einen kreativen Kommentar zur Mega-Stelze oder zum Mega-Finanzloch abgibt. In diesem Jahr sind die Probleme vielleicht zu groß geworden – und den Jecken ist offenbar jede Lust vergangen, die Vorgänge zu kommentieren.
Allenfalls wenn die Roten Funken das bedrohte Erholungshaus in aller Pracht auf ihrem Senatswagen gleich neben einem Gemälde des verlorenen Rathauses zeigen, könnte das als Wink verstanden werden.

Es waren etwas weniger Jecke zum Zug gekommen.
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Der Zug geht seinen Weg, nach der Lichstraße durch die Breidenbach- und die Dönhoffstraße. Als der Prinz und vorweg der Bayer-Spielmannszug in die Straße einbiegt, die die beiden Wiesdorfer Hauptkirchen verbindet, Herz Jesu und Christuskirche, spielt er „Mir loße d’r Dom in Kölle“. Dazu fliegt das Wurfmaterial in großen Mengen. Es scheint, als werfe sich Prinz Rogério warm für den Opladener Rosenmontagszug.
