Abo

Versuchter TotschlagMesserangriff auf 41-Jährigen in Siegburg – Opfer in Lebensgefahr

2 min
In der Siegburger Außenstelle des Bonner Landgerichts wird erstmals ein Kapitalverbrechen verhandelt.

In der Siegburger Außenstelle des Bonner Landgerichts wird erstmals ein Kapitalverbrechen verhandelt.

Erstmals wird  ein Kapitalverbrechen in der Siegburger Außenstelle des Bonner Landgerichts verhandelt.

Ab kommendem Montag wird in der Siegburger Außenstelle des Bonner Landgerichts erstmals ein Kapitalverbrechen verhandelt: Angeklagt ist ein 39-jähriger Mann aus der Obdachlosenszene der Kreisstadt, der im Oktober vergangenen Jahres einen 41-Jährigen mit einem Messerstich lebensgefährlich verletzt haben soll. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen versuchten Totschlags erhoben.

Das Opfer, das blutend auf dem Gehweg lag, wählte selber den Notruf

Am 9. Oktober gegen kurz nach 1:30 Uhr  in der Nacht rief ein 41-jähriger Mann den Notruf: Er war von einem Bekannten mit einem Messerstich schwer verletzt worden. Davon geht jedenfalls die Bonner Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage aus. Die Männer sollen sich mit einem weiteren Mann am Vorabend gegen 20 Uhr am Basketballplatz an der Ecke Barbarossastraße/Steinbahn in Siegburg getroffen haben, um gemeinsam zu trinken.

Als man sich gegen Mitternacht trennte, sollen der Angeklagte und das spätere Opfer gemeinsam in Richtung Aggerbrücke aufgebrochen sein. Dort kam es offenbar zu einem Streit, in dessen Verlauf der 39-Jährige ein mitgeführtes Messer zückte und seinem Bekannten in den Bauch stieß. Der Täter traf offenbar den Dünndarm des 41-Jährigen, der an mehreren Stellen perforiert wurde. Nicht zuletzt durch den eintretenden Blutverlust schwebte das Opfer in akuter Lebensgefahr. Sein Leben konnte durch eine Notoperation gerettet werden.

Während der Tatverdächtige sich laut Anklage vom Tatort entfernte, rief der Angegriffene um 1:35 Uhr den Notruf. Den Rettungskräften, die ihn blutend auf dem Gehweg vorfanden, soll er laut Polizeimeldung sofort berichtet haben, dass er mit einem Messer angegriffen worden sei. Der Angeklagte wurde eine Woche später festgenommen und einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Er befindet sich seither in Haft in der Justizvollzugsanstalt Siegburg.

Cum-ex-Prozess bleiben hinter der erwarteten Anklagezahlen zurück

Die Außenstelle des Bonner Landgerichts in der Bahnhofstraße wurde erst im Februar vergangenen Jahres eröffnet. Der hochmoderne Gerichtsbau wurde eigens für eine erwartete große Zahl an Cum-ex-Verfahren errichtet. Die zuständige Kölner Staatsanwaltschaft bleibt allerdings bislang deutlich hinter den einst erwarteten Anklagezahlen zurück und so werden immer wieder auch andere Verfahren in der Kreisstadt verhandelt.

Für das Schwurgericht, vor dem nur Kapitalverbrechen wie Mord oder Totschlag beziehungsweise Versuche dazu verhandelt werden, ist das Verfahren in Siegburg eine Premiere. Ein Urteil im aktuellen Fall soll Ende April verkündet werden.